Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bundesnetzagentur-erotik-sms-spam-mit-0900-rufnummern-abgeschaltet-1612-125137.html    Veröffentlicht: 19.12.2016 11:11    Kurz-URL: https://glm.io/125137

Bundesnetzagentur

Erotik-SMS-Spam mit 0900-Rufnummern abgeschaltet

Betrüger aus Düsseldorf, die Sex-SMS versandt hatten, sind gesperrt worden. Die Betroffenen müssen nicht zahlen und dürfen auch nicht abkassiert werden, ordnete die Bundesnetzagentur an.

Die Bundesnetzagentur ist gegen Erotik-SMS-Spam vorgegangen und hat die Abschaltung von Rufnummern angeordnet. Wie die Behörde am 19. Dezember 2016 bekanntgab, wurde ein Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbot ausgesprochen. "Wer die teure Nummer zurückgerufen hat, muss die Kosten hierfür nicht bezahlen. Diese Rechnungsbeträge dürfen nicht mehr eingezogen werden", sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Die Bundesnetzagentur ist gegen ein Unternehmen aus Düsseldorf vorgegangen, das Werbe-SMS mit pornografischen Inhalten versandt hatte. Dabei seien hochpreisige 0900-Rufnummern genutzt worden. Gesperrt wurden die Rufnummern 9005001012, 9005700735, 9005701000, 9005858006, 9005399299, 9005806708, 9005701010, 9005001490, 9005859120, 9005227322, 9005654595 und 9005654545. Die Zusendung der SMS erfolgte ohne vorherige Einwilligung der Verbraucher und damit rechtswidrig. Mindestens in einem Fall gingen dabei SMS auf dem Mobiltelefon eines Kindes im Grundschulalter ein.

In diesem Jahr sind bereits mehr als 7.200 Verbraucherbeschwerden zu SMS-Spam eingegangen. Seit Beginn des Jahres wurden bereits über 2.600 Rufnummern abgeschaltet.

Gerd Billen, Staatssekretär des Bundesjustizministeriums, hatte im Zusammenhang mit WAP-Billing-Betrug schwere Vorwürfe gegen die Mobilfunkbetreiber erhoben. Die Mobilfunkkonzerne hätten Betrug vielleicht "billigend in Kauf genommen. Weil sie daran verdient haben, oder weil sie sich zu wenig Arbeit gemacht haben, die Betrüger aus dem Markt zu werfen." WAP-Billing ist legal, bietet aber die Möglichkeit für unzulässige Abrechnungen. Hier warten die Betroffenen bisher vergeblich auf ein Durchgreifen der Bundesnetzagentur.  (asa)


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