Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/verschluesselte-kommunikation-vodafone-stellt-secure-e-mail-ein-1612-125308.html    Veröffentlicht: 30.12.2016 12:26    Kurz-URL: https://glm.io/125308

Verschlüsselte Kommunikation

Vodafone stellt Secure E-Mail ein

Einfache Lösungen für verschlüsselte Kommunikation gibt es viele - Vodafone konnte sich bei Firmenkunden offenbar nicht mit seinem Dienst Secure E-Mail durchsetzen - das Angebot wird eingestellt. Zunächst gab es widersprüchliche Angaben zur Verschlüsselung.

Vodafone stellt den Dienst Secure E-Mail zum 31.03.2017 ein, wie das Unternehmen in einer Mail an Kunden bekannt gegeben hat, die Golem.de vorliegt. Bestehende Kunden können den Dienst bis dahin wie gewohnt nutzen, aber keinen neuen Nutzerkonten mehr anlegen.

Mit Secure E-Mail wollte Vodafone eine einfache Möglichkeit zum Austausch verschlüsselter Nachrichten bieten. Das Angebot richtet sich vor allem an Firmenkunden und wurde vor rund einem Jahr gestartet. Auf Nachfrage von Golem.de zu Details der verwendeten Verschlüsselungsverfahren hatte ein von Vodafone mit der Umsetzung beauftragtes Unternehmen zunächst grob falsche Angaben gemacht, die später korrigiert wurden.

Alle Daten werden gelöscht

In der Mail an die Kunden schreibt Vodafone: "Zum 01.04.2017 werden alle Vodafone Secure E-Mail Accounts und die dahinterliegenden persönlichen Daten in vollem Umfang von unseren Servern gelöscht. Dazu gehören alle Texte, Anhänge, ihre persönlichen und verschlüsselten Passwörter sowie jegliche Metadaten. Bitte stellen Sie daher sicher, dass Sie bis zu diesem Zeitpunkt alle noch benötigten Daten lokal auf Ihrem System gespeichert haben. Jegliche Vodafone Secure E-Mail Software wie App und Microsoft Outlook Add-In, ist ab dem 01.04.2017 nicht mehr nutzbar und kann von Ihren Geräten gelöscht werden."

Die Entscheidung sei "Im Rahmen einer Anpassung unseres Produktportfolios für Firmenkunden" getroffen worden. Secure E-Mail setzt nicht auf etablierte Verfahren wie PGP oder S/MIME, sondern eine eigene Lösung auf Basis von der Kryptobibliothek Bouncy Castle. Damit ist das Produkt mit gängigen Lösungen inkompatibel, was zu der Einstellung beigetragen haben dürfte.  (hg)


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