Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/smartphones-zte-soll-mitarbeiter-entlassen-die-sich-bei-huawei-bewerben-1701-125465.html    Veröffentlicht: 09.01.2017 10:22    Kurz-URL: https://glm.io/125465

Smartphones

ZTE soll Mitarbeiter entlassen, die sich bei Huawei bewerben

ZTE entlässt - offenbar auch Beschäftigte außerhalb Chinas, die zu Huawei wechseln wollten. Es sei die größte Krise in der 31-jährigen Unternehmensgeschichte, sagt der Aufsichtsratschef.

ZTE wird 3.000 Arbeitsplätze abbauen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Unternehmenskreise. Der staatliche Telekommunikationsausrüster und Smartphone-Hersteller verringert die Zahl der Arbeitsplätze im Unternehmen damit von jetzt 60.000 um 5 Prozent. "Mir wurden auch Namen von zu Entlassenden vorgelegt, die sich bei Huawei beworben haben und daher als instabil gekennzeichnet wurden", sagte ein ZTE-Manager, der nicht im Smartphone-Bereich arbeitet.

ZTE-Aufsichtsratschef Zhao Xianming sprach laut einem Transkript im offiziellen Wechat-Kanal der Firma in seiner Neujahrsansprache von der "größten Krise in der 31-jährigen Unternehmensgeschichte", wie Reuters berichtet. Geschäftsbereiche, die nicht strategisch wichtig seien oder wenig einbrächten, würden geschlossen, verschoben, zusammengeführt oder umkonfiguriert, um die Konkurrenzfähigkeit zu erhöhen.

Huawei ist eine Art Genossenschaft und anders als ZTE nicht in staatlichem Besitz. Das Verhältnis zwischen den chinesischen Konzernen ist laut Informationen von Golem.de angespannt.

Smartphone-Bereich besonders betroffen

Besonders von dem Stellenabbau betroffen sei der Smartphone-Bereich, wo der Abbau in China bei über 20 Prozent liege, sagte ein hochrangiger Manager, der über die Entlassungen informiert wurde. Der Stellenabbau soll bereits während des ersten Quartals 2017 abgeschlossen werden. Ein ZTE-Manager außerhalb Chinas erklärte, dass in seinem Bereich bereits bis Ende Januar 10 Prozent der Stellen gestrichen werden müssten.

Sanktionen in den USA drohen

Das US-Handelsministerium hatte im März 2016 angekündigt, gegen ZTE vorzugehen, weil der Konzern sich nicht an Sanktionen gegen Iran gehalten habe. ZTE soll sich vor Jahren vertraglich verpflichtet haben, Hardware- und Software von US-Herstellern wie Microsoft, IBM, Oracle und Dell an Partner wie die iranische Telekomfirma TCI (Telecommuication Company Of Iran) zu liefern. ZTE weist die Vorwürfe zurück. Die geplanten Importbeschränkungen sind noch nicht in Kraft getreten.

Besonders in China gilt der Markt für LTE-Netzwerke als relativ gesättigt, weshalb der Absatz für Netzwerkausrüstung eingebrochen ist.  (asa)


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