Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ohne-flash-und-silverlight-netflix-schliesst-html5-umzug-ab-1703-126900.html    Veröffentlicht: 23.03.2017 14:39    Kurz-URL: https://glm.io/126900

Ohne Flash und Silverlight

Netflix schließt HTML5-Umzug ab

Linux-Nutzer können künftig auch mit Firefox Netflix schauen. Der Umzug auf einen HTML5-Player auf allen unterstützten Browsern und Systemen ist damit abgeschlossen. Wichtiger Fokus der Arbeiten bleiben nun UHD und HDR im Browser.

Seit etwa vier Jahren arbeiten die Techniker des Streaminganbieters Netflix daran, den für den Dienst genutzten Player weg von dem Silverlight-Plugin hin zu einem HTML5-Player umzubauen. Wie aus einem Eintrag im Techblog von Netflix hervorgeht, ist dieser Übergang nun offenbar abgeschlossen, da der Player auf allen von dem Dienst unterstützten Browsern und Betriebssystemen genutzt werden kann.

"Dies ist ein großer Meilenstein für uns und unsere Partner, darunter Google, Microsoft, Apple und Mozilla, die das möglich gemacht haben", schreibt Netflix. Ob und wann sich Netflix vollständig von der Unterstützung des Silverlight-Plugins verabschiedet, ist derzeit noch nicht bekannt.

Netflix im Firefox auf Linux

Zuletzt hinzugekommen ist die Unterstützung für das Schauen von Netflix mit dem Firefox unter Linux, das künftig ohne weitere Probleme funktionieren sollte. Der Firefox verfügt seit Version 38 über die Encrypted Media Extensions (EME), mit denen das sogenannte Web-DRM umgesetzt werden kann. Zur Entschlüsselung ist zunächst das Primetime-CDM (Content Decryption Module) von Adobe genutzt worden.

Seit Ende 2015 kann dies für Netflix genutzt werden. Zusätzlich zu dem Primetime-CDM kann der Firefox seit vergangenem Sommer auch das Widevine-CDM von Google unter Windows und Mac OS X nutzen. Kurz darauf folgte schließlich die Unterstützung von Widevine unter Linux im Firefox. Um Letzteres zu nutzen, musste bisher noch der User-Agent-String verändert werden, was künftig entfällt. Mit Chrome kann der HTML5-Player von Netflix seit Herbst 2014 unter Linux genutzt werden.

Ultra-HD und HDR werden wichtiger

Künftig möchte Netflix die Möglichkeiten zum Streamen von Inhalten in 4K-Auflösung weiter ausbauen. Das Unternehmen hatte im vergangenen Dezember damit begonnen, Inhalte in 4K, das auch als Ultra-HD bezeichnet wird, für den Browser auszuliefern. Das beschränkte sich aber auf eine Kombination aus einem Kaby-Lake-Chip, Windows 10 sowie dem Edge-Browser von Microsoft.

Zusätzlich dazu sollen die Browser mit dem HTML5-Player künftig auch HDR darstellen können. Dass das prinzipiell kein Problem ist, zeigen von Netflix unterstützte Fernsehgeräte mit eingebauter Chromecast-Funktion. Diese nutzen bereits eine Version des Webplayers und unterstützen sowohl HDR10 als auch Dolby Vision.

Bis auf dem heimischen Rechner jedoch 4K-Videos mit HDR in einem beliebigen Browser angeschaut werden können, wird wohl noch einige Zeit vergehen. Immerhin sind dazu auch noch einige Arbeiten zur Standardisierung von Webtechniken notwendig.  (sg)


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