Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/msi-gs63vr-und-gigabyte-aero-14-im-test-entscheidend-ist-der-akku-1701-125880.html    Veröffentlicht: 31.01.2017 09:00    Kurz-URL: https://glm.io/125880

MSI GS63VR und Gigabyte Aero 14 im Test

Entscheidend ist der Akku

Das eine mit vielen Spielereien, das andere eher puristisch: Das MSI GS63VR und Gigabytes Aero 14 eint die identische Hardware, eine Geforce GTX 1060 und ein Intel Core i7. Im Alltag unterscheiden sich die beiden Notebooks aber teils stark.

Zwei Notebooks, zweimal Geforce GTX 1060 und einen Intel Core i7 in einem kompakten Notebook - und bei der Nutzung doch so verschieden: Das MSI GS63VR und das Gigabyte Aero 14 eint die identische Hardware und eine kompakte Bauweise. Das war es aber auch schon. Während das eine mit einem tollen Display und vielen Spielereien ausgestattet ist, wirkt das andere eher puristisch, hat dafür aber einen große Akku. Im Test hat das seine Vor- und Nachteile.

Spätestens seit vergangenem Sommer und dem Launch der Pascal-Chips von Nvidia sind dünne und trotzdem leistungsstarke Gaming-Notebooks kein Problem mehr. Das sehen auch die Hersteller so und bauen nun die Geforce GTX 1060 [Link] in ihre dünnen Notebooks. An der dicksten Stelle ist MSIs GS63VR nur 19 mm dünn, das Gigabyte Aero 14 ist gerade mal 1 mm dicker.

Wesentlich flacher könne man laut den Herstellern nicht werden, sonst bleibe nicht genügend Platz für die Kühlung, die ohnehin schon von Generation zu Generation kompakter und effizienter werden muss. Denn auch beim Gewicht sind Gaming-Notebooks deutlich schlanker geworden: Das MSI-Notebook hat ein Gewicht von 1,9 kg, das Gerät von Gigabyte wiegt 1,95 kg.

Neben der gleichen GPU setzen beide Hersteller auch auf den gleichen Prozessor: den Core i7-6700HQ. Die vier Kerne des Prozessors takten mit bis zu 2,6 GHz und im Turbo mit bis zu 3,5 GHz. Mittlerweile haben die Notebooks auch schon ein Update auf Kaby Lake bekommen. Uns wurden die Teststellungen noch vor dem Launch der neuen Prozessoren zur Verfügung gestellt. Der neuere Prozessor wird einen eher kleinen Einfluss auf die Leistung haben, in unserem Kurztest war das Kaby-Lake-Modell aufgrund einer leichten Takterhöhung um nicht einmal 8 Prozent schneller als der Skylake-Prozessor.

Ansonsten ähneln sich die Notebooks beim Arbeitsspeicher und bei der SSD sehr: Beide Notebooks gibt es in Varianten mit bis zu 32 GByte DDR4-Arbeitsspeicher, in unseren Testgeräten sind jeweils 16 GByte verbaut. Und auch mit NVMe-SSDs sind beide ausgestattet, in Gigabytes Notebook mit einer Kapazität von 512 GByte, bei MSI hat die SSD mit 256 GByte halb so viel Speicherplatz. Dafür ist beim GS63VR zusätzlich noch eine 2,5-Zoll-HDD mit 2 TByte Speicher als Datengrab verbaut, welche aber deutlich langsamer als die SSD ist.

Das MSI GS63VR

Der auffälligste Unterschied zwischen dem MSIs GS63VR und Gigabytes Aero 14 ist das Display: Mit 15,6 Zoll ist es 1,6 Zoll größer als bei Gigabytes Notebook. Was auf dem Papier wenig klingt, ist beim Spielen ein großer Unterschied, es macht schlicht mehr Spaß, auf einem größeren Display zu zocken. Zumal die Helligkeit mit einer durchschnittlichen maximalen Helligkeit von 300 cd/m² ausreichend hell ist und die Farben gut dargestellt werden. Mit dem Hexer Geralt aus Witcher 3 in den Sonnenuntergang zu reiten sieht einfach nur toll aus. Die Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln ist beim MSI-Notebook zwar nicht besonders hoch, aber ausreichend.

Das Gehäuse des GS63VR aus schwarz eloxiertem Aluminium ist schick und wirkt sehr hochwertig, auch wenn Fingerabdrücke leider sehr schnell zu sehen sind. Scharfe Kanten oder knarzende Gehäusestellen gibt es keine, doch ist die Verarbeitung leider nicht perfekt: Das Touchpad wirkt etwas klapprig und senkt sich schon bei ganz leichten Berührungen ab.

Das ist aber auch das einzige Manko, das wir an den Eingabegeräten haben: Das Touchpad ist ansonsten sehr präzise, der Finger gleitet angenehm auf der Oberfläche. Bei der Tastatur arbeitet MSI mit Steelseries zusammen, das zeigt sich an einigem Schnickschnack, der aber von vielen Spielern immer wieder gefordert wird.

So wurde das Layout leicht angepasst - die Windows-Taste ist rechts neben der Leertaste gelandet - und die Tastatur hat eine RGB-Beleuchtung mit zahlreichen Lichteffekten bekommen. Zum Spielen und Tippen ist die Tastatur sehr angenehm, der Druckpunkt ist präzise und die Tasten wackeln nicht.

Unter den Punkt Schnickschnack fällt neben der Tastatur wohl auch die Killer-Netzwerkkarte: Im Vergleich zu einem Standardnetzwerkchip von Intel sind die Unterschiede bei der Datenübertragung per Ethernet und ac-WLAN minimal und befinden sich im Bereich der Messtoleranzen.

Das Gigabyte Aero 14

Wesentlich puristischer ist das Erscheinungsbild des Gigabyte Aero 14: ein schlichtes, schwarz-mattes Kunststoffgehäuse. Nur der bunte Aluminiumdeckel springt ins Auge. Das Design wirkt dennoch eher altbacken als modern. An der Verarbeitung ändert das aber nichts. Wie auch beim MSI-Notebook gibt es keine scharfen Kanten oder knackenden Teile.

Gleiches gilt für die Tastatur: Im Standardlayout und ohne viel Schnickschnack macht das Spielen trotzdem viel Spaß. Der Druckpunkt der Tasten ist gut, das Tippgefühl aber beim MSI-Gerät etwas besser. Bunt blinkende Tasten gibt es beim Gigabyte-Notebook keine, stattdessen eine weiße Hintergrundbeleuchtung mit drei Helligkeitsstufen. Ansonsten gibt es noch fünf frei belegbare Tasten links neben der Tastatur.

Und auch technisch ist das Notebook ansonsten wenig spektakulär, nur der Akku sticht heraus. Mit einer Leistung von 94 Wh ist er deutlich größer als bei den meisten Konkurrenten der Geräteklasse. Der Konkurrent von MSI hat nur 65 Wh, das Razer Blade ebenfalls kompakte 70. Trotz des kompakten Formfaktors soll mehr als eine Stunde im Akkubetrieb gespielt werden können - dazu aber später im Test noch mehr.

An einem sollte Gigabyte unbedingt noch arbeiten: dem Display. Das 14 Zoll große und matte LCD mit IPS-Panel löst mit 2.560 x 1.440 Bildpunkten auf, ist mit einer maximalen durchschnittlichen Helligkeit von 265 cd/m2 aber nicht gerade hell. Außerdem wirken die Farben sehr blass und wenig kraftvoll - bei einem Gaming-Notebook sollte das nicht sein.

VR im ICE? Kein Problem!

Da in beiden Geräten eine Geforce GTX 1060 und ein Core i7-6700HQ verbaut sind, sollten beide auch die gleiche Leistung haben - eigentlich. Letztendlich entscheiden die Hersteller oft, die Geräte zugunsten der Kühlung und der Akkulaufzeit zu drosseln. So auch teilweise bei unseren beiden Notebooks.

Im Netzbetrieb erreichen beide Geräte gute Benchmark-Werte: Im Sky-Diver-Test des 3DMark kommen beide Geräte auf über 20.000 Punkte, das MSI-Notebook knapp 2.000 Punkte mehr als das Gigabyte-Modell. Ähnlich sieht es auch beim Spielen aus: Bei Rise of the Tomb Raider erreicht das MSI mit durchschnittlich 56 fps rund 6 Bilder pro Sekunde mehr als Gigabytes Notebook. Ein Blick auf die Taktraten verrät, warum: Während die Geforce GTX 1060 bei MSIs Notebook mit 1.700 MHz und mehr taktet, kann bei Gigabytes Notebook die Taktfrequenz nicht dauerhaft gehalten werden.


Die GPU kann nicht ausreichend gekühlt werden und erreicht eine Temperatur von etwas über 70 Grad, bevor sie leicht gedrosselt wird. Die GPU bei MSIs Notebook erreicht sogar etwas über 80 Grad Celsius, muss aber im Netzbetrieb nicht heruntergetaktet werden.

Ist eine Steckdose in der Nähe, können mit beiden Notebooks auch VR-Spiele unterwegs gespielt werden - mit einer HTC Vive und Roomscaling wird es im ICE zugegebenermaßen aber eher ein wenig eng werden.


Ganz anders sieht das im Akkubetrieb aus: Hier taktet die GPU beim GS63VR nicht höher als 810 MHz - das ist deutlich weniger als im Netzbetrieb und zeigt sich auch bei den Benchmarks. Nur mehr 5.744 Punkte werden im 3DMark erreicht. Rise of the Tomb Raider ließ sich auf höchsten Einstellungen mit aktiviertem SMAA nicht mehr spielen, nur 14 fps werden erreicht.

Die GPU im Gigabyte-Notebook hingegen taktet auch im Akkubetrieb mit rund 1.700 MHz, erreicht im 3DMark Sky Diver noch 15.501 Punkte und rendert bei Rise of the Tomb Raider flüssige 46 fps. Selbst die CPU drosselt beim MSI-Notebook im Durchschnitt stärker, während beim Aero 14 der Core i7-6700HQ auch bei voller GPU-Last noch eine Frequenz von 2,7 GHz und mehr hat.

Zwei Notebooks, identische Probleme

Der Grund für die starke Drosselung beim MSI-Notebook: Der Akku würde wohl beim Spielen nicht einmal eine halbe Stunde reichen. Und trotz der geringen Taktraten und damit schlechteren Leistung schafft das GS63VR beim Spielen eine eher mäßige Laufzeit von einer Stunde - der Akku ist mit 65 Wh zu klein. Zwar reicht eine Akkuladung beim Gigabyte-Notebook auch nur für eine Stunde Spielzeit, doch das bei fast maximaler Leistung.

Sinnvoller ist es, das Gigabyte-Notebook in der Grafikleistung zu drosseln. Über den Smart Manager des Notebooks kann das gemacht werden, indem die Lüftersteuerung von "Gaming" auf "Silent" umgestellt wird. Dann taktet die GPU wie beim MSI-Gerät mit weniger als 1.000 MHz. Für Rise of the Tomb Raider in höchsten Einstellungen reicht das zwar nicht mehr, es werden 17 fps erreicht, doch hatten wir mit Project Cars trotzdem eine Menge Spaß. Und das dank des großen Akkus sogar drei Stunden lang.

Wer surft, Musik streamt und an Dokumenten arbeitet, muss das Gigabyte Aero 14 nach fast fünf Stunden aufladen, das MSI GS63VR bereits nach etwas mehr als drei Stunden.

Zwei Dinge haben das GS63VR und das Aero 14 - im Grunde sogar alle dünnen Gaming-Notebooks - gemein: Die Lüfter werden schnell laut und das Gehäuse des Geräts sehr warm. Besonders im Netzbetrieb muss immerhin die Abwärme einer leistungsstarken GPU und CPU abgeführt werden.

So drehen besonders beim Gigabyte-Notebook die beiden Lüfter schnell hoch. Wer mit Kopfhörern spielt, wird davon wenig mitbekommen, für die Mitmenschen um einen herum ist das trotzdem sehr störend. Dabei macht es beim Gigabyte-Modell kaum einen Unterschied, ob mit maximaler Leistung oder gedrosselt gespielt wird.

Besser nicht ins Ruheabteil

Etwas besser hört es sich bei MSIs Notebook an: Im Akkubetrieb stören die drei Lüfter nicht allzu sehr - in ein Ruheabteil im ICE sollte man sich trotzdem nicht setzen. Wird im Netzbetrieb gespielt, drehen auch hier die Lüfter schnell auf und werden laut.

Auf dem Schoß sollten beide Notebooks nicht genutzt werden - besonders wenn gespielt wird. Nach nicht einmal einer halben Stunde sind die Unterseiten der beiden Geräte stellenweise wärmer als 40 Grad Celsius. Die Oberseiten werden bei beiden Geräten immerhin nicht wärmer als 35 Grad.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Gigabyte Aero 14 und das MSI GS63VR sind in den aktualisierten Varianten mit Kaby-Lake-Prozessor für rund 2.000 Euro zu haben.

Fazit

MSI und Gigabyte zeigen es: Dünne Gaming-Notebooks mit viel Leistung sind möglich, doch müssen Abstriche gemacht werden. Das Aero 14 ist eher puristisch, keine bunte Beleuchtung, kein Schnickschnack. Doch leider müssen auch beim Display Abstriche gemacht werden, die Farben wirken fad, die maximale Helligkeit ist nicht sehr hoch.

Da sieht es beim GS63VR deutlich besser aus: schöne, satte Farben auf einem etwas größeren Display. Dazu gute Eingabegeräte und ein hochwertiges Gehäuse. Doch drosselt das Gerät im Akkubetrieb leider stark. Und selbst dann ist die Laufzeit mit einer Stunde eher mäßig.

Besser ist das Notebook von Gigabyte, das auf einen deutlich größeren Akku setzt und bessere Laufzeiten ermöglicht. Ist gerade keine Steckdose in der Nähe, kann mit gedrosselter Leistung immer noch 3 Stunden lang gespielt werden.

Nicht vergessen darf man, dass beide Notebooks zu den aktuell dünnsten und leichtesten Geräten gehören. Doch ein nicht mal 2 cm dickes Gehäuse und ein Gewicht von unter 2 kg sind - wortwörtlich - teuer erkauft: 2.000 Euro sind für ein Notebook mit dieser Leistung nicht wenig. So bietet Asus mit dem Rog Strix GL502VM ein Notebook mit ähnlicher Hardware - nur nicht in einem kompakten Gehäuse - für 400 Euro weniger.  (sw)


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