Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/rkt-und-containerd-konkurrierende-container-engines-bekommen-neutrale-heimat-1703-127011.html    Veröffentlicht: 29.03.2017 12:58    Kurz-URL: https://glm.io/127011

Rkt und Containerd

Konkurrierende Container-Engines bekommen neutrale Heimat

Rkt von CoreOS und die Alternative Containerd von Docker werden Teil eines neutralen Projekts der Linux-Foundation. Die Community kann sich damit stärker auf die Integration und Orchestrierung der Cloud-Techniken fokussieren.

Vor rund zwei Jahren hat CoreOS mit der Ankündigung von Rkt die Container-Gemeinschaft gespalten. Die dominierenden Docker-Produkte seien zu groß, zu monolithisch, hieß es damals. Auf Druck der Community hat Docker daraufhin sein Projekt mehr und mehr modularisiert und schließlich die Rkt-Alternative Containerd veröffentlicht. Beide Projekte, Rkt und Containerd, bekommen nun eine neutrale Heimat in der Community.

Dies gab die künftig dafür zuständige Cloud Native Computing Foundation (CNCF) auf der Cloud Native Con und Kubecon bekannt, die derzeit in Berlin stattfindet. Die CNCF ist eines der vielen Projekte, die Teil der Linux Foundation sind. Die Ankündigung erscheint dennoch zunächst etwas ungewöhnlich, da beide Softwareprojekte augenscheinlich die gleiche Aufgabe lösen: das Transferieren, Starten und Beenden von Container-Images.

Stärkere Integration in Orchestrierung geplant

Die Ansätze für die konkrete Umsetzung unterscheiden sich jedoch deutlich voneinander. So ist Containerd ein zentraler Daemon für die verfügbaren Container, der auf Linux wie auch Windows läuft. Rkt dagegen nutzt keinen zentralen Daemon, sondern läuft einzeln auf sogenannten Pods, also Container-Gruppen, orientiert sich am klassischen Unix-Prozessmodell und läuft nur unter Linux.

Beide Projekte eint dagegen, dass sie dafür gedacht sind, in Kontroll- und Orchestrierungswerkzeuge integriert zu werden, statt diese direkt selbst zu nutzen. Bei Rkt ist dies bisher üblicherweise Kubernetes, das ursprünglich von Google entwickelt wurde und mittlerweile von der CNCF verwaltet wird. Die Entwicklung von Rkt orientiert sich stark an den Konzepten von Kubernetes.

Bei Containerd ist dieses übergeordnete Werkzeug historisch bedingt Docker selbst. Diese Abhängigkeit soll mittelfristig aber aufgelöst werden, so dass Containerd direkt mit Kubernetes genutzt werden könnte, ohne auf den Rest von Docker-Werkzeugen angewiesen zu sein. Das könnte langfristig auch wichtig für die Standardisierung der Technik unter Windows werden, sofern Microsoft dies unterstützt.

Sowohl Rkt als auch Containerd sind in der Lage, die von der Open Container Initiative (OCI) standardisierten Projekte ganz oder teilweise zu nutzen. Diese Arbeit umfasst wie zu erwarten vor allem Laufzeitumgebungen für Container.  (sg)


Verwandte Artikel:
Kubernetes und Openshift: Red Hat übernimmt Container-Spezialisten Core OS   
(31.01.2018, https://glm.io/132494 )
Containerd: Container-Laufzeit von Docker allgemein verfügbar   
(07.12.2017, https://glm.io/131549 )
Statt Docker und Kubernetes: Facebook braucht Tupperware für seine Container   
(24.10.2017, https://glm.io/130782 )
Cloud Native Con: Kubernetes 1.6 versteckt Container-Dienste   
(29.03.2017, https://glm.io/127021 )
Moby-Projekt: Docker bekommt eigenes Upstream-Projekt zum Basteln   
(21.04.2017, https://glm.io/127429 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/