Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/translator-google-verbessert-seinen-uebersetzer-mit-neuronalem-netzwerk-1611-124505.html    Veröffentlicht: 16.11.2016 12:45    Kurz-URL: https://glm.io/124505

Translator

Google verbessert seinen Übersetzer mit neuronalem Netzwerk

Der Google-Übersetzer hat bisher einzelne Wörter übersetzt und anschließend statistische Modelle verwendet, um diesen einen Sinn zu geben. Funktioniert hat das nicht immer gut - die Einbindung eines neuronalen Netzwerks ändert das.

Google hat bekanntgegeben, bei seinem Übersetzer künftig auf neuronale Netzwerke zuzugreifen. Diese übersetzen Sätze im Ganzen, anstatt wie bisher einzelne Wörter, die anschließend mit einem statistischen Modell in Zusammenhang gebracht werden. Durch diesen breiteren Kontext sollen die Übersetzungen qualitativ besser werden.

Übersetzungen werden merklich besser

Dafür werden die übersetzten Sätze stellenweise auch neu geordnet und in eine allgemein verständlichere Sprache gebracht. Google zeigt dies anhand eines Beispiels, in dem von Deutsch nach Englisch übersetzt wird. Der Ursprungssatz lautet: "Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind".

Mit dem bisherigen Algorithmus kommt im Englischen folgende Übersetzung heraus: "No problem can be solved from the same consciousness that they have arisen". Hierbei ist - neben der umständlichen Formulierung - besonders das Wort "consciousness" für "Denkweise" problematisch, da es nicht genau genug ist.

Mit den neuronalen Algorithmen wird die Übersetzung weitaus verständlicher - sie lautet: "Problems can never be solved with the same way of thinking that caused them." Dieser Satz transportiert die ursprüngliche Aussage deutlich besser.

Zunächst acht Sprachkombinationen möglich

Die neuen Algorithmen werden zunächst für acht Sprachpaare zur Verfügung stehen: Englisch in Französisch, Deutsch, Spanisch, Portugiesisch, Chinesisch, Japanisch, Koreanisch und Türkisch. Nutzer können sowohl von Englisch in die andere Sprache als auch umgekehrt übersetzen lassen.

Die neuronale Übersetzung wird zunächst in der Google-Suche, der Übersetzer-App und der Webseite verfügbar sein. Die Übersetzung ganzer Internetseiten beispielsweise arbeitet noch mit dem alten System.

Auch Japanisch wird verständlicher

Auf diese Weise lässt sich die unterschiedliche Qualität der verschiedenen Übersetzungen gut vergleichen. Wir haben das mit Japanisch ausprobiert, eine Sprache, die der Autor dieses Artikels beherrscht. Hier zeigt sich der Unterschied zwischen den beiden Übersetzungssystemen sehr deutlich: Bisher war der Google-Übersetzer bei Japanisch kaum sinnvoll einsetzbar, die Ergebnisse waren Kauderwelsch. Der neue Algorithmus hingegen liefert überraschend gute und verständliche Ergebnisse, wenngleich an manchen Stellen noch Verbesserungspotenzial besteht.

Das neuronale Netzwerk hinter dem Google Übersetzer soll im Laufe der Zeit lernen und besser werden. Google plant zudem, das Netzwerk auf alle 103 unterstützten Sprachen des Übersetzers sowie alle Nutzungsmöglichkeiten auszuweiten.  (tk)


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