Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/reparaturprogramm-apple-bestaetigt-touch-disease-beim-iphone-6-plus-1611-124559.html    Veröffentlicht: 18.11.2016 08:35    Kurz-URL: https://glm.io/124559

Reparaturprogramm

Apple bestätigt Touch Disease beim iPhone 6 Plus

Apple hat bestätigt, dass das iPhone 6 Plus vom Touch-Disease-Vorfall betroffen sein kann. Wenn der Touchscreen ausfällt, trägt allerdings der Gerätebesitzer die Verantwortung. Sonderbarerweise gewährt Apple dennoch einen Rabatt auf eine Reparatur.

Apple weist jede Verantwortung von sich, startet für Kunden dennoch eine vergünstigte Reparaturpauschale. Es geht um den Touch-Disease-Fehler beim iPhone 6 Plus - in den USA läuft diesbezüglich seit einem Monat eine Sammelklage gegen Apple. Der Hersteller bietet das "Multi-Touch-Reparaturprogramm für das iPhone 6 Plus" neuerdings auch für deutsche Kunden an. Wer zuvor bereits eine solche Reparatur an seinem iPhone durchführen ließ und mehr dafür bezahlt hatte, soll von Apple eine Rückerstattung erhalten.

Apple sieht die Verantwortung beim Kunden

Mit dem neuen Reparaturprogramm bleibt der Streitfall bestehen, ob es ein vom Anwender oder vom Hersteller verursachter Ausfall ist. Laut Apple tritt der Fehler nur auf, wenn das iPhone 6 Plus "mehrmals auf eine harte Oberfläche" gefallen sei und "anschließend weiter belastet" wurde. Es bleibt Apples Geheimnis, was mit einer weiteren Belastung gemeint sein könnte.

Betroffene Besitzer eines iPhone 6 Plus werfen Apple vor, dass es sich um einen Konstruktionsfehler am Gerät handele - das ist auch der Grund für die laufende Sammelklage. Mit dem Start des neuen Reparaturprogramms äußert sich Apple indirekt zu den Vorwürfen, sieht aber keinen Konstruktionsfehler.

Welche Komponente verursacht den Fehler?

Wer von einem ausgefallenen Touchscreen beim iPhone 6 Plus betroffen ist, kann das Smartphone für eine Kostenpauschale von 167,10 Euro reparieren lassen. Nach Aussagen des Herstellers war eine Reparatur bisher deutlich teurer, denn Kunden sind aufgerufen, sich bei Apple zu melden, wenn das Smartphone aus diesem Grund repariert wurde. Dann soll die Differenz zwischen den damaligen Kosten und der neuen Pauschale ausbezahlt werden.

Apple macht keine Angaben dazu, welche Komponente für den Touch-Disease-Ausfall verantwortlich ist und ausgetauscht wird. Nach Erkenntnissen von iFixit werden die Fehler durch ein Problem auf der Hauptplatine des iPhones verursacht. Darauf befindet sich der Controller für den Touchscreen und falls das iPhone 6 Plus etwas gebogen wurde, würden dabei Lötverbindungen zerstört. Ein Austausch der Hauptplatine kostet normalerweise etwas mehr als 350 Euro. Der Austausch des Touchscreens würde den Fehler hingegen nicht korrigieren.

Falls Apple also bisher für eine Touch-Disease-Reparatur immer 350 Euro verlangt hat, können sich betroffene Kunden freuen: rund 180 Euro erhalten sie dann zurück. Falls bei der zurückliegenden Reparatur eine andere Komponente ausgetauscht wurde, kann sich auch eine andere Summe für die Rückzahlung ergeben.  (ip)


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