Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/playstation-network-gamer-soll-fuer-ddos-auf-dyn-verantwortlich-sein-1611-124540.html    Veröffentlicht: 17.11.2016 15:30    Kurz-URL: https://glm.io/124540

Playstation Network

Gamer soll für DDOS auf Dyn verantwortlich sein

Das eigentliche Ziel des DDoS-Angriffs, der Dienste wie Twitter, Amazon, Spotify und Netflix zeitweise lahmgelegt hat, soll Sonys Playstation Network gewesen sein. Diese Theorie äußert der Netzbetreiber Level 3 - Dyn selbst ist noch nicht überzeugt.

Nach dem folgenreichen DDoS-Angriff gegen den DNS-Dienstleister Dyn gab es zahlreiche Spekulationen über den Urheber: Von Nationalstaaten als Verdächtige bis hin zu Script-Kiddies war alles dabei. In einer Anhörung vor dem US-Kongress äußerte ein Vertreter des Internetproviders Level 3 auf Basis einer internen Untersuchung eine weitere Theorie: Ein frustrierter Computerspieler soll versucht haben, das Playstation-Netzwerk zu attackieren, wie das Wall Street Journal berichtet.

Level 3 ist einer der größten Internetserviceprovider weltweit und hat auf Basis der eigenen Logfiles analysiert, wer Ziel des Angriffs gewesen ist. "Wir glauben, dass im Falle von Dyn ein relativ unprofessioneller Angreifer versucht hat, eine Gamingseite anzugreifen, gegen die er eine persönliche Abneigung hat", sagte Dale Drew, Sicherheitschef von Level 3, dem US-Kongress. Die Person habe Angriffszeit bei Botnetz-Diensten gekauft, zum Beispiel beim Mirai-Botnet.

Dyn ist noch nicht überzeugt

Dyn selbst glaubt nicht an diese Theorie. Der Angriffstraffic gegen Sony sei Teil von mehreren Angriffswellen von mindestens drei verschiedenen Botnetzen gewesen, sagte Chris Baker, bei Dyn als Manager für Monitoring und Analyse verantwortlich. "Es ist eine sehr praktische Erklärung", sagte Baker, "aber eine, die auf nicht-kompletten Daten basiert." Sony hat sich bislang nicht zu der Veröffentlichung geäußert.

Es gibt jedoch weitere Hinweise, dass Sonys Netzwerk im Zentrum der Angriffe stand. Auch die Sicherheitsfirma Flashpoint geht nach Angaben des Wall Street Journals davon aus, dass am 21. Oktober "ein Gaming-Netzwerk" attackiert wurde. Flashpoint-Forscherin Allison Nixon sagte: "Einige Menschen in den entsprechenden Kreisen betrachten das als Statussymbol." Es sei "wie ein Power-Trip". Zuvor hatte Flashpoint bereits ausgeschlossen, dass staatliche Angreifer verantwortlich seien.

Gaming-Netzwerke sind immer wieder Ziel von Angriffen. Mitglieder des Anonymous-Kollektivs hatten sowohl gegen das Playstation-Netzwerk als auch gegen den Xbox-Dienst von Microsoft entsprechende Angriffe gestartet, inbesondere zur Weihnachtszeit, wenn viele Spieler ihre neuen Konsolen ausprobieren wollen.  (hg)


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