Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/mittelerde-schatten-des-krieges-computergenerierte-orkfreunde-im-anmarsch-1703-126612.html    Veröffentlicht: 08.03.2017 16:40    Kurz-URL: https://glm.io/126612

Mittelerde Schatten des Krieges

Computergenerierte Orkfreunde im Anmarsch

Drachenreiten, abwechslungsreiche Regionen und spektakuläre Grafik - alles schön und gut. Der spannendste Moment bei der Präsentation von Mittelerde: Schatten des Krieges war aber, als ein computergenerierter Ork etwas Besonderes getan hat.

Es steht nicht gut um Talion, der Hauptfigur in Mittelerde: Schatten des Krieges. Mit seiner Armee hat er die Festung eines gewissen Ur-Hakon the Dragon gestürmt. Aber jetzt ist der Verteidiger gerade dabei, Talion in mindestens zwei Teile zu zerhackstückeln. Der fiese Ork freut sich schon - da passiert etwas Unerwartetes: Ein Verbündeter von Talion feuert von einer Burgzinne aus mit seiner Armbrust einen Bolzen auf den Verteidiger. Und rettet Talion damit das Leben.

Das Besondere daran: Den Armbrustschützen hat weder der Spieler gesteuert noch hat ihm ein Skript des Programms einen Befehl erteilt. Stattdessen haben ihm seine Algorithmen gesagt, dass er sich zuerst als Spion in die Festung des Gegners schleichen und dann eben Talion in brenzligen Situationen beistehen soll. Er hat also weitgehend auf eigene Faust gehandelt, wie uns die Entwickler von Monolith erklären, die uns Mittelerde: Schatten des Krieges vor ein paar Tagen im Rahmen der GDC 17 vorgestellt haben.

Die Hilfe durch den Spion und Armbrustschützen hat deshalb funktioniert, weil das aus dem Vorgänger bekannte Nemesis-System nun deutlich erweitert wurde. Es generiert nun nicht mehr relativ glaubwürdige Hierarchien, persönliche Abneigungen und bestimmte Verhaltensmuster innerhalb der feindlichen Armee. Sondern eben auch bei den Verbündeten von Talion, die sich nun glaubwürdig loyal und hilfsbereit geben sollen - aber auch mal feindselig und verräterisch, so die Entwickler.

Abgesehen von diesem einen, fast ein bisschen magischen Moment mit dem Armbrustbolzen in letzter Sekunde, hatte die Schlacht um die Festung übrigens noch sehr viel mehr zu bieten. Es gab mehrere Angriffswellen, fast schon grotesk aufwendige Spezialeffekte mit Feuerwellen und berstenden Mauern und am Ende einen Kampf mit Ur-Hakon the Dragon.

Der sitzt, nachdem Talion seine Burg gestürmt hat, auf seinem Thron und applaudiert sogar noch herablassend, dann muss er aber selbst im Zweikampf antreten, den er natürlich nicht übersteht. Anschließend darf Talion die eroberte Festungsanlage und damit die gesamte Region einem seiner Verbündeten zur Verwaltung unterstellen - was natürlich wieder neue Freundschaften, aber auch Enttäuschungen und damit möglicherweise Verrat in den eigenen Reihen bedeuten könnte.

Mehr Mordor

Eine weitere wichtige Änderung gegenüber Mordors Schatten betrifft die Welt an sich. Sie soll wesentlich größer sein und aus ganz vielen Regionen bestehen, in denen unterschiedliche Orkstämme das Sagen haben - natürlich nur solange, bis Talion und seine Streitmacht sich die jeweilige zentrale Festung unter den Nagel gerissen haben. In einer kurzen Gameplay-Sequenz war etwa ein im Süden lebender Stamm von Orks zu sehen, die sich als Jäger verstehen und sich mit Wolfsschädeln als Kopfbedeckung schmücken.

Auch soll es mindestens eine menschliche Stadt geben, nämlich Minas Morgul, in der wir unterwegs sein können und die wir offenbar zurückerobern müssen. Allzu viele Details über die Welt wollten die Entwickler vorerst aber nicht verraten.

Immerhin deuteten sie an, dass die Rollenspielelemente deutlich ausgebaut werden sollen und es viel mehr Ausrüstung geben soll - auch die Rüstung und Waffen von Feinden soll Talion übernehmen können.

Die Hauptfigur wird aber auch um neue Fähigkeiten erweitert. Talion kann mit der Kraft des einen Ringes etwa Feinde auf seine Seite ziehen, was schick mit blau glühenden Augen und allerlei Hokuspokus in Szene gesetzt ist. Getoppt wird das dann eigentlich nur noch durch eines: das Drachenreiten. Ganz am Ende der Demonstration durfte sich der Held auf den Rücken eines solchen Biestes schwingen und aus der Luft Wachtürme per Feueratem zerstören, Bodentruppen angreifen und noch mehr.

Bei der Präsentation hat Mittelerde: Schatten des Krieges über weite Strecken einen irrsinnig aufwendigen Eindruck gemacht. Animationen, Effekte und die tolle Atmosphäre deuten darauf hin, dass Monolith an einem extrem aufwendigen und ambitionierten Titel arbeitet. Hierzulande soll er am 24. August 2017 - während der Gamescom - erscheinen, und zwar für Xbox One, Playstation 4 und Windows-PC.  (ps)


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