Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/streaming-netflix-nutzer-wollen-keine-topfilme-1612-124931.html    Veröffentlicht: 07.12.2016 13:10    Kurz-URL: https://glm.io/124931

Streaming

Netflix-Nutzer wollen keine Topfilme

Netflix reduziert die Anzahl der Topfilme bewusst immer weiter, weil der Streaminganbieter meint, dies wirke sich nicht auf die Nutzergewohnheiten aus. Schuld sei die Filmindustrie.

Egal wie viele Kinofilme der großen Studios Netflix im Angebot hat, die Nutzer streamen immer nur zu einem Drittel Filme. Das sagte Ted Sarandos, Chief Content Officer bei Netflix laut einem Bericht von Business Insider Australia auf der UBS Global Media und Communications Conference in New York. "Egal was, wir stehen am Ende immer mit etwa einem Drittel Filme bei der Nutzung da."

Sarandos nannte dazu die Beispiele USA und Kanada. In Kanada habe Netflix mit fünf großen Filmstudios Verträge, in den USA praktisch mit keinem Studio, bis auf eine gerade geschlossene Paketvereinbarung mit Disney - und dennoch würde auf beiden Landesmärkten immer zu einem Drittel Filme genutzt.

Verwertungskette der Filmindustrie nervt die Menschheit

Sarandos: "Wenn Sie einen Film nehmen, der gut an der Abendkasse läuft, dann erhalten sie den Film sieben bis zehn Monate später auf ihrem Streamingservice, damit ist nicht mehr viel zu erreichen", erklärte er. Netflix sei "glücklich, einige dieser Filme zu haben, aber das Publikum reagiert nicht besonders leidenschaftlich darauf."

Die traditionelle Verwertungskette der Filmindustrie lautet: Kino, DVD/Blu-ray und dann erst Streaming. Die Zeitspanne, nach der Filme, die in den Kinos auslaufen, für das Wohnzimmer freigegeben werden, liegt auf Datenträgern traditionell bei 90 Tagen. Nach Expertenansicht ist das der Grund für die Attraktivität illegaler Filmkopien und Verluste der Filmstudios in Milliarden-US-Dollar-Höhe.

Das Netflix-Angebot von Kinofilmen ist in den vergangenen Jahren immer weiter reduziert worden. Seit dem Jahr 2012 wurde die Zahl der Netflix-Filme aus den Top 250 der Filmdatenbank IMDB von Amazon halbiert. Gegenwärtig sind nur 31 der Toptitel bei Netflix verfügbar.

Netflix setzt auf Eigenproduktionen, bei denen das Unternehmen alle Rechte besitzt, um die Werke in Kinos und im Streaming zeitgleich zu zeigen und weltweit einzusetzen.  (asa)


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