Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/anklage-russland-soll-an-yahoo-hack-schuld-sein-1703-126760.html    Veröffentlicht: 16.03.2017 11:00    Kurz-URL: https://glm.io/126760

Anklage

Russland soll an Yahoo-Hack schuld sein

US-Ermittler werfen den russischen Geheimdiensten vor, gemeinsam mit kriminellen Hackern Yahoo angegriffen zu haben. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen - in verschiedenen Ländern.

Das US-Justizministerium hat Anklage gegen vier russische Hacker erhoben, die für den Angriff auf 500.000 Yahoo-Nutzerkonten verantwortlich sein sollen. Die russische Regierung soll die erhobenen Informationen genutzt haben, um Ziele in den USA auszuspionieren, darunter das Weiße Haus und Angehörige des Militärs, wie die New York Times berichtet.

Bei dem Angriff wurden Informationen zu 500.000 Nutzerkonten kopiert, außerdem Teile des Quellcodes von Yahoo. Mit den Informationen sollen falsche Cookies erstellt worden sein, die einen Zugriff auf Nutzerkonten ohne das Passwort ermöglicht haben sollen. Die Nutzerkonten wurden den Unterlagen zufolge gezielt nach Nicht-Yahoo-E-Mail-Adressen als Wiederherstellungsadresse durchsucht, um gezielte Angriffe gegen weitere Personen durchführen zu können.

Spionage auch gegen russische Ziele

Die Spionage soll sich auch gegen russische Regierungsmitarbeiter gerichtet haben, möglicherweise wurden also die Informationen zur Spionageabwehr und Überprüfung mutmaßlicher Doppelagenten genutzt. Zwei der Angeklagten werden mit den russischen Geheimdiensten in Verbindung gebracht, einer der Verdächtigen wurde bereits im vergangenen Dezember verhaftet - allerdings von russischer Seite. Damals hatte es Berichte über angebliche Doppelagenten im russischen Geheimdienst FSB gegeben.

Zwei weitere Verdächtige kommen aus dem kriminellen Milieu. Ein russischer Hacker wurde bereits in drei weiteren Fällen angeklagt, ein weiterer Verdächtiger stammt aus Kasachstan und lebt derzeit in Kanada.

Die Ermittlungen sollen bereits seit zwei Jahren laufen. Das verwundert, weil Yahoo noch im vergangenen Sommer nichts von den Angriffen gewusst haben will. Separate Ermittlungen wegen des ebenfalls bekanntgewordenen Angriffs gegen eine Milliarde Nutzerkonten dauern noch an.  (hg)


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