Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/fiberglas-und-magneten-wabbeliger-quadcopter-uebersteht-stuerze-1703-126687.html    Veröffentlicht: 13.03.2017 12:51    Kurz-URL: https://glm.io/126687

Fiberglas und Magneten

Wabbeliger Quadcopter übersteht Stürze

Forscher an der EPFL in Lausanne haben eine Drohne entwickelt, die dank eines flexiblen Rahmens Stürze unbeschadet überstehen soll. Der Hauptteil der Elektronik befindet sich in einem separaten Gehäuse, das durch Magneten und Gummibänder gehalten wird - und sich nach einem Sturz von selbst wiedereinsetzt.

Multicopter sind empfindliche elektronische Geräte, die Stürze oftmals nicht heil überstehen. Wissenschaftler der Ecole Polytechnique Fédéral de Lausanne (Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne, EPFL) haben eine Drohne entworfen, die deutlich widerstandsfähiger gegen Abstürze sein soll.

Das Flugobjekt besteht aus zwei Teilen: einem Rahmen aus glasfaserverstärktem Kunststoff, gemeinhin auch als Fiberglas bezeichnet, und einem Kernstück aus hartem Kunststoff. Der Rahmen ist aufgrund einer Dicke von nur 0,3 mm biegbar, ohne seine Form zu verlieren. Auf ihm sitzen die vier kleinen Rotoren, die restlichen technischen Komponenten sind im Kernstück untergebracht.

Kernstück wird magnetisch gehalten

Dieses wird mit Hilfe von Magneten in der Mitte des Quadcopters gehalten, die Daten- und Stromverbindung erfolgt ebenfalls über die Magnetverbindungen. Zusätzlich wird das Kernstück über Gummibänder gesichert. Diese tragen nicht zur Fixierung bei, sondern dienen im Falle eines Absturzes zur Sicherung.

Stürzt die Drohne auf den Boden oder prallt gegen ein Hindernis, verformt sich der Rahmen; das Kernstück löst sich. In Sekundenbruchteilen findet der Fiberglasrahmen wieder zu seiner ursprünglichen Form zurück, das Kernstück wird dabei mit Hilfe der Gummibänder in die zentrale Position zurückbewegt.

Copter kann nach Absturz weitergeflogen werden

Dadurch kann der Copter nach einem Absturz direkt weitergeflogen werden, wie die EPFL-Forscher in einem Video zeigen. Laut eigenen Angaben haben sie die Drohne über 50-mal aus zwei Metern Höhe abstürzen lassen, ohne dass es zu Schäden am Gerät gekommen ist.

Aufgrund der Bauweise ist der Copter nicht auf nur vier Rotoren beschränkt, sondern kann auch mit mehr Motoren konstruiert werden. Wann und ob das Konzept zur Marktreife kommen wird, ist aktuell nicht bekannt.  (tk)


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