Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/deutsche-verkaufszahlen-unberechtigter-jubel-ueber-die-uhd-blu-ray-1701-125539.html    Veröffentlicht: 12.01.2017 13:00    Kurz-URL: https://glm.io/125539

Deutsche Verkaufszahlen

Unberechtigter Jubel über die UHD-Blu-ray

Die Ultra HD Blu-ray Disc verkauft sich in Deutschland gut. Das findet zumindest die Gesellschaft zur Förderung Audiovisueller Medien (FAM), die sich auf GFK-Zahlen beruft. Doch selbst bei oberflächlicher Betrachtung der Zahlen: Gute Verkaufszahlen sehen anders aus.

Die Gesellschaft zur Förderung Audiovisueller Medien (FAM) hat sich als Tochter des Bundesverbandes Audiovisueller Medien zu den Verkaufszahlen der Ultra HD Blu-ray Disc (UHD-BD) geäußert. Die FAM bezieht sich dabei auf Zahlen des Marktforschungsinstitus GFK und nennt die Einführung basierend auf über 120.000 verkauften UHD-BDs eine Heimkino-Revolution. Allerdings nennt die FAM auch die Zahl der bereitstehenden Softwaretitel, die bei rund 100 Stück liegt. Das heißt: Im Durchschnitt wurde jeder Film knapp vierstellig verkauft.

Wird dabei bedacht, dass sich vor allem Blockbuster gut verkaufen, dürften die Zahlen für zahlreiche Filme im niedrigen dreistelligen Bereich liegen, und das deutschlandweit. Leider nennt die FAM keine Details zu den einzelnen Filmen. Ein Blick auf die aktuellen Charts zeigt, dass sich auch alte Titel noch gut verkaufen und es ungewöhnliche Fluktuationen gibt. Eine der besseren Discs, der Marsianer, schaffte beispielsweise den Wiedereinstieg in die Statistiken.

Geringere Verkaufszahlen als die 3D-Blu-ray

Ob sich damit das 4K-Disc-Format lohnt, ist schwer zu beurteilen. Die Preise sind hoch und die Margen dementsprechend gerade für kleine Auflagen gut. Wir wissen zudem, dass sich die bei vielen Anwendern kaum bekannte Super Audio CD oder auch die Blu-ray Pure Audio durchaus lohnt. Mittlere vierstellige Verkaufszahlen reichen mitunter, um Gewinn zu machen. Das dürfte weltweit ohne Probleme bei der UHD-BD erreichbar sein, zumal dieses Format präsenter ist als die beiden audiophilen Formate. Ein Vergleich zur 3D-Blu-ray zeigt allerdings, dass die UHD-BD-Zahlen recht gering sind. Die ähnlich teuren 3D-BDs haben es in der ersten Hälfte des Jahres 2016 auf über 600.000 Einheiten in Deutschland gebracht.

Allerdings ist die Unterstützung für den Handel und auch die Auswahl an Hardware gering. Die Blu-ray Association ist erstaunlich still. Wir haben nur in Japan eine aktive Unterstützung des Marktes gesehen, als wir die Technikmesse Ceatec besuchten. Dort sind die Margen allerdings höher. Ein Film kostet dort in etwa so viel wie ein Videospiel, also gut das Doppelte dessen, was hierzulande normal ist.

In Deutschland sinken immerhin die Einstiegspreise. Einen dedizierten UHD-BD-Player gibt es durchaus für unter 300 Euro und Sonys Neuvorstellung UBP-X800 wird mit Unterstützung der Super Audio CD rund 400 Euro kosten.

Golem.de arbeitet derzeit an einem großen Ultra-HD-Blu-ray-Artikel, bei dem wir anhand mehrerer Gerätekombinationen auf die Vor-, aber auch Nachteile des Formates eingehen werden, das nicht nur eine hohe Auflösung, sondern auch High Dynamic Range und die bessere Darstellung der Farben bietet.  (ase)


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