Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/optane-memory-intel-laesst-den-festplatten-beschleuniger-wieder-aufleben-1703-126960.html    Veröffentlicht: 27.03.2017 18:18    Kurz-URL: https://glm.io/126960

Optane Memory

Intel lässt den Festplatten-Beschleuniger wieder aufleben

Unter der Bezeichnung Optane Memory bringt Intel SSDs mit 3D-Xpoint- statt Flash-Speicher raus. Die Idee ist die gleiche: Die kleinen Kärtchen sollen mit Festplatten kombiniert und als Cache verwendet werden. Testen konnten wir das aber noch nicht.

Intel hat den Optane Memory vorgestellt - vorausgegangen waren Ankündigungen seitens Partner wie Lenovo, welche die SSDs in ihren Thinkpads einsetzen wollen. Wer bei Optane Memory an Arbeitsspeicher denkt, liegt falsch: Es handelt sich um SSDs mit 16 oder 32 GByte Kapazität im M.2-2280-Formfaktor, wie er in aktuellen Desktops und Notebooks üblich ist. Statt Flash- wird ebenfalls nichtflüchtiger 3D-Xpoint-Speicher von Intel verlötet.

Der Optane Memory wird nicht einzeln als Produkt verwendet, sondern in Kombination mit klassischen Festplatten. Die liefern bis heute ein besseres Gigabyte-/Euro-Verhältnis als Flash-basierte SSDs, sind aber bei der Datentransferrate und vor allem bei der Zugriffszeit drastisch langsamer. Anders 3D Xpoint, der besonders geringe Latenzen aufweisen soll. Wie einst mit Braidwood sowie der 'Smart Response Technology' und wie bei SSHDs wird der Optane Memory daher als Cache vor die Festplatte geschaltet.

Für das System ist er unsichtbar, per Software (Intel Rapid Storage) werden exklusiv unter Windows 10 zu lesende Daten nach ein paar Starts auf den per PCIe Gen3 x2 angebundenen Optane Memory dupliziert. Dadurch soll unter anderem der Boot-Vorgang samt Betriebssystem flotter erfolgen und Programme und Spiele sollen schneller ansprechbar sein. Der 3D-Xpoint-Speicher soll aber auch als Schreib-Cache eingesetzt werden. Im Consumer-Segment spricht Intel von 80 und bei professionellen Anwendern von 114 Fällen, in denen Optane Memory für eine Beschleunigung sorgen soll.

Drastisch schneller als eine HDD - aber was ist mit SSDs?

Passend dazu zeigte der Hersteller mehrere Demos mit Desktopsystemen, in denen der 3D-Xpoint-Cache einem Rechner mit weniger Arbeitsspeicher zu mehr Leistung verhilft, wenn er mit einer Festplatte gekoppelt wird. Besonders drastisch war der Unterschied bei Adobes Photoshop Elements mit 2,5 zu 45,6 Sekunden und bei Microsofts Office Suite mit 13,8 zu 45,5 Sekunden.

Wie sich der Optane Memory gegen eine (NVMe-)SSD mit Flash-Speicher schlägt, verriet Intel nicht. Die Preise für die Steckkarten liegen bei 44 und 77 US-Dollar, was ziemlich viel ist. Die Idee an sich mag gut sein, aber nur, wenn die Kosten und die Leistung überzeugen. Ausprobieren können wir den Optane Memory erst in ein paar Wochen, wenn Intel die Muster zum Testen verschickt - denn entsprechende Thinkpads sind noch nicht lieferbar.

Voraussetzungen für den 3D-Xpoint-Cache sind die 200er-Chipsätze sowie Kaby Lake. Intels Testsystem nutzte aber einen Skylake-Chip.

Nachtrag vom 28. März 2017, 15:09 Uhr

Mittlerweile sind die beiden Produktseiten und das Datenblatt (PDF) online - und widersprechen sich: Die 16-GByte-Variante soll 900 und 145 MByte pro Sekunde lesend sowie schreibend erreichen, das 32-GByte-Modell immerhin 1.350 und 290 MByte pro Sekunde. Das PDF nennt allerdings 1.200 und 280 MByte pro Sekunde (QD4). Die IOPS liegen bei 190K/35K sowie 240K/65K, laut PDF aber bei bis zu 300K/70K (4KQD4). Die Leistungsaufnahme soll zwischen 1 und 3,5 Watt betragen und die Haltbarkeit 182,5 TByte in fünf Jahren.  (ms)


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