Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/mozilla-web-engine-servo-bekommt-gpu-beschleunigtes-webvr-1611-124778.html    Veröffentlicht: 30.11.2016 13:35    Kurz-URL: https://glm.io/124778

Mozilla

Web-Engine Servo bekommt GPU-beschleunigtes WebVR

Experimentelle Builds von Mozillas moderner Web-Engine Servo unterstützen WebVR mit dem HTC Vive. Für eine möglichst flüssige Darstellung setzt das Team auf das GPU-Backend Webrender, das künftig auch im Firefox genutzt werden soll.

Seit fast zwei Jahren unterstützt der Firefox-Browser von Mozilla die nach wie vor experimentelle Technik, um Virtual-Reality-Inhalte im Web darzustellen. Die Unterstützung für das sogenannte WebVR hat das Team von Mozilla nun auch für die in Rust geschriebene Web-Engine Servo umgesetzt, was experimentierfreudige Nutzer bereits mit einem HTC Vive testen können, wie es in der Ankündigung heißt.

Dank einer von den Browser-Funktionen mehr oder weniger unabhängigen WebVR-Bibliothek in Rust können die zur Benutzung anderer VR-Headsets nötigen SDKs der Hersteller vergleichsweise leicht in den Code integriert werden. Diese Unabhängigkeit vereinfache zudem die Entwicklung ebenso wie Beiträge von Externen, da nicht mit dem Browser-Code interagiert werden müsse.

Rendering im GPU-Backend

Die eigentliche Darstellung der Inhalte wird dabei in das GPU-Backend von Servo, Webrender, ausgelagert, das für das gesamte Rasterizing zuständig ist. Der Renderer verarbeitet dabei sowohl die für VR nötigen Kommandos als auch die OpenGL-Operation in WebGL-Kontexten. Die direkte Interaktion mit dem eigentlichen Gerät soll dabei durch die Verwendung des Rust-Codes abgesichert sein.

Auch die üblichen Race-Conditions in Anwendungen mit mehreren Threads seien durch die Architektur ausgeschlossen. Darüber hinaus seien die Latenzzeiten dank Shared-Memory deutlich reduziert worden. Letztlich gibt es mit einer WebVR-Komponente und den zur DOM-Manipulation nötigen Funktionen noch zwei Bestandteile für die vollständige WebVR-Unterstützung in Servo.

Ohne nähere Angaben zur verwendeten Hardware zu machen, schreibt das Team, dass mit dem verfügbaren Code WebVR-Beispiele mit bis zu 90 FPS dargestellt werden könnten. Dieser hohe Wert liegt wohl auch an der modularen Architektur. Der Aufbau könnte außerdem dazu führen, dass diese WebVR-Implementierung zumindest in Teilen auch im kommenden Jahr in den Firefox übernommen wird.

Immerhin verfolgt Mozilla mit dem Project Quantum das Ziel, einige große und wichtige Teile aus Servo in den Firefox-Browser zu übernehmen. Dazu gehört auch der Webrender.  (sg)


Verwandte Artikel:
Mozilla: Wenn Experimente besser sind als Produkte   
(03.11.2017, https://glm.io/130916 )
Grafikschnittstelle: Vulkan 1.1 unterstützt DRM und Multi-GPU   
(08.03.2018, https://glm.io/133208 )
Firefox 57: Viel mehr als nur ein Quäntchen schneller   
(14.11.2017, https://glm.io/131140 )
Facepunch Studios: Rust will nun ohne Early Access überleben   
(09.02.2018, https://glm.io/132687 )
WebVR: Oculus-Support im Firefox Nightly   
(21.01.2015, https://glm.io/111844 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/