Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/south-carolina-us-bundesstaat-soll-porno-sperre-bekommen-1612-125166.html    Veröffentlicht: 20.12.2016 13:55    Kurz-URL: https://glm.io/125166

South Carolina

US-Bundesstaat soll Porno-Sperre bekommen

Nur wer 20 US-Dollar zahlt, soll den Pornofilter auf neuen Computern entfernen können. Das sieht eine Gesetzvorlage für Internetsperren des Abgeordneten Bill Chumley vor.

Eine Gesetzesvorlage im US-Bundesstaat South Carolina will eine Porno-Sperre auf neuen Computer vorschreiben. Das berichtet die Lokalzeitung Goupstate.com. Das Gesetz zur Verhinderung von Menschenhandel stammt von den Republikanern Bill Chumley und Mike Burns, die im Repräsentantenhaus von South Carolina (South Carolina House of Representatives) einen Sitz als Abgeordnete haben. Ihre Partei hat dort die Mehrheit.

Jeder Hersteller oder Händler, der die Pornografie-Sperre nicht installiert, soll eine Gebühr von 20 US-Dollar zahlen. Kunden sollen den Filter nur nach einer Überprüfung ihrer Volljährigkeit und der Zahlung von 20 US-Dollar entfernen dürfen. Auch alle Inhalte zum Thema Prostitution sollen blockiert werden.

"Wenn Endnutzer ein Gerät kaufen, einen Computer, und sie wollen Zugriff darauf, müssten sie zahlen, um den Filter zu entfernen", sagte Chumley.

Die Einnahmen sollen den Ermittlungsbehörden für den Kampf gegen Menschenhandel zur Verfügung gestellt werden. Der Bundesstaat sei stark vom Menschenhandel für Prostitution betroffen, erklärte Chumley.

Auch Europa hat Pornofilter

Großbritanniens Premierminister David Cameron hatte im Juli 2013 einen Pornofilter für alle Nutzer durchgesetzt, der erst aktiv ausgeschaltet werden muss. Die Provider, die das Abkommen mit Cameron unterzeichnet hatten, waren BT, Sky, Talktalk und Virgin. Von den Unternehmen wurden zur Zeit der Einführung 17,6 Millionen der 19,2 Millionen Breitbandnutzer des Landes versorgt.

Die britischen Filter sperren nach früheren Angaben der Bürgerrechtsorganisation Open Rights Group (ORG) 20 Prozent der Webseiten in der Liste der Online-Top-100. Insgesamt wurden über 23.000 Webseiten blockiert. Gefiltert werden neben Pornografie auch Themenbereiche wie Nacktheit, Sexualerziehung, Dating, Glücksspiel, Gewaltdarstellungen, Webseiten zu Magersucht und Essstörung, Suizid-Webseiten, Alkohol, Rauchen, Webforen, esoterisches Material und Umgehungstools für Netzsperren.  (asa)


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