Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/pwnfest-hacker-bekommen-120-000-us-dollar-fuer-pixel-hack-1611-124449.html    Veröffentlicht: 14.11.2016 13:33    Kurz-URL: https://glm.io/124449

PwnFest

Hacker bekommen 120.000 US-Dollar für Pixel-Hack

Googles Android-Flagschiff Pixel wurde auf dem PwnFest in Seoul geknackt. Google zahlte eine vergleichsweise hohe Prämie aus. Es ist der zweite erfolgreiche Angriff gegen das Gerät innerhalb weniger Wochen.

Das White-Hat Team des chinesischen IT-Unternehmens Qihoo360 hat auf dem PwnFest in Seoul am vergangenen Freitag einen Angriff auf Googles neues Pixel-Smartphone demonstriert, wie The Register berichtet. Der Exploit benötigte nach dem Start 60 Sekunden, um das Gerät zu kompromittieren, die Entwicklungszeit dafür war natürlich deutlich länger.

Mit dem Exploit öffneten die Hacker zunächst Googles Play Store und später den Chrome-Browser, der dann eine Webseite mit dem Text "Pwned by 360 Alpha Team" anzeigte. Details zu den verwendeten Sicherheitslücken wurden bislang nicht mitgeteilt. Google soll den ausgenutzten Bug aber bereits in Chrome gepatcht haben, also scheinen keine Kernkomponenten von Android betroffen zu sein.

Vor zwei Wochen bereits gehackt

Vor zwei Wochen wurde das Pixel-Gerät von einer anderen Gruppe, dem Keen-Team, ebenfalls erfolgreich gehackt. Die auf dem Pwn2Own-Event in Japan demonstrierte Sicherheitslücke wurde noch nicht geschlossen. Sie soll den Sicherheitsforschern eine komplette Übernahme wesentlicher Telefonfunktionen ermöglicht haben.

Google belohnte die Hacker von Qihoo360 mit einem Bug-Bounty von 120.000 US-Dollar. Zero-Day-Händler zahlen in der Regel deutlich niedrigere Summen für Android-Exploits, iPhone-Exploits hingegen können mit 500.000 bis 1.000.000 US-Dollar belohnt werden. Apples eigenes Bug Bounty Programm bietet bis zu 200.000 US-Dollar Belohnung - das gilt allerdings nur für eingeladene Hacker

Das Pixel ist Googles erstes selbst entwickeltes Smartphone, auch wenn mehr HTC darin steckt, als gedacht. Das Gerät nutzt einen recht alten Kernel und den Snapdragon 821, dessen Treiber nicht in dem Mainline-Kernel vorhanden sind. Fraglich ist daher, wie lange das Pixel von Google mit Updates versorgt werden kann.  (hg)


Verwandte Artikel:
Urheberrecht: Bär lehnt Leistungsschutzrecht strikt ab   
(10.03.2018, https://glm.io/133260 )
Pixel-Smartphones: Google wirbt weiteren SoC-Ingenieur ab   
(22.12.2017, https://glm.io/131835 )
Modulare Smartphones: Lenovo kann Moto-Mods-Versprechen nicht halten   
(11.03.2018, https://glm.io/133266 )
Galaxy S9 und S9+ im Test: Samsungs Kamera-Kompromiss funktioniert   
(08.03.2018, https://glm.io/133164 )
Sicherheitsaudit: US-Heimatschutzministerium nutzt altes Flash und Windows   
(08.03.2018, https://glm.io/133214 )

© 1997–2018 Golem.de, https://www.golem.de/