Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/caavo-die-besondere-fernbedienung-fuer-anspruchsvolle-1702-126193.html    Veröffentlicht: 15.02.2017 11:34    Kurz-URL: https://glm.io/126193

Caavo

Die besondere Fernbedienung für Anspruchsvolle

Der Fernsehkonsum wird immer komplizierter. Das will das Startup Caavo mit einem neuartigen Konzept ändern. Der Nutzer sucht nur den Inhalt. Caavo aktiviert das passende Gerät und startet den Inhalt im richtigen Streamingdienst. Dieser Komfort hat allerdings seinen Preis.

Alles vereinheitlichen - das ist das Ziel von Caavo. Das Startup hat ein gleichnamiges Gerät vorgestellt, das den Fernsehgenuss komfortabler und einfacher machen soll. Caavo sieht auf den ersten Blick aus wie eine Mischung aus Streamingbox und HDMI-Umschalter. Allerdings steckt das Entscheidende in der Software, die auf dem Gerät läuft. Sie schaltet automatisch zum passenden Gerät und wählt den passenden Dienst aus. Der Nutzer braucht nur zu sagen, was er anschauen möchte.

In den USA präsentierte Caavo die Box einigen Medien wie Cnet, Engadget, Variety und Wired. Zudem wurde das Gerät im hauseigenen Blog angekündigt, allerdings fehlen dort viele wichtige Details zum Gerät. Daher haben wir die Erkenntnisse der US-Medien zusammengetragen und zusammengefasst.

Fernbedienung mit Sprachsuche

Zum Caavo gehört eine Fernbedienung, die ein Mikrofon hat, um darüber Sprachbefehle entgegennehmen zu können. Zunächst soll Caavo auf Amazons Alexa setzen, um die Sprachsteuerung zu absolvieren. Später soll auch eine Integration von Google Assistant und Apples Siri folgen. Mit der Fernbedienung werden alle angeschlossenen Geräte gesteuert. Automatisch soll nur das gerade verwendete Gerät aktiviert werden. Auf der Rückseite hat die Fernbedienung eine Erhöhung, damit sie gut hochgenommen werden kann, wenn sie auf einer glatten Fläche liegt.

Die Caavo-Box hat acht HDMI-Eingänge, damit Nutzer daran entsprechend viele Streaminggeräte, Satellitenempfänger oder Spielekonsolen anschließen können. Damit sollen vor allem Nutzer angesprochen werden, die entsprechend viele Geräte nutzen. Außerdem hat die Caavo-Box einen Netzwerkanschluss, zwei USB-Ports und eine 3,5-mm-Buchse für ein IR-Verlängerungskabel.

Caavo-Box konfiguriert alle Geräte automatisch

Teilweise ist das erforderlich, weil es viele Dienste gibt, die eben nur auf bestimmten Geräten zur Verfügung stehen. Wer aber alle Dienste nutzen möchte, muss sich entsprechend viele Geräte anschaffen. So ist das aktuelle Apple TV eines der wenigen Streaminggeräte am Markt, für die es die Sky-Ticket-App gibt. Amazons Videodienst läuft gut auf den Fire-TV-Geräten, während Netflix eigentlich auf allen Plattformen angeboten wird.

Suche und Watchlist über Dienstgrenzen hinweg

Die Caavo-Box soll automatisch erkennen, welches Gerät angeschlossen wird und dieses entsprechend konfigurieren. An sich läuft Caavo mit Android, allerdings betont der Hersteller das Betriebssystem nicht weiter. Denn darauf läuft eine eigene Oberfläche, die auf Streamingnutzung hin optimiert wurde. Es gibt eine zentrale Watchlist, in der Inhalte aller erdenklichen Dienste zusammengeführt werden.

Universell soll auch die Suchfunktion sein. Sie berücksichtigt alle Geräte und alle entsprechenden Dienste. Wenn es einen Film auf irgendeinem Dienst gibt, soll er gefunden werden. Sucht der Nutzer nach einem Film oder einer Serie, wird diese automatisch auf dem Dienst abgespielt, bei dem der Inhalt im Abo enthalten ist oder gekauft wurde. Wenn also ein Film im Play Store gekauft wurde, soll Caavo den iTunes-Eintrag gar nicht erst anzeigen. Außerdem wird das Gerät aktiviert, das für die Nutzung des betreffenden Dienstes ausgewählt wurde.

Viel Automatik mit dabei

Wer Streaming lieber so verwendet, dass er immer erst den gewünschten Dienst aufruft, geht auch das. Auf einem kompakten Startbildschirm werden alle verfügbaren Dienste gelistet. Der Nutzer braucht diese dann nur zu starten und Caavo aktiviert automatisch das Gerät, das mit dem Dienst verknüpft wurde. Wer also Netflix gerne mit dem Shield TV nutzen möchte, legt das entsprechend fest, ein Klick auf den Netflix-Knopf startet die App auf dem Shield TV und stellt den passenden Eingang im Fernseher ein. Für den Anwender wird es damit gleichgültig, welches Gerät eigentlich verwendet wird.

Aber nicht nur die Umschaltung mit der Caavo-Fernbedienung ist möglich. Wenn der Anwender etwa den Gamecontroller einer Spielekonsole nutzt, wird automatisch die Konsole aktiviert. Das Gleiche gilt auch, wenn lieber die mit dem Streaminggerät mitgelieferte Fernbedienung verwendet wird.

Vorbestellung startet im Mai

Die Caavo-Box richtet sich demnach an Nutzer, die besonders viele Streaminggeräte und Spielekonsolen besitzen. Für diese Kundengruppe soll der Umgang mit den Geräten einfacher werden. Caavo unterstützt 4K-Wiedergabe, ist derzeit aber noch nicht HDR-fähig. Das dürfte zumindest einen Teil der möglichen Kunden nicht gerade erfreuen. Immerhin soll die HDR-Fähigkeit mit einem Softwareupdate nachgereicht werden.

Im Mai 2017 soll der Vorverkauf für Caavo beginnen, die Box kostet 400 US-Dollar und wird wohl zunächst nur in den USA zu haben sein. Die Auslieferung ist im Herbst 2017 geplant, der Hersteller will zunächst nur 5.000 Geräte produzieren. Anfang nächsten Jahres könnte dann eine abgespeckte Version folgen, die weniger HDMI-Eingänge hat und zu einem günstigeren Preis zu haben sein soll.  (ip)


Verwandte Artikel:
Streit mit Google: Amazon löscht Chromecast-Eintrag wieder   
(09.03.2018, https://glm.io/133237 )
Alexa-Skill: Stream Player bringt Live-Fernsehen auf den Echo Show   
(15.01.2018, https://glm.io/132170 )
Harmony-Abschaltung: Logitech schenkt Betroffenen einen neuen Fernbedienungs-Hub   
(10.11.2017, https://glm.io/131077 )
Amazon: Fire TV per Zuruf mit dem Alexa-Lautsprecher steuern   
(27.02.2018, https://glm.io/133022 )
HDMI 2.0 und Displayport: HDR bleibt Handarbeit   
(26.02.2018, https://glm.io/132884 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/