Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/nokia-3-5-und-6-im-hands-on-ein-guter-neuanfang-ist-gemacht-1702-126430.html    Veröffentlicht: 28.02.2017 07:00    Kurz-URL: https://glm.io/126430

Nokia 3, 5 und 6 im Hands on

Ein guter Neuanfang ist gemacht

HMD Global zeigt auf der Mobilfunkmesse gleich drei neue Android-Smartphones mit Nokia-Schriftzug: Nokia 3, 5 und 6 bewegen sich im Einsteiger- und Mittelklassebereich, haben uns im ersten Hands on aber positiv überrascht - besonders die Verarbeitung, die Displays und der installierte Google Assistant.

Drei Nokia-Smartphones hat HMD Global, das finnische Unternehmen hinter den Android-Geräten, auf dem Mobile World Congress (MWC) 2017 vorgestellt. Das Nokia 3 und das Nokia 5 sind Neuvorstellungen, für das Nokia 6 wurde die globale Verfügbarkeit bekanntgegeben.

Der Hype um die Geräte wie auch das Featurephone Nokia 3310 ist hoch: Am Nokia-Stand hat HMD Global eine kleine Ecke, die am Morgen nach der Pressekonferenz besser gefüllt war als der restliche Bereich des Standes. Golem.de hat sich die neuen Nokia-Smartphones mit Android in einem ersten Kurztest angeschaut - und ein wenig von der Nostalgie-Welle aufgeschnappt.

Das Top-Modell der neuen Nokia-Smartphones ist das bereits Anfang Januar 2017 in China vorgestellte Nokia 6. Auf dem MWC hat HMD Global nun den globalen Verkauf des Smartphones bekanntgegeben. Das Nokia 6 ist ein Smartphone im Mittelklassesegment, der Preis ist mit 230 Euro entsprechend.

Nokia 6 mit tollem Gehäuse

Von der Verarbeitung des Gehäuses und dessen Design her wirkt das Nokia 6 nicht wie ein Smartphone dieser Preisklasse: Der Metall-Body hat einen auffällig geschliffenen Rahmen, das Design erinnert uns an frühere Nokia-Smartphones mit Windows Phone. Die Verarbeitung ist hoch, insgesamt gefällt uns das Smartphone außerordentlich gut.

Das 5,5-Zoll-Display hat eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln und ist sehr blickwinkelstabil. Inhalte werden scharf genug angezeigt, insgesamt macht der Bildschirm auf uns einen sehr guten Eindruck. Unterhalb des Displays befinden sich drei Sensor-Navigationstasten, der Homebutton fungiert gleichzeitig als Fingerabdrucksensor.

16-Megapixel-Kamera mit Dual-Blitz

Auf der Rückseite ist eine 16-Megapixel-Kamera eingebaut, die einen zweifarbigen Dual-Blitz hat. Die auf dem Messestand von HMD Global von uns gemachten Bilder wirken auf dem Display des Smartphones gut, eine abschließende Beurteilung konnten wir aber nicht vornehmen.

Auslieferung mit Android 7

Das Nokia 6 wird mit Android 7.1.1 ausgeliefert, also mit der aktuellen Version von Googles Betriebssystem. HMD Global verwendet unverfälschtes Android, was schnelle Updates ermöglichen soll. Auf allen von uns angeschauten Modellen war bereits der Sicherheitspatch vom 1. März installiert.

Auch der Google Assistant ist auf dem Nokia 6 und den anderen Geräten installiert; er wird durch längeres Drücken des Homebuttons aktiviert. Ausprobieren konnten wir ihn nicht, da wir über keine Internetverbindung in der Halle verfügten. Auch die Akkulaufzeit konnten wir noch nicht überprüfen, der eingebaute Akku hat eine Nennladung von 3.000 mAh.

Prozessor aus dem unteren Mittelklassebereich

Mit seinem Snapdragon-430-Prozessor und 3 GByte Arbeitsspeicher reicht das Nokia 6 für alltägliche Arbeiten problemlos aus. Bei anspruchsvolleren Anwendungen wie beispielsweise grafisch aufwendigen Spielen hingegen kommt das SoC an seine Grenzen. Die schwarze, etwas teurere Sonderedition mit 4 GByte RAM und 64 statt 32 GByte Flash-Speicher kommt mit dem gleichen Prozessor.

Das Nokia 5 ist technisch etwas schwächer ausgestattet als das Nokia 6. Das Gehäuse ist ebenfalls aus Metall, das Design ist allerdings runder als das des Nokia 6. Aufgrund der abgerundeten Kanten liegt das Smartphone sehr gut in der Hand, die Verarbeitung ist auch hier hoch.

Nokia 5 mit kleinerem Display und gleichem Prozessor wie Nokia 6

Das Display hat eine Größe von 5,2 Zoll, die Auflösung beträgt 1.280 x 720 Pixel. Bei näherem Hinsehen ist hier bereits ein Treppeneffekt erkennbar. Die Blickwinkelstabilität ist aber immer noch gut. Im Inneren arbeitet wie beim Nokia 6 der Snapdragon 430, der Arbeitsspeicher ist 2 GByte groß, der Flash-Speicher 16 GByte - ein Steckplatz ist wie bei den anderen beiden Modellen vorhanden.

Die Kamera auf der Rückseite hat 13 Megapixel und ebenfalls einen zweifarbigen Dual-Blitz. Die Bildqualität ist etwas weniger gut als die des Nokia 6, aber immer noch gut genug für ein Smartphone dieser Preisklasse - das Nokia 5 kostet 180 Euro. Der Akku hat eine Nennladung von 3.000 mAh, zur Laufzeit macht HMD Global keine Angaben. Nach unserem kurzen Test können wir natürlich noch keine Aussage zur Akkulaufzeit machen.

Von der Leistung her liegt das Nokia 5 in unserem Test nahe beim Nokia 6, lediglich bei vielen offenen Apps dürfte die Leistung aufgrund des geringeren Arbeitsspeichers niedriger sein. Das Gerät wird ebenfalls mit Android 7.1.1 und dem Google Assistant ausgeliefert.

Nokia 3 mit schwächster Hardware, aber schönem Design

Das Nokia 3 ist mit einem Preis von 140 Euro das preiswerteste der drei neuen Nokia-Smartphones und auch das technisch am schwächsten ausgestattete. Das Display ist 5 Zoll groß und hat eine Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln, was für eine ausreichend scharfe Darstellung ausreicht - allzu genau sollte man aber nicht hinschauen.

Das Gehäuse hat eine Kunststoffrückseite und einen Metallrahmen und ist gut verarbeitet. Im Inneren arbeitet Mediateks MTK6737, ein Quad-Core-Prozessor mit einer maximalen Taktrate von 1,3 GHz. Zusammen mit 2 GByte Arbeitsspeicher und 16 GByte Flash-Speicher reicht das für eine flüssig laufende Nutzeroberfläche, bei anspruchsvolleren Anwendungen dürfte das Nokia 3 aber recht schnell an seine Grenzen kommen.

Nokia 3 hat eine Schnappschuss-Kamera

Die Kamera ist verglichen mit den beiden anderen neuen Nokia-Smartphones merklich schlechter: Sie hat 8 Megapixel und zeigt Details eher verwaschen an. Für gelegentliche Schnappschüsse dürfte das jedoch ausreichen.

Der Akku des Nokia 3 ist mit 2.650 mAh etwas kleiner als bei den anderen beiden Modellen, auch hier können wir noch keine Aussage zur Akkulaufzeit machen. Das Smartphone unterstützt wie auch das Nokia 5 und das Nokia 6 Cat4-LTE und WLAN nach 802.11a/b/g/n - manch anderes preiswerte Android-Smartphone bedient hier nur die Frequenz 2,4 GHz. Ausgeliefert wird das Nokia 3 mit Android 7.0, also nicht mit der aktuellen Version von Nougat. Dafür ist auch hier bereits der Google Assistant vorinstalliert.

Fazit

"HMD Global bringt drei Nokia-Smartphones im Einsteiger- und Mittelklassebereich" - wir hatten bei dieser Nachricht die Befürchtung, der Name eines nächsten großen Unternehmens könne für billige Geräte verheizt werden. Nokia 6, 5 und 3 zeigen aber, dass alte Marken durchaus auch stilvoll wiederbelebt werden können.

Besonders das Nokia 6 gefällt uns sehr gut: Für 230 Euro kennen wir kaum ein anderes Smartphone mit derartig guter Verarbeitung und Design. Die Hardware ist ebenfalls gut, besonders das Display und die Kamera. Schade finden wir, dass nur ein Snapdragon 430 verbaut wurde - mit einem 625er würde uns das Gerät noch besser gefallen und eine uneingeschränkte Empfehlung von uns bekommen.

Das Nokia 5 ist technisch weniger gut ausgestattet, bietet aber immer noch alles, was ein Mittelklasse-Smartphone können sollte. Die Kamera macht gute Fotos, das Gehäuse ist aus einem Block Aluminium gefräst - keine Selbstverständlichkeit bei diesem Preis.

Das Nokia 3 ist ein klassisches Einsteiger-Smartphone für 140 Euro, das uns hauptsächlich mit seinem gut verarbeiteten Gehäuse überzeugt. Die Kamera reicht für Schnappschüsse aus, aber von der Qualität nicht an die der anderen beiden Modelle heran.

Preislich sind die Nokia-Smartphones nicht ohne Alternativen: Das Honor 5x beispielsweise kostet beim Hersteller direkt mit 200 Euro 30 Euro weniger als das Nokia 6, bietet dafür aber einen besseren Prozessor und eine Dual-Kamera. Für das Nokia 6 sprechen aber Aussehen und Verarbeitung; HMD Global wird sich sicherlich erhoffen, auch mit dem Markennamen Nokia punkten zu können.

Dass dies ein lohnenswerter Ansatz sein könnte, zeigt sich bereits auf dem MWC 2017: Der kleine Bereich von HMD Global ist gut besucht, die Besucher der Messe interessieren sich für die neuen Nokia-Geräte. Mit den ersten drei Smartphones hat der Hersteller einen guten Anfang gemacht - jetzt bleibt abzuwarten, ob dieser Eindruck auch längerfristig ist.  (tk)


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