Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/wacoms-intuos-pro-paper-im-test-weg-mit-digital-her-mit-stift-und-papier-1702-126285.html    Veröffentlicht: 22.02.2017 09:07    Kurz-URL: https://glm.io/126285

Wacoms Intuos Pro Paper im Test

Weg mit digital, her mit Stift und Papier!

Jede Menge Anpassungsmöglichkeiten, Präzision und jetzt auch Papier als Zeichenmedium: Zum ersten Mal kann ein professionelles Wacom-Stift-Tablet klassische Skizzen digitalisieren. Die Software und der Drahtlostreiber machen aber noch Probleme.

Wenn es um Stift-Tablets geht, führt an Wacom momentan kaum ein Weg vorbei. Die Marke Intuos steht für präzise und zuverlässige Stift-Tablets, die auf Grafikdesigner und Künstler abzielen. Allerdings hat sich in den vergangenen Jahren bis auf den Namen und das Zubehör nicht allzu viel an den schwarzen Geräten geändert. Das wollen die Japaner mit dem Intuos Pro Paper Edition ändern, das einen Digitizer für Handschriftnotizen oder Zeichnungen auf echtem Papier hat.

Wem das bekannt vorkommt: Eine ähnliche Technik haben bereits andere Wacom-Produkte wie das Bamboo Slate oder das Bamboo Folio integriert; diese Einsteigergeräte sind aber ausschließlich für die Nutzung mit Papier gedacht. Das neue Gerät verbindet nun umfassende Digital- mit Papierfunktionen - und das ziemlich überzeugend. Leider sind die zugehörige Inkspace-Software und der Treiber noch nicht richtig ausgereift und verschenken Potenzial dort, wo eine durchdachte Hardware zugrunde liegt.

Ein aufpolierter alter Bekannter

Der erste Blick auf den Karton suggeriert uns sofort: Wir haben es hier mit einem Produkt für Kreative zu tun. Wir öffnen ihn wie ein Buch und ziehen aus einer separaten Verpackung unser Gerät hervor. Beim Auspacken stellen wir fest, dass sich die obere Schale unseres Musters leicht vom unteren Teil löst, vor allem beim Halten mit einer Hand. Der Grund dafür: Wacom verkauft separate Schalen zum Wechseln, die unterschiedlich rau texturiert sind. Das soll dem Kunden mehr Individualisierungsmöglichkeiten geben.

Unser Testgerät ist das Modell in der Large-Variante. Es wiegt 1.300 Gramm und misst 430 x 287 mm bei einer aktiven Zeichenfläche von 311 x 216 mm. Das entspricht ein wenig mehr als einem DIN-A4-Blatt. Daher eignet sich unser Muster besonders gut zum Digitalisieren von Papierzeichnungen und -schriften. Das große Gehäuse benötigt allerdings auch viel Platz auf dem Schreibtisch.

Das Stift-Tablet basiert auf der gleichen Plattform wie das aktuelle Intuos Pro L und hat nur einen zusätzlichen integrierten Papier-Digitizer. Wir können es also ebenfalls drahtlos via Bluetooth oder per USB-Typ-C betreiben und über Multi-Touch mit den Fingern beziehungsweise mit dem neuen Eingabestift Wacom Pen 2 bedienen. Bei Vorgängermodellen wie dem Intuos 5, das verwirrenderweise mittlerweile auch Intuos Pro heißt, mussten die Drahtlosfunktion per USB-Dongle und die Touch-Eingabe gegen einen Aufpreis dazugekauft werden.

Doch nicht nur das hat Wacom geändert, auch äußerlich erkennen wir einige Designfeinschliffe. Das Gehäuse ist etwa halb so dick wie das des Intuos 5 und in mattem Kunststoff gehalten; Vorgängermodelle hatten eine Gummibeschichtung. Die Untergrundplatte aus Kunststoff wurde durch Aluminium ersetzt.


Die typische, nach persönlichen Vorlieben anpassbare Expresskeys-Leiste inklusive Touch-Ring besteht aus einzelnen Kunststoffbauteilen und ist nicht wie das Vorgängermodell mit Gummi überzogen, wodurch sie stärker auffällt. Wir finden die Designentscheidungen sinnvoll. Sie lassen das Gerät etwas hochwertiger aussehen, ohne den typischen Wacom-Stil zu verfälschen.

An einer Seite des Gerätes machen wir zwei verschiedene Schalter aus. Zum einen können wir mit der Power-Taste unser Gerät jederzeit an- oder ausschalten. Das funktioniert aber nur, wenn wir das Gerät kabellos verwenden. Ist es mit einem Kabel angeschlossen, passiert beim Betätigen dieser Taste nichts. Zum anderen können wir mit dem zweiten Schiebeschalter den Multi-Touch-Digitizer hinzuschalten. Auf der anderen Seite unseres Stift-Tablets stecken wir das USB-Type-C-Kabel ein, das jedoch am anderen Ende in einen Full-Size-USB-Port am Computer passt. Damit ist unser Testgerät das erste Modell mit USB-Typ-C. Der Vorteil ist, dass sich das Kabel in beliebige Richtungen anstecken lässt. Eine Leistungsverbesserung oder niedrigere Verzögerung zu etwa einem Intuos 5 konnten wir aber nicht feststellen.


Neben dem Gerät selbst finden wir diverses Zubehör in der Verpackung, darunter einen Klemmbügel, um unsere Papierunterlage am Gerät zu fixieren, den Wacom Pen 2, einen Sockel für ihn inklusive zehn Ersatzstiftspitzen, den Finetip Pen mit drei Ersatzspitzen und eine schicke Federtasche zum Verstauen all dieser Dinge. Für ein wenig Individualität können wir unseren Wacom-Eingabestift mit einem von vier mitgelieferten Farbringen versehen. Den Papier-Digitizer können wir auf dem ebenfalls enthaltenen Grundvorrat an Papier ausprobieren.

Die ungewöhnliche Menge an Zubehör überrascht uns positiv, da das Paper Edition selbst für ein Intuos-Produkt mit vielen Zusatzteilen ausgeliefert wird. Wir müssen jedoch besonders auf die Ersatzspitzen des Finetip Pen achten, wie wir feststellen.

Der Kugelschreiber ist als einziges Werkzeug zu wenig

Gut, dass wir von Wacom drei Ersatzspitzen für unseren Finetip Pen mitgeliefert bekommen, denn eine einzelne Spitze würde uns nicht lange Freude machen. Der Grund: Ausschließlich mit diesem kugelschreiberartigen Eingabestift können wir unsere analogen Skizzen in die digitale Ebene übertragen, der Pro Pen 2 ist dafür nicht geeignet.


Das hat wohl technische Gründe: Im Stift ist eine Metallspule eingebaut, die vom Tablet durch elektromagnetische Felder erfasst wird. Er wird durch Induktion mit Energie gespeist und kann dadurch ein Signal an das Tablet senden. Dieses speichert die Position des Stiftes anhand dieses Signals mehrmals pro Sekunde und erzeugt so das digitale Abbild unserer Papierzeichnung. Die Wissenschaft nennt dieses Verfahren elektromagnetische Resonanz oder EMR. Der Vorteil ist, dass der Stift nicht durch eine eigene Energiequelle wie etwa Microsofts Stift für das Surface Pro 4 betrieben werden muss - eine Sorge weniger.

Einfach nutzbare, aber durch den Stift eingeschränkte Papierfunktion

Papier als Zeichenmedium auf dem Stift-Tablet zu nutzen, ist selbsterklärend und einfach. Wenn wir den Kugelschreiber über die Sensorfläche des Stift-Tablets heben, wechselt das Gerät automatisch in den separaten Papiermodus. Das erkennen wir an dem leuchtenden LED-Kreuz, das sich in der Mitte des Touch-Ringes befindet. Leuchtet es grün, können wir mit dem Zeichnen auf beliebigem Papier beginnen. Sobald wir den ersten Strich ziehen, wechselt das Kreuz von Grün zu Blau und das Stift-Tablet beginnt, Bewegungen des Stifts aufzuzeichnen.

Dabei ist es fast egal, auf welchem Material wir unsere Striche ziehen. Unser Testgerät erkennt selbst Eingaben auf Pappe mit einer Dicke von 5 mm oder ganz ohne Unterlage. Zum Stabilisieren des Zeichenmediums können wir das mitgelieferte Klemmbrett benutzen. Es sitzt passgenau am oberen Rand des Tablets auf, ist jedoch etwas zu kurz geraten, so dass circa ein Millimeter des eingeklemmten Papiers nicht vom Digitizer erfasst werden kann.

Generell müssen wir den Stift innerhalb der weiß markierten Grenzen halten. Bei unserem Testmuster in der Large-Variante ist das kein Problem, da die Zeichenfläche größer als ein DIN-A4-Blatt ist. Anders könnte es bei der Mediumversion aussehen, auf der Kunstwerke auf das kleinere A5-Format beschränkt sind.

Wenn wir auf beliebigem Papier Linien ziehen, fehlen uns schnell zusätzliche Werkzeuge wie weiche Bleistifte oder Radiergummis. So zeichnen wir vorab unsere Hilfslinien selbst und ziehen dann mit dem Finetip Pen nach. Schattierungen oder in der Breite und Intensität variierende Pinselstriche sind so gar nicht digitalisierbar, wir greifen daher zur Methode der Kreuzschraffur, um unseren Werken etwas mehr Tiefe zu verleihen.

So sind wir in jedem Fall auf ein digitales Bildbearbeitungsprogramm wie Photoshop, GIMP oder Sketchbook für Detailarbeiten und Kolorierung angewiesen. Das Wacom-Programm Inkspace ist dazu nämlich nicht geeignet - neben anderen kleinen Makeln, die in der Summe diese Software zwar nutzbar, aber unausgereift machen.

Das lange Warten auf den Scan

Gerade bei der Software, die in Ergänzung mit dem Papier-Digitizer unsere Werke digital übertragen soll, sehen wir Verbesserungsbedarf. Grundsätzlich ist sie eingängig und leicht zu bedienen. Sobald wir den Knopf in der Mitte des Touch-Rings drücken, während er blau leuchtet, werden alle aufgezeichneten Strichzüge auf dem Stift-Tablet abgespeichert. Inkspace erkennt die neuen Daten und überträgt diese zum Bearbeiten vom Gerät auf den Computer.


Wenn wir mit dem Finetip Pen wieder über unser Stift-Tablet fahren, können wir eine erneute Eingabe scannen. Diese wird anschließend mit Druck auf das blaue Kreuz als separate Datei abgespeichert. Wenn wir also inmitten unserer Zeichnung mehrere Male die Eingabe digitalisieren, dann bekommen wir als Ergebnis mehrere Dateien mit einem Teil der gesamten Zeichnung als Inhalt.

Das mag zuerst unnötig kompliziert klingen, kann jedoch hilfreich sein - etwa wenn wir unser Kunstwerk bereits vorher in mehrere Ebenen aufteilen wollen. Wir können zum Beispiel erst den Hintergrund zeichnen und digitalisieren und anschließend unsere Charaktere hinzufügen.


Denn Inkspace ermöglicht uns das Exportieren einzelner Dateien in das Photoshop-Format .psd, .jpg, .png oder sogar als Vektorgrafik. Wir können unser aufgeteiltes Skizzenblatt aber auch zu einer Datei zusammenführen, indem wir mehrere Dateien mit gedrückter Strg-Taste anwählen und mit dem entsprechenden Knopf verbinden.

Inkspace stellt auch Funktionen zum Bearbeiten von Bildern zur Verfügung. Wir können in die Datei hineinzeichnen oder vorhandene Striche löschen. Wir können auch eine simple Ebenenvewaltung zum Erstellen, Kopieren oder Löschen von Ebenen verwenden. Das wäre eine gute Idee gerade für Einsteiger in die Welt von Bildebenen, wenn diese Funktion nicht unnötig hakelig und langsam wäre.


Stichwort langsam: Hier setzen auch unsere generellen Kritikpunkte an Inkspace an. Das Programm ist bei detaillierten Scans mit vielen Strichzügen extrem träge. Wir stellen dabei fest, dass jedes einzelne Absetzen des Finetip Pen in der Datei einem Objekt entspricht, das wir in der App manipulieren und löschen können. Das ist in der Theorie eine gute Idee, stellt sich in der Praxis jedoch als stark leistungsintensiv heraus.


Das fängt übrigens schon beim ersten Hinzufügen einer Zeichnung in die Inkspace-Bibliothek an. Die Software reagiert teilweise 30 Sekunden lang nicht auf Eingaben, bis der Scan abgeschlossen ist. Möchten wir diesen zum Bearbeiten öffnen, dann warten wir wieder mehrere Sekunden. Selbst, wenn wir eine Linie löschen wollen, genehmigt sich Inkspace fünf Sekunden oder mehr. Die Trägheit der Software führt zu Frust beim Nutzer und so passen wir letztlich unseren Arbeitsstil an das unausgereifte Programm an, indem wir wenig Striche ziehen und unser Projekt in mehrere kleine Dateien aufteilen. Leider ist Inkspace vorerst die einzige Möglichkeit, unsere Werke in die digitale Ebene zu übertragen. Schade, wollte Wacom doch das Gerät mit der Paper-Funktion an den Künstler anpassen und nicht umgekehrt!

Insgesamt hat Wacom also noch einiges Potenzial, die Eingabe mit Stift und Papier attraktiver zu machen. Die digitale Eingabe ist allerdings schon bei den Vorgängermodellen des Intuos Pro Paper so gut, dass die neuerlichen Verbesserungen kaum noch spürbar sind.

Fast schon zu guter Stift für digitale Eingaben

Wacom hat den Stift für digitale Eingaben weiter optimiert. Der Pro Pen 2 soll über 8.192 Druckstufen verfügen - eine vierfache Steigerung zu den 2.048 Stufen früherer Stifte. Das klingt nach viel, fällt aber in der Praxis erstaunlich wenig auf. Mit bloßem Auge ist es bereits schwierig, 2.048 Druckstufen zu unterscheiden.

Abseits der Leistung hat sich an dem Stift nicht viel geändert. Wie der Vorgänger Pro Pen 1 und der Finetip Pen nutzt der neue digitale Eingabestift EMR. Er hat den gleichen Gummiüberzug und eine ähnliche Form wie sein Vorgänger. Wir hatten bei der Umstellung auf das neue Modell keine Probleme. Und wenn wir wollen, können wir auch den älteren Pro Pen 1 oder den Intuos 5 Grip Pen mit unserem Gerät verwenden - prima!


Die Stiftmine ist aus Kunststoff und nutzt sich bei langem Nutzen relativ schnell ab. Deshalb finden wir im Stiftsockel Ersatzminen. Manche Minen sind unterschiedlich texturiert für ein anderes Schreibgefühl. Gleichzeitig können wir mit dem Bodenstück des Sockels Minen leicht wechseln. Uns gefällt die Funktionalität all dieser Elemente sehr. Jedes Teil erfüllt einen Zweck, nichts ist überflüssig.


Wir können auch wieder den druckempfindlichen Radierer an der Oberseite des Stifts einsetzen. In Programmen wie Adobe Photoshop CC oder Autodesk Sketchbook Pro können wir damit das entsprechende Radieren-Werkzeug verwenden. Alle Tasten, einschließlich der beiden Seitentasten des Stifts lassen sich im Treiberwerkzeug frei belegen. Das gilt auch für die Seitentasten und den Touch-Ring auf dem Stift-Tablet selbst.

Der Treiber ist grundsätzlich flexibel einstellbar, ist jedoch instabil, wenn wir das Gerät drahtlos verwenden wollen.

Drahtlos ist gleich funktionslos?

Nur für einige Minuten können wir unser Tablet ohne USB-Kabel nutzen. Wir stellen dabei eine geringe Eingabeverzögerung fest, die aber mit etwas Eingewöhnung nicht weiter stört. Doch plötzlich stürzt der frisch aktualisierte Tablet-Treiber wegen der Drahtlosverbindung ab und unser Gerät kann nicht mehr verwendet werden, ohne dass wir den Dienst neu starten. Dieses Verhalten können wir auf mehreren Geräten reproduzieren.


Während unseres Tests haben wir die Treiberprobleme mehrmals hintereinander, so dass wir am Ende aufgeben und unser Gerät nur noch über Kabelverbindung betreiben. Das Kabel ist lang genug, um das Stift-Tablet beliebig auf dem Schreibtisch zu platzieren und der Input-Lag ist dadurch negiert. Wir sind zuversichtlich, dass Wacom das Bluetooth-Problem schnell beheben kann, da wir während unseres Tests mehrere neue Patches zur Verfügung gestellt bekommen haben, die das Problem aber bisher nicht behoben haben.


Der Treiber ist nämlich wie schon beim Vorgänger sehr flexibel und individualisierbar. Alle Tasten am Gerät lassen sich frei belegen und anpassen. Eine positive Überraschung ist, dass auch ältere Geräte wie unser Vergleichsgerät Intuos 5 Medium parallel mit demselben Treiber verwaltet werden können. Das Wacom-Desktop-Center, das einfach nur eine schönere Oberfläche für den Treiber ist, zeigt beide Geräte gleichzeitig an und bietet Zugriff auf alle Einstellungen.


Gerade in Verbindung mit Adobe Photoshop spielt unser Testmuster seine Stärken aus. Durch Treiberfunktionen und den Touch-Ring können wir zwischen Ebenen, Pinselstärken, Bildrotation oder Bildzoom hin- und herschalten. Wenn wir die weiteren Tasten mit Makros belegen, dann beschleunigen wir unseren Arbeitsprozess und damit unseren Spaß am Gerät signifikant. Wir können die Kombination aus Stift und Touch-Tablet aber auch zum Steuern von Windows 10 verwenden. Nach ein wenig Eingewöhnung ersetzt das Intuos Pro Paper Edition unsere Maus komplett.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Wacom Intuos Pro ist bei weitem kein preiswertes Gerät. Unsere Version, das Intuos Pro Paper Edition Large, kostet im Wacom-Shop etwa 600 Euro. Das Medium-Modell ist mit etwa 430 Euro um einiges preiswerter, hat dafür jedoch nur eine etwas größere Zeichenfläche als DIN A5 und ist damit nicht so gut für die Paper-Funktion mit erweiterter Zeichenfläche geeignet wie das große Gerät. Die neuen Intuos-Pro-Modelle ohne Papier-Digitizer sind um 70 beziehungsweise 50 Euro günstiger.

Fazit

Unser Testmodell des Intuos Pro Paper Edition ist ein Spaß für jede Person, die digitale kreative Projekte umsetzen und dabei möglichst schnell arbeiten will. Das neue Design gefällt uns sehr gut. Das Gerät ist schlanker und das verwendete Material wirkt hochwertiger als bei der Vorgängergeneration. Kenner von älteren Intuos-Stift-Tablets, aber auch Wacom-Neulinge finden sich schnell zurecht, da alle Bedienungselemente gleichgeblieben und die Bedienungsprozesse selbsterklärend sind.


Das gilt auch für das beigelegte Zubehör, von dem es reichlich gibt. Der überarbeitete Pro Pen 2 orientiert sich ergonomisch am älteren Pro Pen, hat jedoch die vierfache Druckintensität. Damit hat der neue Stift deutlich mehr Druckstufen, als man in der Praxis überhaupt unterscheiden kann; die Verbesserung fällt überraschend wenig auf. Ältere Modelle wie der Pro Pen 1 ohne Zusatzsoftware können ebenfalls weiterverwendet werden - so sieht gute Abwärtskompatibilität aus!

Für das Zeichnen auf Papier kann ausschließlich der zweite Stift verwendet werden, den Wacom dem Gerät beilegt: der Finetip Pen. Das ist schade, denn der Stift kann nicht in unterschiedlichen Stärken oder Härten zeichnen.

Es freut uns, dass Wacom jetzt auch in professionelle Grafik-Tablets einen Papier-Digitizer verbaut, denn viele arbeiten einfach am liebsten auf Papier. Grundsätzlich ist es also eine große Hilfe, wenn wir unsere Papierskizzen digitalisieren können. Leider schränkt die Software Inkspace diese Funktion ein: Sie reagiert träge und Funktionen wie das Ebenensystem sind teilweise holprig umgesetzt. Außerdem stürzt uns der Wacom-Treiber immer ab, wenn wir unser Gerät per Bluetooth verwenden wollen.


Dafür bietet der Treiber eine hohe Vielfalt an Einstellungsmöglichkeiten und in Verbindung mit Photoshop oder ähnlicher Bildbearbeitungssoftware bringt unser Testgerät einen echten Mehrwert.

Insgesamt ist Wacoms neues Stift-Tablet mit Papierfunktion ein gutes Produkt für Grafikprofis und digitale Künstler. Das heißt: gute Verarbeitung, ein starker Eingabestift und jede Menge Zubehör. Angesichts der Probleme der Inkspace-Software ist es allerdings nur denjenigen zu empfehlen, denen das Arbeiten mit Papier besonders wichtig ist. Alle anderen sind mit dem günstigeren baugleichen Intuos Pro ohne Papier-Funktion besser bedient.  (on)


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