Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/anki-overdrive-gemeinsam-rasen-gegen-wild-gewordene-trucks-1611-124375.html    Veröffentlicht: 16.11.2016 09:03    Kurz-URL: https://glm.io/124375

Anki Overdrive ausprobiert

Gemeinsam rasen gegen wild gewordene Trucks

Mittlerweile sind die neuen Trucks von Anki im Handel erhältlich. Mit diesen Modellen wurde auch die zugehörige App erweitert. Nachdem wir bereits erste Runden mit den zwei neuen Fahrzeugen drehen konnten, haben wir uns auch die überarbeitete App genau angesehen.

Das Konzept von Anki Overdrive ist schnell erklärt: Bis zu vier Rennwagen, jetzt auch Renntrucks, werden vom Spieler oder dem Computer über einen beliebig zusammengesteckten Rundkurs gejagt. Im Gegensatz zur klassischen Carrera-Bahn können die Spuren jederzeit gewechselt werden. Für Abwechslung im Rennverlauf sorgen die Bordwaffen. Weitere Spielmodi sind rein aufs Ballern ausgelegt. Ein Karrieremodus hilft Anfängern beim Einstieg und erspielbare Verbesserungen machen die Autos schneller und die Waffen mächtiger. Wirken sich die neuen Truckmodelle und Ergänzungen in der App auf das Spielprinzip und den Spielspaß aus? Wir haben ausprobiert, ob unsere ersten, positiven Spielversuche uns vor einigen Monaten nicht getäuscht haben.

Android-Nutzer müssen weiterhin aufpassen

Die Wagen werden über eine kostenlose Smartphone-App per Bluetooth gesteuert, auch die Computergegner existieren nur im Smartphone. Nutzer mit iOS-Geräten brauchen sich dabei keine Gedanken zu machen. Android-Nutzer müssen hingegen weiterhin einen Blick in die Kompatibilitätsliste werfen, mittlerweile gibt es auch eine Liste der nicht-unterstützten Geräte. Wer sein Gerät weder auf der einen noch auf der anderen Liste findet, könnte trotzdem Glück haben. Wir gehen davon aus, dass aktuelle Smartphones mit Android 5.0 und höher funktionieren sollten.

Nachdem wir die Installation durchgeführt haben, fallen uns erst einmal keine optischen und akustischen Unterschiede zum vergangenen Jahr auf. Immer noch geht es futuristisch-martialisch zu.

Keine Karriere als Trucker

Wir starten den Karrieremodus. Darin spielen wir in abwechselnden Renn- und Ballervarianten gegen immer stärkere Computergegner. Jeder dieser Gegner hat spezifische Vorlieben bei den eingesetzten Waffen und der Fahrtaktik. Wer einen Computergegner besiegt, kann ihn danach auch im Open-Play-Modus einsetzen. Wir haben den Eindruck, dass die Computergegner tatsächlich etwas schlauer geworden sind, Abflüge von der Bahn wegen eines Fahrfehlers gibt es kaum noch. Auch die jeweilige Kampftaktik wirkt charakteristischer - und im Prinzip durchschaubarer. Die jeweilige Gegentaktik ist aber nicht immer einfacher umzusetzen. Anki Overdrive bleibt dem Arcade-Prinzip nichtsdestotrotz treu.

Der Karrieremodus wurde in der neuen Version in sechs nach und nach freischaltbare Kapitel unterteilt. Spielerisch hat das keine Auswirkungen. Bei der Auswahl eines neuen Kapitels müssen wir aber meist erst einmal warten, denn dessen Inhalte werden erst nach der App-Installation heruntergeladen. Das nervt und erfordert eine Internetverbindung.

Leider bleiben wir im Karrieremodus weiterhin auf die klassischen Fahrzeuge beschränkt, einen der neuen Trucks können wir weder selbst auswählen noch dem Computergegner zuweisen.



Im Truck mit Freunden fahren

Wer einen Truck fahren will, muss zwangsläufig zum Open Play wechseln. Dort spielen wir maximal mit drei weiteren menschlichen Spielern oder Computerspielern mit- oder gegeneinander. Statt bisher vier können wir jetzt zwischen fünf verschiedenen Spielvarianten wählen. Bei der neuen Variante Takeover fährt ein Truck selbständig auf der Bahn, wir müssen ihn abschießen. Damit übernehmen wir ihn und müssen eine selbstwählbare Anzahl von Gegnerabschüssen schaffen. Unser eigenes Auto fährt währenddessen von selbst hinter uns her. Darin landen wir wieder, sollte es ein anderer Gegner schaffen, den Truck zu übernehmen. Diese Variante erinnert an die bereits enthaltene King-of-the-Hill-Spielvariante.

In den übrigen Renn- und Kampfvarianten sind wir mit dem Truck ebenfalls als Hans Dampf unterwegs, im positiven wie im negativen Sinne. Denn im Rennen haben wir mit den vergleichsweise langsamen Trucks an sich keine Chance und müssen konsequent unsere Waffen einsetzen. In den Kampfvarianten gelingt es uns genau deshalb, zu dominieren. Gegen den nur bei den Trucks vorhandenen Rage-Modus hat kein Gegner eine Chance - im Rage-Modus wird für einige Sekunden jedes Gegnerfahrzeug von der Strecke geschubst, dem sich der Truck nähert. Allerdings müssen wir für diesen Modus jedesmal erst genug Energie sammeln.

Wer einen Truck und einen der vier starken verfügbaren Computergegner für die Trucks wählt, hat deshalb eigentlich nur geringe Siegchancen. Aber eine kleine Checkbox macht uns jetzt das Leben einfacher. Wir können zusammen mit einem Computerspieler auf Jagd gehen. Im Open-Play-Modus können wir aus einem Computergegner ein Computer-Team-Mitglied machen, so geht es gemeinsam gegen andere Computerspieler.

Truckmodifikation nur eingeschränkt möglich

Nicht nur bei der Optik unterscheidet sich der Truck von den klassischen Fahrzeugen, auch bei der Ausbaufähigkeit. Das Levelsystem für neue Fähigkeiten und die austauschbaren Waffen fehlen. Stattdessen erhalten wir bei Siegen Punkte, um die vorhandene Ausrüstung unseres Trucks zu verbessern.

Ein Truck kann deshalb kaum an die eigenen taktischen Vorlieben angepasst werden. Deshalb gilt es beim Kauf aufzupassen: Das Modell X52 eignet sich für Nahangriffe, das Freewheel-Modell bietet auch Distanzwaffen.

Verfügbarkeit und Preis

Das Anki-Overdrive-Basisset mit 10 Streckenabschnitten und zwei Rennautos ist weiterhin unverändert verfügbar, der Preis im Handel liegt bei zirka 160 Euro. Die neuen Trucks kosten pro Stück rund 70 Euro.

Fazit

Die Trucks unterscheiden sich beim Fahren und im Kampf zum Teil recht deutlich von den klassischen Fahrzeugen. Trotzdem integrieren sie sich gut in das bestehende Spiel, das liegt auch am Teammodus als Gegenbalance. Die Trucks erhöhen eindeutig den Spielspaß, ohne das Spielprinzip zu verändern.

Wer bisher den Schwierigkeitsgrad zu hoch fand, der findet in den Trucks eine praktische Alternative zu den taktisch komplexer zu fahrenden Autos. Das erhöht die Partytauglichkeit von Anki Overdrive deutlich: Es macht einfach Spaß, im Rage-Mode alle Gegner von der Bahn zu schieben. Und umgekehrt: Wer sich bei Anki im Kampf mit den Computergegnern mittlerweile langweilt, findet in den Trucks eine neue Herausforderung. Und wenn es doch zu schwer wird, hilft der neue Teamplayer-Modus.

Wer Anki Overdrive bisher nichts abgewinnen konnte, wird aber wohl auch mit den Trucks und dem kooperativen Multiplayer in der überarbeiteten App nicht glücklich werden.

 (am)


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