Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/usa-amazon-will-100-000-neue-vollzeitstellen-schaffen-1701-125552.html    Veröffentlicht: 12.01.2017 18:48    Kurz-URL: https://glm.io/125552

USA

Amazon will 100.000 neue Vollzeitstellen schaffen

Auch Amazon kündigt wie Donald Trump für "USA zuerst" Arbeitsplätze an. Der Konzern expandiert derweil weiter im Ausland.

Amazon will in den USA in den nächsten Jahren 100.000 neue Vollzeitstellen schaffen. Das gab der weltgrößte Onlinehändler am 12. Januar 2017 bekannt. Damit reagiert Amazon auf den künftigen US-Präsidenten Donald Trump, der "USA zuerst" fordert, und versprach, "Arbeitsplätze und Industrien zurück nach Amerika" zu holen.

Amazon versucht, sich trotz wachsenden Investitionen im Ausland mit der neuen Regierung gut zu stellen. Amazon wolle die Zahl seiner Vollzeitstellen in den USA von 180.000 im Jahr 2016 bis Mitte 2018 auf über 280.000 erhöhen. Zudem erklärte der Konzern: "Mehr als 10.000 Militärveteranen arbeiten bereits bei Amazon und im vergangenen Jahr hat das Unternehmen versprochen, weitere 25.000 Veteranen und deren Ehegatten in den nächsten fünf Jahren einzustellen und zu schulen."

Amazon-Gründer und Chef Jeff Bezos sagte: "Wir planen, in den nächsten 18 Monaten weitere 100.000 neue Amazonianer einzustellen, da wir neue Fulfillment-Zentren eröffnen und weiterhin in Bereichen wie Cloud-Technologie, maschinelles Lernen und fortgeschrittene Logistik innovativ sind."

Derzeit überbietet sich die IT-Branche bei Jobversprechen. Der Gründer der chinesischen Online-Handelsplattform Alibaba, Jack Ma, hat in dieser Woche bei einem Treffen mit Trump eine Million neue Arbeitsplätze in den USA in Aussicht gestellt.

Spannungen zwischen Trump und Bezos

Das international aufgestellte Silicon Valley wollte Trump nicht als Präsidenten. Bei einem Treffen Mitte Dezember 2016 mit IT-Vorständen war auch Bezos eingeladen, dessen Konzern vor allem im Ausland wächst.

Die Spannungen zwischen Trump und Bezos waren in den vergangenen Monaten besonders groß. Bezos gehört die "Washington Post", die kritisch zu Trump stand und im Wahlkampf die Wahl von Gegenkandidatin Hillary Clinton empfahl. Trump versprach bei einem Wahlkampfauftritt, Bezos werde nach seinem Sieg "sowas von Probleme bekommen", weil die Zeitung für den Online-Milliardär nur ein "Spielzeug" zum Steuersparen sei.

Raumfahrt-Enthusiast Bezos twitterte dagegen, er habe Trump einen Platz an Bord der Rakete seiner Firma Blue Origin reserviert. Der dazugehörige Hashtag "#sendDonaldtospace" wurde allgemein als Angebot ohne Rückfahrkarte aufgefasst. Nach Trumps Wahl versprach Bezos jedoch in einem Glückwunsch-Tweet umgehend, ihm eine unvoreingenommene Einstellung entgegenzubringen.

Trump hatte sich bei dem Gespräch versöhnlich gezeigt. "Ich bin da, um euch zu helfen, erfolgreich zu sein", soll er gesagt haben. Trump reagiert mit moderateren Tönen auch auf Proteste. Die Berufung von Stephen Bannon, dem früheren Betreiber der rechtsradikalen Website Breitbart, zum Chefstrategen Trumps empörte allerdings viele Menschen.  (asa)


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