Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/mi-mix-im-test-xiaomis-randlose-innovation-mit-kleinen-makeln-1701-125656.html    Veröffentlicht: 19.01.2017 12:01    Kurz-URL: https://glm.io/125656

Mi Mix im Test

Xiaomis randlose Innovation mit kleinen Makeln

Das Mi Mix von Xiaomi ist vom Aussehen her eines der innovativsten Smartphones auf dem Markt: Das fast randlose Design sieht super aus und birgt einige technische Neuerungen. Allerdings sind uns im Test auch einige Schwachstellen des 700-Euro-Smartphones aufgefallen, die im Alltag nerven.

Das Mi Mix von Xiaomi hat bereits bei der Vorstellung im Oktober 2016 Aufsehen erregt: Der chinesische Hersteller verzichtet bei dem Android-Smartphone auf den ansonsten üblichen breiten Rand an der Oberseite, lediglich unten befindet sich ein Rand, der aber auch nur knapp 11,5 mm misst. Entsprechend ungewohnt und durchaus beeindruckend wirkt das Smartphone beim ersten Auspacken.

Die Statuszeile des Android-Systems befindet sich direkt unter dem oberen Rand, Filme und Spiele im Querformat reichen ungewohnt nah an drei der vier Seiten des Displays heran, die Frontkamera ist aus technischen Gründen am unteren Rand eingebaut, eine Lautsprecheröffnung zum Telefonieren gibt es nicht. Die Optik des Mi Mix ist ein Hingucker - und bringt einige innovative Hardwarelösungen mit sich.

Im Test von Golem.de untersuchen wir, ob diese Innovationen auch alltagstauglich sind. Dabei hat uns das Smartphone durchaus positiv überrascht - dafür aber bei einigen grundsätzlichen Punkten der Hardware und Software nicht überzeugt. Das Testmodell wurde uns vom Importhändler Gearbest zur Verfügung gestellt, offiziell ist das Mi Mix wie alle Xiaomi-Geräte in Deutschland nicht zu haben.

Hochwertiges und kratzfestes Keramik-Gehäuse

Der erste Eindruck von dem Smartphone ist sehr gut: Bereits vor dem Einschalten fällt uns die hochwertige Verarbeitung des Gehäuses aus Keramik auf. Dieses soll besonders kratzfest sein - und tatsächlich finden sich nach zweiwöchigem Dauereinsatz nur winzige Gebrauchsspuren auf der Rückseite. Diese spiegelt bei unserem anthrazitfarbenen Modell so stark, dass das Smartphone fast schon als Spiegel verwendet werden kann; Fingerabdrücke lassen sich dennoch leicht entfernen.

Das Design des Gerätes weist keine besonders hervorstechenden Merkmale auf, gefällt uns insgesamt aber aufgrund seiner Schlichtheit gut. Das Design stammt vom französischen Designer Philippe Starck, der unter anderem auch Kopfhörer von Parrot entworfen hat.

Das Mi Mix liegt trotz einer Display-Diagonale von 6,4 Zoll gut in der Hand. Das liegt daran, dass das Gehäuse mit einer Größe von 159 x 82 x 7,9 mm kaum größer als das des Huawei Mate 9 mit seinem 6-Zoll-Display ist. Auch beim Vergleich mit dem iPhone 7 Plus schneidet das Mi Mix von der Größe her gut ab: Es ist nur unwesentlich länger und ungefähr 2 mm breiter als Apples aktuelles Topsmartphone, das allerdings nur eine Diagonale von 5,5 Zoll hat.

Mi Mix zählt zu den Flutschi-Phones

Nachteil der handschmeichelnden und glänzenden Oberfläche ist, dass das Smartphone äußerst rutschig ist. Das führt trotz eigentlich noch handhabbarer Größe bei uns zu einem unsicheren Halt, selbst bei trockenen Händen. Auf glatten Oberflächen rutscht es auch gerne einmal ab, was mitunter so langsam vor sich geht, dass wir erst nach einigen Minuten vom Poltern überrascht werden. Womöglich wohlwissend liefert Xiaomi in der hübsch gemachten Verpackung direkt eine Lederhülle mit.

Display bis zum Rand

Nach dem Einschalten des Mi Mix fällt sofort der bis zum oberen Rand gehende Bildschirm auf - und auch der Umstand, dass Xiaomi bei der Breite der Ränder auf den Pressefotos geschummelt hat: Oben, links und rechts ist der Abstand mit jeweils nur 1,6 mm bis zum Rahmen des Smartphones zwar nicht besonders groß, allerdings auch weit entfernt von der Haaresbreite, die Xiaomis Pressebilder suggerieren. Trotzdem füllt das Display immer noch knapp 88 Prozent der Vorderseite aus - ein Spitzenwert, den Xiaomi bei der Präsentation fälschlicherweise mit 91,3 Prozent angegeben hatte. Besonders dass der breite obere Rand fehlt, finden wir gut.

Der Bildschirm hat eine Auflösung von 2.040 x 1.080 Pixeln im ungewöhnlichen Format 17:9. Das ergibt eine Pixeldichte von 356 ppi - Inhalte werden entsprechend ausreichend scharf angezeigt, bei genauerem Hinsehen sind aber bereits leichte Treppeneffekte erkennbar. Das Format empfinden wir besonders beim Browsen und Lesen auf dem Smartphone als praktisch, da eine Menge an Inhalten angezeigt werden kann.

Im Querformat - etwa beim Schauen von Videos - ist uns der Abstand zwischen Rand und Display manchmal schon zu schmal: Zusammen mit dem rutschigen Gehäuse fürht das häufiger dazu, dass das Smartphone in unserer Hand verrutscht und wir aus Versehen mit unseren Fingern auf das Display kommen.

Guter und heller Bildschirm

Die Farbwiedergabe des LC-Bildschirms ist neutral und kann in den Einstellungen noch wärmer oder kühler eingestellt werden. Auch der Kontrast lässt sich erhöhen. Die Helligkeit ist mit durchschnittlich 524 cd/qm für ein Smartphone sehr hoch und zudem in allen Bereichen des Bildschirms nahezu gleich hell. Insgesamt macht der Bildschirm einen sehr guten Eindruck, was nicht ausschließlich an dem "Wow-Effekt" durch die schmalen Ränder liegt.

Der bis zum oberen Rand reichende Bildschirm ist mit der herkömmlichen Konstruktionsweise von Smartphones nicht vereinbar: So kann beispielsweise der Lautsprecher für Telefonate nicht wie gewohnt eingesetzt werden, da er unter dem Display liegen würde und dieses natürlich keine Öffnung zulässt. Auch der Annäherungssensor kann nicht wie gewohnt eingebaut werden, da auch er eine Öffnung im Deckglas benötigt.

Innovative Lösungen für konstruktionsbedingte Einschränkungen

Xiaomi hat für diese Probleme Lösungen gefunden, die sich bei den meisten anderen Smartphones auf dem Markt nicht finden. So wird die Stimme des Gesprächspartners über ein piezoelektronisches System übertragen, das den Schall als mechanische Energie über das Gehäuse weiterleitet. Eine ähnliche Technik hat beispielsweise Kyocera bei seinem Torque-Smartphone oder Gigaset beim ME verwendet.

Anders als beim Gigaset-Smartphone, das den Schall unterstützend zum normalen Lautsprecher verwendet, funktioniert die Tonübertragung beim Mi Mix allerdings: Während wir beim Gigaset ME unsere Gesprächspartner kaum verstehen konnten, ist die Sprachübertragung bei Xiaomis Smartphone gut - selbst in lauten Umgebungen können wir alles gut verstehen. Allerdings müssen wir beim Mi Mix im Unterschied zu anderen Smartphones unser Ohr eher gegen das Display halten als an den oberen Rand. Etwas blecherner als bei herkömmlichen Smartphones klingen Gespräche aber schon.

Der Annäherungssensor verwendet Ultraschall und kann daher ohne Öffnung im Deckglas verbaut werden. Bei Telefonaten funktioniert er in unseren Tests allerdings nicht: Der Bildschirm bleibt eingeschaltet, nachdem wir ein Telefonat angenommen haben. Das kann während des Telefonierens zu Fehleingaben führen.

Software mit nervigen Eigenschaften

Generell haben wir den Eindruck, dass die Software des Mi Mix stellenweise etwas mit der heißen Nadel gestrickt wurde - sprich: Nicht in allen Bereichen funktioniert das System zuverlässig. Das Smartphone wird mit dem auf Android 6.0.1 basierenden MIUI 8.0 ausgeliefert, auf unserem Testgerät ist die internationale Version mit den Google-Play-Services installiert. Der Sicherheitspatch ist vom September 2016 und damit veraltet.

Zu den nervigen Bugs gehört beispielsweise, dass die Schaltfläche für die Übersicht über die zuletzt verwendeten Apps viel zu häufig nicht auf den ersten Druck reagiert. Wir erhalten zwar eine Vibrationsrückmeldung der Software-Taste, allerdings passiert nichts. Erst beim zweiten Druck wird die Übersicht geöffnet. Die Navigationstasten sollen sich eigentlich in den Systemeinstellungen bearbeiten lassen - etwa, falls wir die Positionen vertauschen wollen. Dies funktioniert jedoch nicht, die Einstellungen stürzen stets ab, sobald wir den Menüpunkt ausgewählt haben.

Abschaltung von Hintergrundprozessen nervt hartnäckig

Xiaomi setzt auch beim Mi Mix auf eine in den Voreinstellungen aktivierte automatische Deaktivierung von Hintergrundprozessen. Sobald der Nutzer das Smartphone in den Standby-Modus versetzt, schaltet das System nicht mehr benötigte Prozesse ab. Dies führt regelmäßig dazu, dass geblockte Apps keine Benachrichtigungen mehr versenden, dem Nutzer also beispielsweise nicht mehr mitgeteilt wird, wenn er eine Messenger-Nachricht bekommt. Huawei hat wohl aus gutem Grund bei der neuen EMUI-Version 5.0 diese automatische Abschaltung nicht mehr voreingestellt.

Beim Mi Mix können wir die Funktion deaktivieren, haben danach aber immer noch Probleme. So wird beispielsweise immer die Pebble-App ausgeschaltet, was dazu führt, dass die Uhr ihre Verbindung zum Smartphone verliert. Auch wenn wir die App explizit auf eine Whitelist setzen und anschließend noch die automatische Deaktivierung ausschalten, wird die Anwendung beendet. Erst nachdem wir sie noch zusätzlich in der Übersicht über die zuletzt verwendeten Apps anpinnen, bleibt sie geöffnet. Auch das Messenger-Problem haben wir erst dann nicht mehr, wenn wir die betreffenden Apps explizit anpinnen.

Dies ist ein generelles Problem von MIUI, das nicht spezifisch für das Mi Mix steht - es fügt sich allerdings in das etwas nervige Gesamtbild der Software gut ein. Für künftige Geräte würden wir uns wünschen, dass Xiaomi wie Huawei mit EMUI 5.0 auf mutmaßlich akkuschonende Eingriffe in das System verzichten und so ein besser laufendes System ermöglichen würde.

Benutzeroberfläche ohne App-Übersicht

Die Benutzeroberfläche unterscheidet sich von der herkömmlichen Android-Oberfläche unter anderem dadurch, dass es keine separate App-Übersicht gibt. Wie bei einem iPhone werden alle Anwendungen auf dem Startbildschirm abgelegt, Ordner schaffen hier Übersichtlichkeit. MIUI bietet zahlreiche Möglichkeiten, die Oberfläche mit Design-Templates neu zu gestalten; das vorinstallierte Theme ist recht neutral.

Eine interessante Funktion von MIUI ist der sogenannte Second Space: Hier können Apps quasi in einem zweiten Bereich genutzt werden, um beispielsweise Social-Media-Anwendungen mit zwei verschiedenen Konten zu verwenden. So lassen sich unter anderem private und geschäftliche Bereiche gut trennen.

Kamera kann Konkurrenzmodelle nicht übertreffen

Wie beim Mi Note 2 gehört auch beim Mi Mix die 16-Megapixel-Kamera zu den weniger gelungenen Aspekten des Gerätes, besonders im Vergleich mit anderen aktuellen Topsmartphones. Tageslichtaufnahmen sehen auf den ersten Blick gut aus, Details verwaschen aber schnell, besonders, wenn das Foto in weniger guten Lichtsituationen aufgenommen wird. Die Schärfe ist bei anderen Smartphones ebenfalls besser.

Aufnahmen in Innenräumen oder bei wenig Licht fördern schnell ein deutlich sichtbares Farbrauschen zu Tage. Nachtaufnahmen sind im Grunde kaum möglich, da die Kamera-Software über keine derartige Optimierung verfügt - hier lassen sich mit den aktuellen Topmodellen von Samsung und Huawei deutlich bessere Fotos aufnehmen.

Frontkamera an ungewohnter Stelle

Videos kann das Mi Mix in maximal 4K aufnehmen. Die Frontkamera hat 5 Megapixel, was mittlerweile bei Topsmartphones eigentlich schon als niedrige Auflösung gilt. Die damit gemachten Selbstporträts sind qualitativ in Ordnung, andere Smartphones bieten aber auch hier mehr. Aufgrund der Konstruktion konnte Xiaomi die Frontkamera nicht wie üblich am oberen Rand einbauen - dort befindet sich schließlich das Display.

Daher ist die Kamera unten rechts; die Kamera-App von Xiaomi fordert den Nutzer auf, das Smartphone zu drehen, wenn er ein Selbstporträt machen möchte. Andere Apps machen das nicht, dort mussten wir uns etwas daran gewöhnen, nach unten rechts zu schauen.

Insgesamt betrachtet ist die Kameraausstattung des Mi Mix wie die des Mi Note 2 letztlich nicht wirklich schlecht, aber auch nicht so gut wie die der Konkurrenz. Verglichen mit der restlichen Topausstattung des Smartphones ist sie das schwächste Feature des Gerätes, was angesichts dessen, wie wichtig die Kamera eines Smartphones mittlerweile für viele Nutzer ist, schade ist.

Hardware aus dem Oberklassebereich

Von der restlichen technischen Ausstattung her ist das Mi Mix eindeutig ein Smartphone der Oberklasse: Als Prozessor kommt Qualcomms Snapdragon 821 zum Einsatz, der mit einer maximalen Taktrate von 2,35 GHz läuft. Der Arbeitsspeicher ist je nach Modell 4 oder 6 GByte groß, der Flash-Speicher entsprechend 128 oder 256 GByte. Unser Testmodell hat 4 GByte RAM, was zusammen mit dem Prozessor für ein flüssiges Arbeiten sorgt.

In den Benchmark-Tests schneidet das Gerät sehr gut ab. Im Gerätetest Geekbench 4 erreicht das Smartphone einen Single-Wert von 1.810 Punkten, was dem Ergebnis des Mi Note 2 entspricht. Das Oneplus 3T schafft im Vergleich mit 1.915 Punkten etwas mehr, ebenso das Mate 9 von Huawei mit 1.871 Zählern.

Im Icestorm-Unlimited-Test des 3DMark kommt das Mi Mix auf 31.906 Punkte, was ebenfalls am oberen Ende der Leistungsskala liegt. Das Oneplus 3T schafft hier mit 32.164 Punkten nur unwesentlich mehr, das Mate 9 liegt mit 27.140 Zählern darunter. Im Grafik-Benchmark GFX Bench kommt das Mi Mix im Car-Chase-Test auf einen Offscreen-Wert von 18 fps; das Oneplus 3T schafft 20 fps.

Eingeschränkter LTE-Empfang in Deutschland

Das Mi Mix unterstützt WLAN nach 802.11ac und LTE, das für Deutschland wichtige Frequenzband 20 fehlt allerdings. Die Bänder 3 und 7 sind vorhanden, ohne Band 20 ist der LTE-Empfang in vielen Teilen Deutschlands allerdings nicht gegeben. Bluetooth läuft in der Version 4.2, ein GPS-Empfänger sowie ein NFC-Chip sind eingebaut. Auf der Rückseite unterhalb der Kamera ist ein Fingerabdrucksensor eingebaut, über den das Smartphone entsperrt werden kann.

Der nicht ohne Weiteres wechselbare Akku hat eine Nennladung von 4.400 mAh und lässt sich dank Quickcharge 3.0 schnell laden. Innerhalb einer halben Stunde können wir den leeren Akku ungefähr zur Hälfte aufladen. Die Laufzeit ist dank des großen Akkus sehr gut: Wir kommen bei intensiver Nutzer locker auf anderthalb Tage Nutzungsdauer, bei sparsamer bis normaler Nutzung sind zwei Tage möglich.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Xiaomi Mi Mix ist offiziell nicht in Deutschland erhältlich und muss über Importhändler eingeführt werden. Bei Gearbest ist nur die 128-GByte-Version erhältlich, die momentan knapp 890 US-Dollar kostet. Umgerechnet sind das 830 Euro. Die Lieferung nach Deutschland ist kostenlos, Zollgebühren fallen dank Versand über Großbritannien nicht an. Je nach Verfügbarkeit kann der Preis bei Gearbest auch fallen.

Bei Trading Shenzhen ist das Smartphone in beiden Speichervarianten erhältlich. Die 128-GByte-Version kostet inklusive Versand 700 Euro, die 256-GByte-Version kostet mit Versand 757 Euro.

Fazit

Das Mi Mix von Xiaomi ist ohne Zweifel eines der innovativsten Smartphones des Jahres 2016. Ein 6,4 Zoll großes Display in einem Gehäuse zu verbauen, das nur unwesentlich größer ist als das anderer Smartphones mit kleineren Bildschirmen, ist eine ziemliche Leistung.

Der Nebeneffekt der von Xiaomi gewählten Konstruktion ist zudem ein äußerst schmaler Randbereich, was besonders am oberen Rand beeindruckend aussieht. Ein derartiges Design verleiht dem Mi Mix derzeit ein klares Alleinstellungsmerkmal.

Ein weiterer Nebeneffekt des großen Bildschirms ist die Verwendung von ungewöhnlichen neuen Techniken wie etwa der Schallübertragung per piezoelektronischem Element. Dass das in der Praxis auch noch gut funktioniert, ist umso besser. Vom Ultraschall-Annäherungssensor sind wir hingegen nicht überzeugt.

Das Gehäuse ist sehr gut verarbeitet und fühlt sich toll an. Das tatsächlich kratzfeste Keramikmaterial ist allerdings doch recht rutschig, was bei uns stellenweise zu Schockmomenten führte, als uns das Smartphone fast aus der Hand flutschte.

Die Hardware des Gerätes ist hochwertig, für Nutzer in Deutschland ist das fehlende LTE-Band 20 allerdings etwas, das sie vor dem Kauf beachten sollten. Wer unbedingt LTE nutzen möchte, könnte mit dem Smartphone Probleme bekommen. Nicht besonders beeindruckt hat uns die Kamera des Smartphones: Konkurrenten wie das Galaxy S7 von Samsung, das Mate 9 von Huawei oder auch das HTC 10 und das Oneplus 3T machen bessere Bilder als das neue Xiaomi-Smartphone.

Käufer bekommen zweifellos ein außergewöhnlich aussehendes Smartphone, das besonders beim Lesen, Browsen und Videos schauen Spaß macht. Außer auf die eher mittelmäßigen Kamera müssen sich Nutzer aber auch auf ein stellenweise nicht ganz ausgereiftes Betriebssystem einstellen, das besonders durch die automatische und hartnäckige Abschaltung von Apps auszeichnet.

Bei einem Preis von über 700 Euro plus der Gefahr, dass das Smartphone aufgrund eines fehlenden CE-Zeichens bei der Einfuhr aus dem Verkehr gezogen wird, dürfte es eher für Nutzer interessant sein, die unbedingt den großen 6,4-Zoll-Bildschirm im toll aussehenden 6-Zoll-Gehäuse aus Keramik haben wollen. Wer darauf keinen Wert legt, mit stellenweise weniger eingebautem Flash-Speicher auskommt und eine bessere Kamera haben möchte, dürfte mit einem anderen großen Smartphone wie dem Mate 9 von Huawei, dem HTC 10 oder dem Oneplus 3T besser bedient sein - auch wenn die nicht so außergewöhnlich aussehen.  (tk)


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