Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ausfall-massive-probleme-bei-amazon-web-services-1702-126459.html    Veröffentlicht: 28.02.2017 20:35    Kurz-URL: https://glm.io/126459

S3 Cloud Storage

AWS-Ausfall legt zahlreiche Dienste über Stunden lahm

Amazon wollte zuerst nicht von einem Ausfall sprechen, die Nutzer schon: Das AWS-Rechenzentrum US-East-1 meldete "erhöhte Fehlerraten" beim Cloud-Dienst S3. Zahlreiche Webdienste waren nicht erreichbar, auch die Fire-TV-Dienste und Amazon Music konnten nicht genutzt werden.

Amazon hatte am gestrigen Abend offenbar größere Probleme mit seinem AWS-Rechenzentrum US-East-1. Das Unternehmen sprach zunächst nicht von einem Ausfall, sondern von "erhöhten Fehlerraten" beim Cloud-Dienst S3, was sich aber nicht mit den Erfahrungen vieler Nutzer deckt. Der Ausfall soll um etwa 19 deutscher Zeit begonnen haben und dauerte bis etwa 23 Uhr an. Auch The Next Web berichtet darüber.

Mehrere Dienste, darunter auch die Seite Isitdownrightnow.com und der Dienst Quora, funktionieren als Folge der Störungen nicht. Informationen über die Fehlerursache gibt es aktuell nicht. Isitdownrightnow.com gab aber einen Fehler beim Host als Ausfallursache an, der DDoS-Schutz von Cloudflare soll nicht betroffen sein - das spricht für Probleme bei Amazon selbst.

Zahlreiche Fehlermeldungen

Auf Twitter berichten zahlreiche Nutzer vor allem aus den USA über Probleme, auch der Chatdienst Slack schrieb: "Du hast vielleicht Probleme beim Hochladen von Dateien bemerkt. Mach dir keine Sorgen: Wir arbeiten daran, dass sich die Dinge so schnell wie möglich wieder normalisieren."

Zuletzt hatte ein Rechenzentrum von Amazon größere Probleme während des Angriffs durch das Mirai-Botnetz im vergangenen Jahr, weil eines der Rechenzentren nicht über Amazons eigenen DNS-Dienst Route 53, sondern den von Dyn angebunden war. Damals waren eine Reihe größerer Webdienste, unter anderem Twitter und Spotify, ebenfalls betroffen.

S3 ist Amazons Angebot für skalierbaren Cloud-Speicher. Die Einnahmen aus dem Cloud-Geschäft waren zuletzt stark angestiegen und machen rund zehn Prozent des Gesamtumsatzes aus. Eine andere wichtige Einnahmequelle des Unternehmens ist das Wachstum bei den Prime-Abonnenten.

Nachtrag vom 28. Februar 2017, 22:13 Uhr

Amazon hat nach eigenen Angaben mit Reparaturarbeiten begonnen und erwartet Verbesserungen "innerhalb einer Stunde". Der Ausfall ist offenbar deutlich größer als zunächst angenommen, zahlreiche Dienste in Amazons Rechenzentrum in Virginia sind betroffen. Auch Dienste wie Fire TV und Amazons Prime-Video und Musikstreaming funktionieren derzeit scheinbar nicht.

Nachtrag vom 1. März 2017, 9:06 Uhr

Die Störungen sind mittlerweile behoben, wir haben die Meldung entsprechend aktualisiert. Einen Grund für den Ausfall hat Amazon bislang noch nicht genannt. Der Ausfall behinderte auch Amazons Fähigkeit, das eigene Erreichbarkeits-Dashboard zu aktualisieren, daher wurde der Ausfall dort erst verspätet gemeldet.  (hg)


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