Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/mobilegames-auslese-schiffbruch-auf-der-milchstrasse-fuer-mobile-spieler-1702-126206.html    Veröffentlicht: 16.02.2017 09:00    Kurz-URL: https://glm.io/126206

Mobile-Games-Auslese

Schiffbruch auf der Milchstraße für mobile Spieler

Im Januar 2017 wurden 7.253 Spiele für Apples App Store zur Veröffentlichung eingereicht. Das sind 233 Spiele pro Tag. Kein Wunder, dass sowohl App-Store-Kuratoren als auch Spieler angesichts dieser Zahlen kapitulieren - Golem.de hat sich trotzdem umgesehen.

Die Flut an neuen Mobile Games ist ungebrochen - viele Entwickler klagen, dass selbst aufwendige Titel kaum noch gesehen werden. Deshalb stellt Golem.de ab sofort monatlich fünf spannende Spiele für Tablet und Smartphone vor. Wir sehen uns dabei besonders bezahlte Spiele an. Im Gegensatz zu den unzähligen nur durch Werbung oder In-App-Käufe finanzierten Games, haben Entwickler, die sich ihre Arbeit durch meist ohnedies niedrige Einmalzahlung finanzieren lassen, die Aufmerksamkeit besonders verdient.

Ein Hinweis vorweg: Dass Spiele für Apple-Geräte überdurchschnittlich häufig vertreten sein werden, hat damit zu tun, dass die meisten Entwickler sich für die Erstveröffentlichung ihrer Titel auf den, wegen weniger Piraterie und höherer Kaufbereitschaft lukrativeren, App Store beschränken; Ausnahmen bestätigen die Regel. Viel Spaß beim Spielen.

Don't Starve: Shipwrecked

Ein Schwergewicht zu Beginn: Der Schiffbruch mit Überlebenskampf im Cartoon-Look war eigentlich eine Erweiterung der hochgelobten Survival-Sandbox Don't Starve (Windows, Mac, Linux, Xbox One, PS4, PS3, PS Vita, WiiU, iOS, Android) der Indie-Superstars Klei Entertainment. Für mobile Spieler ist Shipwrecked aber soeben als Standalone-Titel erschienen.

Vorsicht: Das Überlebensabenteuer ist eher etwas für das Tablet und nicht für das Smartphone. Spieler auf älteren Geräten müssen mit etwas längeren Ladezeiten zu Spielbeginn leben.

Abgesehen davon ist Shipwrecked eine wahre Freude: Als einsamer Schiffbrüchiger gilt es, auf kleinen Inseln sowohl der Natur als auch der Tierwelt zu trotzen. Das titelgebende Verhungern ist dabei nur eine der Gefahren, denen man hier ausgesetzt ist. Und auch wenn der Tod besonders zu Beginn ein häufiger Begleiter ist, fasziniert die Mischung aus Erforschen, Sammeln und schwarzem Humor für viele Stunden.

Erhältlich für iOS ab 8.0, 5 Euro (Android in Vorbereitung).

Splitter Critters und Milkmaid of the Milky Way

Splitter Critters

Originelle Spielideen sind rar. Umso schöner ist es, wenn sie mit so viel Stil und Humor daherkommen: In Splitter Critters geht es darum, knuddelige, aber nicht sonderlich schlaue Wesen sicher zurück zu ihrem Raumschiff zu leiten. Wer an den Klassiker Lemmings denkt, liegt nicht ganz falsch, doch die zentrale Spielmechanik hier ist neu und auf Touchbedienung ausgelegt. Mit einfachen Gesten lässt sich die jeweilige Spielewelt in Einzelteile zerschneiden und zur Lösung der jeweiligen Rätsel neu zusammenschieben. Das Video sagt mehr als tausend Worte.

Was zu Beginn noch ein Kinderspiel ist, wird dank immer kniffliger werdender Aufgaben und begrenzter Zahl von Schnitten zur Herausforderung. Dank klarem Stil, origineller Mechanik und perfekt für Touchoberflächen ausgerichteter Bedienung, ist Splitter Critters ein sympathischer Actionpuzzler für alle Altersgruppen.

Erhältlich für iOS ab 7.0 und Android ab 2.3, 3 Euro.

Milkmaid of the Milky Way

Die klassische Ära der Point-and-Click-Abenteuer im nostalgischen Pixellook kehrt auch auf die ganz kleinen Bildschirme zurück und im Fall von Milkmaid of the Milky Way ist zum Glück auch der charakteristische Humor vor allem der Lucasarts-Klassiker wieder da. Als Sennerin in den 1920er-Jahren erleben Spieler im liebevoll gestalteten Adventure eines norwegischen Einzelentwicklers einige Überraschungen, denn der zu Beginn noch recht rustikale Alltag der Heldin ändert sich schlagartig - Trailer und Titel verraten, dass es in den Weltraum geht.

Alte Spielkonzepte sind ebenso unverwüstlich wie der Charme pixeliger Grafik, doch auch nostalgieferne Adventure-Freunde werden bei Milkmaid of the Milky Way ihre Freude haben: Der stimmungsvolle Soundtrack, die cleveren Rätsel und vor allem der charmante Humor sprechen für sich selbst. Dass der gesamte englische Text des Abenteuers in Reimen daherkommt, macht es überdies zum Einzelstück, das übrigens auch für Abenteurer auf Windows oder Mac erschienen ist.

Erhältlich für iOS ab 9.1, 4 Euro. Windows-PC und MacOS, 6 Euro.

Hidden Folks bis Postknight

Hidden Folks

Wimmelbilder begeistern Kinder seit Jahrzehnten, höchste Zeit, dass die Suche nach Waldo und anderen gezeichneten Minifiguren angemessen interaktiv erlebbar wird: Hidden Folks macht die Suche nach vorgegebenen Figuren und Gegenständen nicht nur durch seine liebevoll in Schwarz-Weiß von Hand gezeichneten und animierten Wimmelwelten spannend, sondern auch durch Interaktivität. So können Türen und Fenster geöffnet, Büsche und Bäume geschüttelt, Maschinen aktiviert und allerhand Knöpfe gedrückt werden.

Hidden Folks ist perfekt für das gemeinsame Spiel von Eltern und Kindern geeignet, allerdings hat man auch als Erwachsener seinen Spaß an den mit viel Liebe gestalteten Aufgaben. Ein grafisch außergewöhnliches, lustig vertontes und humorvolles Einzelstück mit viel Charme - auch hier gilt, dass größere Bildschirme kein Nachteil sind.

Erhältlich für iOS ab 8.0 und Apple TV, 4 Euro. Windows-PC, MacOS und Linux, 8 Euro.

Voyageur

Ein Leseabenteuer im unendlichen All: In Voyageur lenken Spieler ein einsames Raumschiff immer tiefer in ein Universum voller Leben und (menschlicher) Zivilisation. Simples Ressourcenmanagement und einfacher Handelspart sind das spielmechanische Gerüst, die Hauptrolle bei dieser Raumfahrt ohne Wiederkehr spielen allerdings Fantasie und viel, viel Text - die stimmungsvoll geschriebenen Beschreibungen von Planeten, Gesellschaften und geheimnisvollen Alien-Ruinen bündeln sich von Spiel zu Spiel zu epischen intergalaktischen Reisebeschreibungen, die man vor allem bei den ersten Durchgängen mit Staunen liest. Voyageur ist ein Hybrid aus der lakonischen Weltraumodyssee von Out There und dem Leselabyrinth von Sunless Sea; weil sich in der Vielzahl möglicher Wege durch das Sternenmeer manche Ereignisse nicht wiederholen lassen, sind mehrmalige Starts nötig, bis die letzten Geheimnisse dieser Welten gelöst sind.

Erhältlich für iOS ab 8.0 und Android ab 4.2, 4 Euro.

Free-to-Play: Postknight

Zum Schluss ein Spieletipp für Gratisspieler: Auf Nintendos Free2Play-Koloss Fire Emblem Heroes wurde an anderer Stelle bereits hingewiesen, deshalb ein Verweis auf ein weiteres kostenloses Spiel aus dem riesigen Fundus der letzten Wochen. Postknight ist ein täuschend simpler Mix aus Idle-Clicker und Rollenspiel, in dem ein kleiner Briefträgerritter im JRPG-Stil von Abenteuer zu Abenteuer läuft.

Die Mischung aus simpler Mechanik - gekämpft und gelaufen wird automatisch, nur Spezialattacken, Verteidigung und Heiltrank müssen aktiviert werden - und bekannt motivierendem Sammeln von Gegenständen und Erfahrungspunkten macht das Minimal-Rollenspiel zum sympathischen Zeitvertreib, der auch dank einer netten Geschichte und sehr sanfter Monetisierung einen Blick wert ist - im Gegensatz zu vielen anderen Free2Play-Titeln wird man hier nicht durch Frustration oder endlose Wartezeiten zum Geldausgeben gezwungen.

Erhältlich für iOS ab 7.0 und Android ab 4.3; Free-to-Play mit In-App-Kaufoption.  (rs)


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