Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/apsara-ein-papierflieger-wird-zu-einweg-lieferdrohne-1701-125712.html    Veröffentlicht: 20.01.2017 13:35    Kurz-URL: https://glm.io/125712

Apsara

Ein Papierflieger wird zu Einweg-Lieferdrohne

Flug ohne Wiederkehr: Das US-Forschungs- und Entwicklungsunternehmen Otherlab hat für die Darpa eine Einwegdrohne entwickelt. Die Fluggeräte werden mit Ladung an Bord in großer Zahl aus dem Flugzeug abgeworfen und verrotten nach der Landung.

Wie kommt das Paket zum Adressaten außerhalb? Per Drohne - so stellen es sich zumindest diverse Lieferdienste vor. Die Idee ist nicht schlecht. Nur: Die Drohne soll möglichst nicht dort bleiben, sondern wieder zurückkommen. Oder doch nicht? Das US-Unternehmen Otherlab hat eine Einwegdrohne entwickelt, die keinen Weg zurück antreten muss.


Aerial Platform Supporting Autonomous Resupply Actions (Apsara) nennt Otherlab seine Entwicklung. Es sei "das fortschrittlichste industrielle Papierflugzeug der Welt", erklären die Entwickler.

Die Drohne besteht aus Pappe

Das Gleitflugzeug besteht aus einer stabilen Pappe und kann schnell zusammengefaltet werden. Das aktuelle Modell könne etwa 1,2 Kilogramm Nutzlast transportieren, sagte Entwickler Star Simpson dem Onlinenachrichtendienst New Atlas. Größere Varianten sollen aber bis zu 10 Kilogramm Nutzlast tragen können.

Die Gleiter sollen in großer Zahl von einem Transportflugzeug wie der Boeing C-17 über einem Zielgebiet abgeworfen werden. Sie segeln dann zu Boden. Die Pappe ist biologisch abbaubar und soll innerhalb weniger Tage zerfallen. Eine Bergung der Fluggeräte ist damit nicht notwendig.

Die Darpa hat das Projekt gefördert

Gefördert wurde das Projekt von der Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa). Die Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums hat ein Programm aufgelegt, dessen Ziel genau das ist: Fluggeräte, die in der Luft ausgesetzt werden, ihr Ziel anfliegen und dann nicht mehr weiter genutzt werden und verschwinden. Die Darpa will mit Hilfe der Pappgleiter Medikamente, Impfstoffe oder Ausrüstung in entlegene und schwer zugängliche Gebiete bringen.

Icarus, eine Abkürzung für Inbound, Controlled, Air-Releasable, Unrecoverable Systems, wiederum baut auf dem Programm Vanishing Programmable Resources (Vapr) auf, dessen Ziel die Entwicklung von Transient Electronics war, elektronischen Bauteilen, die sich auflösen. Eine Steuerelektronik für die Drohne könnte ebenfalls als Transient Electronics ausgelegt sein.

Otherlab ist ein in San Francisco ansässiges Forschungs- und Entwicklungsunternehmen. Es hat vor einigen Jahren Ant-Roach vorgestellt, einen sechsbeinigen, 4,5 Meter großen Roboter, der mit pneumatischen Muskeln betrieben wird, sowie die portable CNC-Fräse Othermill.  (wp)


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