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FTTH per NG-PON2

10 GBit/s für Endnutzer in Neuseeland erfolgreich getestet

Im Norden Neuseelands, in Whangarei, haben Northpower Fibre und Calix erste Tests von NG-PON2 zum Endkunden erfolgreich abgeschlossen. In einem Live-Netzwerk wurden 10 GBit/s per Glasfaseranschluss erreicht.

Neuseeland ist auf dem Weg zu 10-GBit-Anschlüssen bis zum Endnutzer. Northpower Fibre und Calix haben die ersten Live-Tests der NG-PON2-Technik erfolgreich abgeschlossen. Dabei wird die neue NG-PON2-Technik parallel zu alten Techniken auf den Northpower-Fibre-Leitungen verwendet, ohne andere Anschlussteilnehmer zu stören.

Laut Geekzone NZ kann NG-PON2 maximal 40 GBit/s verteilen. Das Maximum je Nutzer liegt bei 10 GBit/s - und zwar symmetrisch. Das bedeutet auch, dass der Upload mit der maximalen Datenrate möglich ist. Im Moment sind beide Werte aber kaum praktisch umsetzbar, da die Serverinfrastruktur nur in seltenen Fällen derartige Bandbreiten je Nutzer zulässt. Neuseeland selbst ist trotz der abgeschiedenen Lage allerdings gut angebunden. Über Australien existiert eine Anbindung mit 20 TBit/s (Tasman Global Access) und in Richtung der US-Westküste verläuft das sogenannte Hawaiki Cable, das bei seiner Fertigstellung im Jahr 2018 über Hawaii und einige weitere pazifische Inseln 42 TBit/s übertragen soll. Sie ergänzen das Southern Cross Network, das derzeit auf 12,8 TBit/s ausgebaut wird, obwohl es nur für rund 100 GBit/s konstruiert wurde.

Höhere Geschwindigkeiten lassen sich also nicht nur in Neuseeland mit örtlicher Infrastruktur nutzen. Northpower Fibre selbst gehört zu den Anbietern, die sich auch auf ländliche Gebiete spezialisiert haben. NG-PON2 ist also nicht nur etwas für die Großstädte wie Auckland oder Wellington. Tatsächlich ist Northpower Fibre laut der Abdeckungskarte nur in der Umgebung von Whangarei aktiv und bietet seine Produkte über Vodafone und Spark New Zealand an.

Der Ausbau der Netzwerkinfrastruktur wird von Neuseelands Regierung im Rahmen der 2010-Ultra-Fast-Broadband-Initiative aktiv gefördert. Neuseeland befindet sich damit tatsächlich auf dem Weg zu einer Gigabyte-Gesellschaft, wie sie von Digitalkommissar Günther Oettinger für ganz Europa verlangt wurde.  (ase)


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