Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/computerkriminalitaet-us-polizei-verhaftet-mutmasslichen-jp-morgan-cracker-1612-125115.html    Veröffentlicht: 16.12.2016 15:20    Kurz-URL: https://glm.io/125115

Computerkriminalität

US-Polizei verhaftet mutmaßlichen JP-Morgan-Cracker

Es war ein spektakulärer Fall: Cracker sollen sich Daten von Millionen Bankkunden verschafft und damit Betrügereien mit einem Millionen-Schaden begangen haben. Jetzt haben US-Strafverfolger den mutmaßlichen Anführer verhaftet.

Die Polizei in New York City hat einen gesuchten Cracker verhaftet. Er wurde nach der Landung auf dem John-F.-Kennedy-Flughafen festgenommen. Er soll einer der Hauptakteure bei einem der größten Computerbetrugsfälle sein und wurde weltweit von der US-Bundespolizei FBI gesucht.

Nach Ansicht der US-Strafverfolger war der 32-Jährige der Anführer einer dreiköpfigen Gruppe, die vor einigen Jahren Banken und deren Kunden um Millionen US-Dollar betrogen haben soll. Der Mann hat in Moskau gelebt und ist freiwillig in die USA zurückgekehrt. Die beiden Mittäter wurden bereits im Juli vergangenen Jahres in Israel verhaftet und im Juni an die USA ausgeliefert.

Zugriff auf Daten von Millionen Bankkunden

Die Drei sollen sich 2014 in großem Stil Zugang zu den Computersystemen von Banken, Maklerfirmen und Finanzmedien verschafft haben. Dazu gehörte auch JP Morgan. Dabei erhielten die Angreifer Zugriff auf Daten von über 83 Millionen Kunden der Bank, darunter Namen, Adressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen.

Insgesamt sollen die drei Verdächtigen zwischen 2012 und 2015 in die Systeme von einem Dutzend Finanzunternehmen eingedrungen sein und sich personenbezogene Daten von mehr als 100 Millionen Nutzern beschafft haben. Es sei das größte Datenabgreifen bei US-Finanzinstituten gewesen, sagte der New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara.

Hacken als Geschäftsmodell

Die Drei betrieben laut Bharara "Hacken als Geschäftsmodell". Mit Hilfe der Daten sollen sie sich durch Betrug mehrere Millionen US-Dollar beschafft haben. Die Staatsanwaltschaft will die Verdächtigen unter anderem wegen illegalen Eindringens in Computersysteme, Identitätsdiebstahls, Wertpapierbetrugs und Börsenmanipulationen anklagen.

Sollten sie schuldig gesprochen werden, könnten die beiden Hauptverdächtigen im Höchstfall zu Gefängnisstrafen von 117 Jahren verurteilt werden. Beim dritten Verdächtigen könnte die Höchststrafe bei 97 Jahren Haft liegen.  (wp)


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