Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/city-e-taxi-ein-elektrotaxi-mit-durchblick-1702-125931.html    Veröffentlicht: 01.02.2017 12:00    Kurz-URL: https://glm.io/125931

City E-Taxi

Ein Elektrotaxi mit Durchblick

Das gläserne Taxi kommt, und es ist sauber und leise: Ein Konsortium aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen hat ein schickes Elektroauto für die Stadt entwickelt. Für die Akkus soll ein gescheitertes Konzept wiederbelebt werden.

Mit der Elektrokraftdroschke durch die Stadt: Das City E-Taxi ist ein kleines Elektroauto, das in Zukunft als Taxi Fahrgäste durch die Stadt chauffieren soll. Das Auto hat eine ungewöhnliche Raumaufteilung und sorgt für Transparenz im Straßenverkehr. Es soll auf der Cebit im März 2017 vorgestellt werden.

Das City E-Taxi ist gedacht für drei Insassen: Der Fahrer sitzt vorn in der Mitte, die zwei Passagiere nebeneinander dahinter. Es ähnelt von der Aufteilung her den Fahrradrikschas, die in Großstädten wie Hamburg oder Berlin Fahrgäste kutschieren. Der Eindruck wird noch verstärkt durch das Design: Zwar ist das Auto nicht offen wie Fahrradtaxis. Aber es hat durchsichtige Türen. Die können allerdings - ähnlich wie beim Renault Twizy - ausgebaut werden. Die Front mit den unter der Windschutzscheibe angebrachten Scheinwerfern erinnert an den Fiat Multipla.

Ohne Rücksitze ist mehr Platz

Das Auto ist 3,30 Meter lang, 1,66 Meter breit und 1,48 Meter hoch. Es wiegt ohne Akkus 450 Kilogramm. Die Akku-Einheit wiegt 102 Kilogramm. Das Auto kann eine Nutzlast von 380 Kilogramm transportieren. Da es vornehmlich für die Stadt gedacht ist, fährt es nicht schneller als 90 km/h. Das City E-Taxi kann auch zum E-Lieferwagen umfunktioniert werden: Wird die Rückbank entfernt, ist hinten genug Platz für eine Euro-Palette. Das Kofferraum-Volumen beträgt dann 1.300 Liter. Wenn eine Rückbank drin ist, sind es 360 Liter.

Als Stromspeicher dienen sechs Lithium-Ionen-Akkupacks, die im Unterboden untergebracht sind. Jedes Pack hat eine Kapazität von 1,9 Kilowattstunden. Mit einer Akkuladung kommt das Auto, abhängig von der Fahrweise, etwa 120 Kilometer weit. An einer Ladestation dauert es etwa drei Stunden, die Akkus wieder zu laden, an der Steckdose sechs Stunden.

Die Akkus können getauscht werden

Allerdings ist es nicht nötig, das Auto zum Laden an den Stecker zu hängen: Die Akkus können ausgetauscht werden. Die Idee ist, eine Infrastruktur mit Wechselstationen aufzubauen. Das erinnert an das - gescheiterte - Konzept von Better Place, des Unternehmens des ehemaligen SAP-Managers Shai Agassi.

Entwickelt wurde es von Adaptive City Mobility (ACM), einem Konsortium, das für das Programm Informations- und Kommunikationstechnologien für Elektromobilität (IKT-EM) III des Bundeswirtschaftsministeriums gegründet wurde. Daran beteiligt sind unter anderem das Fraunhofer-Institut für Eingebettete Systeme und Kommunikationstechnik, Siemens, der Akku-Hersteller BMZ, die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) in Aachen sowie die RWTH-Ausgründung Streetscooter. Das Unternehmen gehört inzwischen der Post und baut Elektro-Postautos.

Das City E-Taxi sei ein "einfaches Elektrofahrzeug" zum Einsatz als Taxi oder für andere gewerbliche Anwendungen, sagt ACM. Der Trend sei, "immer größere, schnellere und für den Innenstadtbereich überdimensionierte Fahrzeuge wie z.B. SUVs zu bauen". Dagegen setzt ACM sein Elektroauto als "Gegenpol zu den heutigen Entwicklungen im Bereich der Automobilwelt".  (wp)


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