Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/oneplus-3t-im-test-schneller-ausdauernder-und-immer-noch-guenstig-1611-124606.html    Veröffentlicht: 21.11.2016 19:01    Kurz-URL: https://glm.io/124606

Oneplus 3T im Test

Schneller, ausdauernder und immer noch günstig

Mit dem 3T hat Oneplus eine verbesserte Version des Three vorgestellt, einige Änderungen gehen auf Feedback der Kunden zurück. Das neue Gerät kostet nur wenig mehr als das Ursprungsmodell, ist dank neuem Prozessor aber eines der leistungsfähigsten auf dem Markt - bei einem Preis von unter 500 Euro.

Der chinesische Hersteller Oneplus hat nur fünf Monate nach Veröffentlichung des Three mit dem 3T eine verbesserte Version seines Topmodells veröffentlicht - ein ungewöhnlicher Schritt, der anderen Unternehmen, wie etwa Sony, in der Vergangenheit nicht unbedingt zu mehr Renommee verholfen hat. Oneplus hat jedoch genügend Feedback von den Kunden erhalten, um den Versuch zu starten, wie der Hersteller Golem.de im Gespräch erklärte.

Die Änderungen beim Oneplus 3T betreffen hauptsächlich das System-on-a-Chip, den Akku und die Kamera. Auch bei der Software hat der Hersteller einige kleine Verbesserungen umgesetzt. Golem.de konnte das neue Modell mit dem ursprünglichen Three vergleichen - und feststellen, dass das 3T die Konkurrenz in der Leistung übertrifft. In seiner Preisklasse ist das neue Modell schlicht unschlagbar.

Äußerlich ist das 3T vom Three kaum auseinanderzuhalten. Die neue Farbe - Gunmetal Grey, ein dunkles Grau - hilft bei der Unterscheidung auch nicht: Auf den ersten Blick ähnelt die Farbe dem bisherigen Silber doch sehr. Am Aluminiumgehäuse hat Oneplus nichts verändert, was nicht tragisch ist: Die Verarbeitungsqualität des 3T ist genauso hoch wie die des Three.

Viele Bereiche der Hardware müssen wir in unserem Test nicht betrachten - das Display, die Netzwerkkonnektivität, der WLAN-Standard oder die verwendete Bluetooth-Version beispielsweise sind gleich. Unterschiede gibt es beim verbauten Prozessor, dem Akku und bei den Kameras.

Snapdragon 821 mit Top-Ergebnissen bei den Benchmarks

Als SoC kommt Qualcomms Snapdragon 821 zum Einsatz, und zwar in der Variante mit 2,35 GHz Taktrate. Der bringt das Oneplus 3T leistungsmäßig an die Spitze der von uns gemessenen Android-Smartphones: Im Geekbench 4 erreicht das Smartphone einen Single-Wert von 1.915 Punkten - über 200 Punkte mehr als das Oneplus Three, fast 400 Punkte mehr als das Pixel XL und über 40 Punkte mehr als das Huawei Mate 9.

Im Icestorm-Unlimited-Test des 3DMark kommt das 3T auf 32.164 Zähler - fast 2.000 Punkte mehr als das Three und über 4.000 Punkte mehr als das Pixel XL. Im Grafik-Benchmark GFX Bench erreicht das 3T einen Offscreen-Wert von 20 fps im Car-Chase-Test. Das Three kommt hier auf 18 fps, das Pixel XL nur auf 11 fps. In allen von uns gemessenen Werten liegt das Oneplus 3T vor der Android-Konkurrenz, nur der A10-Chip des iPhone 7 erreicht bessere Werte.

Entsprechend flüssig läuft das Oneplus 3T in der Bedienung, auch herausfordernde Apps oder mehrere gleichzeitig geöffnete Anwendungen sind für das Smartphone kein Problem. Das liegt auch an den 6 GByte Arbeitsspeicher, die das Smartphone wie bereits das Three hat. Der eingebaute Flash-Speicher ist wahlweise 64 oder 128 GByte groß - die größere Option gab es beim Three noch nicht. Einen Steckplatz für Speicherkarten hat das Smartphone weiterhin nicht.

3T toppt die Akkulaufzeit des Three

Den Akku hat Oneplus beim 3T verglichen mit dem Three von 3.000 mAh auf eine Nennladung von 3.400 mAh vergrößert. Das Three hatte bereits sehr gut in unserem Akkulaufzeittest abgeschnitten: Einen 1080p-Film konnten wir bei voller Helligkeit 13 Stunden lang anschauen. Das 3T kommt beim gleichen Test auf 15 Stunden, ein Spitzenwert bei der Akkulaufzeit. Das ähnlich teure Moto Z Play von Lenovo schneidet hier mit einer Laufzeit von 18 Stunden aber noch besser ab.

Geladen werden kann der Akku wieder mit dem mitgelieferten Dash-Ladegerät. Dieses lädt den Akku innerhalb von 30 Minuten von 0 auf ungefähr 60 Prozent. Verglichen mit anderen Schnellladesystemen hat das Dash-System den Vorteil, dass die Ladekurve bei Benutzung des Smartphones und gleichzeitigem Laden steiler ist. Dadurch lädt auch das 3T schneller als andere Smartphones auf, wenn wir beim Laden surfen, browsen oder auch einen Film gucken. Beim Laden wird das Smartphone zudem nur ein bisschen warm, aber nicht heiß.

Besserer elektronischer Stabilisator

Die Kamera auf der Rückseite des Smartphones hat wieder 16 Megapixel, am Sensor und an den Linsen hat Oneplus nichts geändert. Entsprechend ist die Bildqualität identisch mit der des Three: Von der Schärfe her liegen sie zwischen der des Galaxy S6 und des Galaxy S7. Das Galaxy S7 macht eher etwas weniger scharfe Bilder mit einer hohen Kantenschärfe, das 3T hingegen hat eine feinere Schärfe und zeigt tendenziell feinere Details. Das Schutzglas der Kamera ist beim 3T allerdings aus Saphirglas und soll entsprechend kratzfest sein.

Eine Änderung gibt es bei der rückseitigen Kamera: Den elektrischen Bildstabilisator (EIS) hat Oneplus verbessert. Im direkten Vergleich mit dem Three wirkt die Stabilisierung beim 3T etwas gleichmäßiger und dadurch unauffälliger.

Frontkamera hat 16 Megapixel

Eine größere Neuerung gibt es bei der Frontkamera: Diese hat beim 3T mit 16 Megapixeln eine doppelt so hohe Auflösung wie die des Three. Oneplus hat bei dieser Maßnahme nicht nur Nutzer im Sinn, die gerne Selbstporträts machen, sondern auch Livestreaming-Dienste wie Facebook Live oder Youtube nutzen.

Die restliche Hardware des 3T entspricht der des Three: Das Amoled-Display ist 5,5 Zoll groß und löst mit 1.920 x 1.080 Pixeln auf. Auf der Vorderseite ist wieder ein Fingerabdrucksensor eingebaut, mit dem das Smartphone entsperrt werden kann. Das 3T unterstützt Cat6-LTE und WLAN nach 802.11ac, Bluetooth läuft in der Version 4.2. Nutzer können zwei SIM-Karten gleichzeitig verwenden, einen Steckplatz für Micro-SD-Karten hat auch das 3T nicht.

Auslieferung mit Marshmallow

Ausgeliefert wird das Smartphone mit auf Android 6.0.1 basierendem OxygenOS. Nach Angabe von Oneplus versucht der Hersteller, noch bis Ende 2016 eine auf Android 7 alias Nougat basierende OxygenOS-Version für das Gerät zu verteilen. Dieses Update wird dann auch das Three bekommen: Für die Programmierer von Oneplus stellen beide Modelle ein Gerät dar - Updates für das bereits nach fünf Monaten eingestellte Three sollen daher gesichert sein.

Oneplus hat einige kleine Änderungen bei der Benutzeroberfläche des 3T vorgenommen. So ist beispielsweise die Größe der App-Icons so angepasst worden, dass die Piktogramme in der App-Übersicht jetzt von der Größe her besser zueinander passen. Große Unterschiede zum Three gibt es hier aber nicht.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Oneplus 3T soll ab Ende November 2016 in den Farben Gunmetall Grey und Soft Gold im Onlineshop von Oneplus vorbestellbar sein. Die 64-GByte-Version kostet 440 Euro und ist damit 40 Euro teurer als das bisherige Three, das genauso viel Speicher hatte. Die 128-GByte-Variante kostet 480 Euro und wird nur in Gunmetal Grey erhältlich sein, nicht in Soft Gold.

Fazit

Das Oneplus 3T ist sehr schnell nach dem Three erschienen - nach nur fünf Monaten hat das verbesserte Modell seinen Vorgänger bereits abgelöst. Die Neuerungen sind überschaubar: Bis auf den Akku, die Frontkamera, den Prozessor und einige kleine Änderungen bei der Software sind beide 3er-Modelle identisch. Dem 3T hat Oneplus außerdem noch eine 128-GByte-Version spendiert.

Der neue Prozessor liefert Spitzenwerte in den Benchmarks, im Alltag merken Nutzer allerdings keinen nennenswerten Unterschied zwischen Snapdragon 820 und 821. Eher ins Gewicht fällt der Akku mit höherer Nennladung, der zu einer längeren Laufzeit des 3T führt.

Die 16-Megapixel-Frontkamera des 3T macht qualitativ hervorragende Selbstporträts und eignet sich bestens für Videoaufnahmen. Mit dieser Ausstattung steht das das neue Oneplus-Smartphone an der Spitze, was die Auflösung der vorderen Kamera angeht.

Die Verbesserungen beim Oneplus 3T sind nicht so umfangreich, als dass Käufer des Three umsteigen müssten. Manch Three-Käufer dürfte sich aber darüber ärgern, dass Oneplus so kurz nach dem Three bereits ein neues Gerät veröffentlicht hat - wobei die Verbesserungen unserer Meinung nach nicht so erheblich sind, als dass Three-Besitzer sich allzu stark ärgern sollten.

Entsprechend besteht für Three-Nutzer auch kein Grund, auf ein 3T umzusteigen. Für Interessenten an einem Top-Smartphone ist das neue Modell hingegen dank des geringen Aufpreises von 40 Euro interessant - ein besser ausgestattetes Top-Smartphone gibt es für diesen Preis kaum. Auch die 128-GByte-Version ist mit 480 Euro immer noch günstiger als die meisten in Europa ohne weiteres erhältlichen Konkurrenzgeräte. Allerdings müssen sich Käufer eines 3T weiterhin damit arrangieren, dass es keinen Steckplatz für Speicherkarten gibt.  (tk)


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