Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/wacom-brainwave-ein-graph-sagt-mehr-als-tausend-worte-1701-125503.html    Veröffentlicht: 10.01.2017 17:40    Kurz-URL: https://glm.io/125503

Wacom Brainwave

Ein Graph sagt mehr als tausend Worte

Eine Software, die Gefühle des Nutzers interpretiert, hat Wacom mit Hilfe des Biotechnikunternehmens Neurosky entwickelt. Genutzt wird dafür ein Stift-Tablet.

Wacom hat eine Software entwickelt, die Gehirnstromdaten anhand von digitalisierter Handschrift erfassen soll. Wacom nennt dieses Projekt Brainwave. Es wurde in enger Kooperation mit dem Biosensortechnik-Unternehmen Neurosky durchgeführt. Die Handschrift wird durch ein Bamboo Slate erfasst. Dieses Gerät nutzt dafür echtes Papier und einen speziellen Stift und kann daher als digitaler Notizblock angesehen werden, ähnlich wie das kürzlich vorgestellte Intuos Pro Paper Edition. Der Hersteller selbst bezeichnet es als Smartpad.



Erste Bilder lassen vermuten, dass der von Neurosky entwickelte Emotional-Spectrum-Algorithmus zur Analyse des Gefühlszustandes verschiedene vom Wacom-Tablet übergebene Daten verwendet. Dazu zählen der ausgeübte Stiftdruck, die Schreibgeschwindigkeit oder auch die Neigung des Stiftes während des Schreibens. Für eine detaillierte Auswertung kommt zusätzlich ein Headset inklusive Mikrofon zum Einsatz. Aus Audio- und Sensordaten wird daraufhin eine Übersicht generiert, die Auskunft über den Gefühlszustand der Testperson geben soll. In einem Diagramm kann dieser zeitlich eingeordnet und angezeigt werden.

Anwendung in Bildung und Medizin denkbar

Der Nutzen dieser Auswertung von Daten zur Ermittlung des Gefühlszustands wird von Wacom nicht im Detail erläutert. Das Unternehmen sieht aber Potenzial in Forschungsbereichen wie zum Beispiel der Bildung, der Psychologie oder der Medizin. Denkbar sind verschiedene Anwendungsszenarien, eine Messung der Aufmerksamkeit von Schülern, Unterstützung bei der Analyse psychischer Krankheiten, indem Patienten ihre Gedanken digital niederschreiben oder eine Anwendung im Bereich des personenbezogenen Marketings.

Das Unternehmen sieht aber auch noch völlig andere Einsatzszenarien für Brainwave, etwa die Erfassung von geologischen Daten. Unabhängig vom Nutzen möchte Wacom mit diesem Experiment dem eigens definierten Medium der "digitalen Tinte" mehr Bedeutung verschaffen.  (on)


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