Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ietf-internetstandards-sollen-kein-ipv4-mehr-koennen-1611-124332.html    Veröffentlicht: 08.11.2016 12:50    Kurz-URL: https://glm.io/124332

IETF

Internetstandards sollen kein IPv4 mehr können

Neue Protokolle und Internetstandards sollen künftig auf eine Kompatibilität zu IPv4 verzichten. Das empfiehlt das Internet Architecture Board (IAB) seinen Standardisierungsgremien wie der IETF. Dafür müssen wohl auch alte Standards überarbeitet werden.

In einer recht schlichten Mitteilung besiegelt das Internet Architecture Board (IAB) das wohl endgültige Ende des veralteten IPv4 zugunsten des seit etwa 20 Jahren verfügbaren IPv6. Denn das IAB ist eine Art oberste Kontrollbehörde der für die Internetstandards zuständigen Internet Engineering Task Force (IETF) und empfiehlt Letzterer nun offiziell, auf eine IPv4-Kompatibilität zu verzichten.

Demnach erwarte das IAB diesen Verzicht von der IETF sowohl für neue ebenso wie für alte erweiterte Protokolle. Künftige Protokollarbeiten sollen dementsprechend auf IPv6 aufbauen sowie für die Verwendung dessen optimiert werden. Die IETF und ebenfalls mit der Standardisierung betraute Partnerorganisationen müssen der IAB zufolge zwingend dafür Sorge tragen, dass ihre Standards IPv4 nicht mehr zur Verwendung voraussetzen.

Übergangsphase hat längst angefangen

Die Entscheidung des IAB sei nach langen Diskussion innerhalb der IETF und ihrer Partnerorganisation gefallen. Immerhin könnten keine neuen IPv4-Adressen mehr vergeben werden, was zu einer gesteigerten Nutzung des sogenannten Dual-Stack-Netzes, also IPv4 in Kombination mit IPv6, oder reiner IPv6-Netze führe. Damit dieser Übergang zu IPv6 weiter fortschreiten könne, müssten laut IAB aber weitere Vorkehrungen getroffen werden.

So sollen etwa sämtliche existierenden Standards dahingehend überprüft werden, ob diese mit IPv6 arbeiten könnten und um IPv6-Beispiel erweitert werden. Das IAB erkennt darüber hinaus aber auch an, dass Abwärtskompatibilität zu IPv4 wohl noch "einige Zeit" benötigt werde. Hauptaufgabe sei es aber, mögliche noch bestehende Hürden beim Wechsel auf IPv6 zu überwinden.

Um entsprechende Aufmerksamkeit für derartige Probleme zu schaffen, hat die IAB einen einfachen Ratschlag. So habe die IETF gute Erfahrungen damit gemacht, ihre eigenen Dienste über IPv6 verfügbar zu machen und Netze auf Konferenzen zu nutzen, die ausschließlich IPv6 verwenden. Andere Organisationen sollten diese ebenfalls umsetzen.

Mögliche Hindernisse, die auf Grund dieses Vorhabens in der IT-Industrie entstehen, und eventuell noch bestehende Lücken, die einen Übergang auf IPv6 verhindern, sollen außerdem mit Hilfe des IAB und der IETF aktiv überwunden werden.  (sg)


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