Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/grundversorgung-kanada-macht-drosselung-illegal-1612-125235.html    Veröffentlicht: 23.12.2016 11:26    Kurz-URL: https://glm.io/125235

Grundversorgung

Kanada macht Drosselung illegal

Ein Internetzugang mit 50 MBit/s im Download und 10 MBit/s im Upload ohne Drosselung wird in Kanada als Grundversorgung vorgeschrieben. Doch die Regierung lässt sich damit Zeit.

Kanadas Regulierungsbehörde hat Breitbandinternet im Festnetz ohne Drosselung für alle Haushalte beschlossen. Das gab die CRTC (Canadian Radio-Television and Telecommunications Commission) bekannt. Mindestens soll eine Datenübertragungsrate von 50 MBit/s im Download und 10 MBit/s im Upload sowie eine unbeschränkte Datenoption geboten werden.

Ein neuer Fonds wird über die nächsten fünf Jahre 750 Millionen Kanadische Dollar (532 Millionen Euro) zur Verfügung stellen, um Projekte in Bereichen zu unterstützen, in denen das Niveau der Breitbandversorgung nicht zur Verfügung steht. Der Fonds wird aus einer Umsatzabgabe in Höhe von 0,53 Prozent der Telekommunikationskonzerne des Landes finanziert.

Im Anschluss an diesen gesetzlichen Auftrag hat die CRTC für die grundlegenden Telekommunikationsdienste das Ziel aufgestellt, die aktuellen mobilen Funktechnologien nicht nur in Haushalten und Unternehmen, sondern auch entlang der großen kanadischen Straßen aufzubauen.

Gegenwärtig haben rund 18 Prozent der Kanadier in 2 Millionen Haushalten keinen Internetzugang mit 50 MBit/s im Download und 10 MBit/s im Upload. Das Ziel der CRTC sei laut einem Bericht von CBS, den Stand bis zum Jahr 2021 auf 10 Prozent zu reduzieren und auf null in den nächsten 10 bis 15 Jahren.

Rogers Communications betonte, bereits schnellere Internetzugänge bereitzustellen. Bell Canada erklärte laut CTV News, dass "die Entscheidung überprüft" würde.

Die digitale Bürgerrechtsgruppe Openmedia begrüßte den Beschluss. "Diese wegweisende Festlegung wird eine grundlegende Änderung für ländliche und schlecht versorgte Gemeinden in ganz Kanada herbeiführen, in denen der Internetzugang entweder nicht verfügbar oder unerschwinglich ist, was teilweise an Kanadas unzugänglicher Geografie und geringer Bevölkerungsdichte liegt." Rund 50.000 hatten einen Openmedia-Appell unterschrieben, der schnelle Internetzugänge als Grundversorgung gefordert hatte.  (asa)


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