Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bytecode-fuers-web-webassembly-ist-fertig-zum-ausliefern-1703-126474.html    Veröffentlicht: 01.03.2017 13:42    Kurz-URL: https://glm.io/126474

Bytecode fürs Web

Webassembly ist fertig zum Ausliefern

Alle großen Browserhersteller sind sich einig: Die erste Version von Webassembly ist fertig zum Ausliefern. Der Teilersatz für Javascript verlässt damit die Vorschauphase und soll künftig durch eine breite Nutzerbasis verbessert werden.

In einer Konsensentscheidung beenden die Hersteller der Browser Chrome, Edge, Firefox und Webkit die Vorschauphase des Webassembly-Projekts (Wasm). Bei Wasm handelt es sich um eine Laufzeitumgebung sowie ein einheitliches Ziel von kompilierten Programmen im Web. Mit der Entscheidung erreicht das Projekt den Status des Minimum Viable Product (MVP) - das kleinstmögliche verwendbare Produkt.

Der Ankündigung zufolge seien die Wasm-API sowie das Binärformat insofern komplett, als dass deren Design ohne weitere Erfahrung bei der Implementierung und eine signifikante Nutzerbasis nicht verbessert werden könne. Die Hersteller sollen zudem damit beginnen können, Wasm standardmäßig aktiviert in ihren Browsern auszuliefern.

Zusätzlich zu dem Binärformat sowie der Javascript-API zum Zugriff auf Wasm umfasst der getroffene Konsens auch die Referenzimplementierung eines Interpreters für Wasm. Darüber hinaus stehen über die verschiedenen Browser hinweg funktionierende Werkzeuge auf Basis von Emscripten bereit, die es ermöglichen, Code in C beziehungsweise C++ nach Wasm zu kompilieren. Für interessierte Entwickler steht außerdem eine umfangreiche Dokumentation bereit.

Nachdem die Arbeiten an Wasm bisher in einer Community-Gruppe des World Wide Web Consortiums (W3C) koordiniert worden sind, soll künftig eine W3C-Arbeitsgruppe gegründet werden, die Wasm offiziell standardisieren soll. Bis dahin werde Wasm aber wie bisher über die beteiligte Community weiterentwickelt.

Einheitlicher Bytecode fürs Web

Dank Wasm sollen Browser künftig in der Lage sein, auch vergleichsweise sehr komplexe Anwendungen wie etwa Spiele nativ auszuführen. Das Projekt wird als standardisierter Ersatz für ähnliche Ideen wie Googles Portable Native Client oder auch Asm.js positioniert, soll aber insbesondere schneller als Asm.js sein. Javascript soll dabei aber explizit nicht vollständig ersetzt werden, sondern lediglich durch Wasm in einigen Teilbereichen komplementiert werden.

Die Arbeiten an Wasm sind im Sommer 2015 öffentlich begonnen worden, seit Anfang November vergangenen Jahres steht der Release Candidate des nun verfügbaren MVP zum Testen in verschiedenen Browsern bereit. Es ist davon auszugehen, dass zumindest Chrome und Firefox mit Versionen, die in diesem Frühjahr erscheinen, Wasm ausliefern. Die anderen Browser sollten folgen.  (sg)


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