Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/delid-die-mate-2-prozessoren-koepfen-leichter-gemacht-1701-125696.html    Veröffentlicht: 19.01.2017 18:28    Kurz-URL: https://glm.io/125696

Delid Die Mate 2

Prozessoren köpfen leichter gemacht

Wer übertaktet oder eine bessere Kühlung wünscht, muss auch bei Intels aktuellen Kaby-Lake-Chips den Heatspreader entfernen und die Wärmeleitpaste tauschen. Der Delid Die Mate 2 ist hierfür das richtige Werkzeug - und günstiger als sein Vorgänger.

Der deutsche Overclocking-Profi Roman "der8auer" Hartung hat den neuen Delid Die Mate 2 vorgestellt. Dahinter verbirgt sich ein Werkzeug, mit dem bei Prozessoren die Metallkappe, der IHS (Integrated Heatspreader), entfernt wird - im Jargon wird als Köpfen bezeichnet. Der Delid Die Mate 2 ist zu ausgewählten Intel-CPUs für Sockel LGA 1150/1151/1155 kompatibel.

In diese Kategorie fallen die Chips der Ivy-Bridge- (Core iX-3000), Haswell- (iX-4000), Broadwell- (iX-5000), Skylake- (iX-6000) und Kaby-Lake-Reihe (iX-7000). Bei allen ist der Heatspreader nicht mit dem Die verlötet wie bei Sandy-Bridge-Prozessoren (Core iX-2000) oder den Chips für den Sockel LGA 2011-3 (wie dem 6950X), sondern der Kontakt wird mit Wärmeleitpaste hergestellt. Die von Intel verwendete führt Hitze schlechter ab als im Endkundenmarkt verfügbare; selbst der uralte Klassiker - die Arctic Silver 5 - ist besser.

Ziel des Delid Die Mate 2 ist es daher, den Prozessor zu köpfen, zu säubern, bessere Wärmeleitpaste bis hin zu exzellenten Flüssigmetallvarianten aufzutragen und den Heatspreader dann wieder zu verkleben. Hierzu wird die CPU in den Delid Die Mate 2 gesetzt und durch das Anziehen einer Schraube per Scherbewegung die Metallkappe vom Chip geschoben. Beim Vorgänger musste erst noch das Gehäuse montiert werden. Zum abschließenden Verkleben des Deckels wird der Prozessor beim Delid Die Mate 2 mit einer Schraubzwinge arretiert, was für ausreichend Anpressdruck sorgt.

Als Resultat fallen je nach verwendeter Wärmeleitpaste die Temperaturen um 5 bis 20 Kelvin geringer aus als mit Intels Lösung. Das kann zu besseren Übertaktungsergebnissen führen, da die Kühlung effektiver ist. Auch wer einen leisen oder passiven Rechner wünscht, profitiert vom Köpfen der CPU. Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass Intels aktuelle Prozessoren im Regelbetrieb nicht überhitzen, sondern schlicht höhere und dennoch unkritische Temperaturen erreichen. Erst mit mehr Takt sowie Spannung beim Overclocking macht sich die Intel-Wärmeleitpaste bemerkbar.

Wie üblich geht durch das Entfernen des Heatspreaders aber die Garantie für den Chip verloren. Soweit uns bekannt ist, ist es bei sachgemäßer Durchführung per Delid Die Mate (2) quasi unmöglich, den Prozessor zu zerstören.

Das neue Modell soll ab dem 22. Februar 2017 bei Caseking verfügbar sein und kostet 30 Euro. Beim Vorgänger waren es anfangs 90 Euro, dann 70 Euro und im Abverkauf noch 50 Euro.  (ms)


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