Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/microsoft-steve-und-bill-moegen-sich-nicht-mehr-1611-124298.html    Veröffentlicht: 07.11.2016 10:27    Kurz-URL: https://glm.io/124298

Microsoft

Steve und Bill mögen einander nicht mehr

Bill Gates und Steve Ballmer haben sich wegen Microsofts Einstieg in den Smartphone-Markt auseinandergelebt - die Meinungen darüber, ob das Unternehmen den Schritt in die Hardware-Produktion wagen soll, gingen weit auseinander. Ballmer bereut allerdings nur das Timing der Entscheidung.

Steve Ballmer hat in einem Interview mit Bloomberg ein Resümee über seine Zeit als Microsoft-CEO gezogen. Die Entscheidung, mit Microsoft in die Hardware-Sparte einzusteigen, war dabei nicht nur ein Wendepunkt in der Geschichte des Unternehmens und der Karriere Ballmers, sondern auch in der Freundschaft zu Microsoft-Gründer Bill Gates. Ballmer war bis 2014 insgesamt 14 Jahre lang CEO von Microsoft, ehe er von Satya Nadella abgelöst wurde.

Freundschaft hat Entscheidungen zu Hardware nicht überstanden

Ballmer zufolge haben die unterschiedlichen Meinungen darüber dazu geführt, dass er und Gates "auseinander gedriftet" sind. Zuvor sollen beide Ballmer zufolge ein brüderliches Verhältnis gehabt haben.

"Es gab eine entscheidende Uneinigkeit über die Wichtigkeit, im Hardware-Geschäft zu sein", sagt Ballmer. "Ich habe auf das Surface gedrängt, der Aufsichtsrat weigerte sich ein wenig, das zu unterstützen. Die Meinungsverschiedenheiten erreichten einen Höhepunkt, als es um das Mobiltelefongeschäft ging."

Ballmer würde wieder in Hardware investieren - nur früher

Trotz des mittlerweile als misslungen zu bezeichnenden Smartphone-Geschäfts und des schweren Starts bei den Tablets würde Ballmer alles noch einmal so machen. Der einzige Fehler sei gewesen, zu spät eigene Geräte herzustellen. "Ich wäre schneller in das Hardware-Geschäft eingestiegen", sagt Ballmer.

Der Microsoft-Aufsichtsrat hatte zunächst die Übernahme von Nokias Mobiltelefonsparte abgelehnt, später hatte Microsoft 9,5 Milliarden US-Dollar dafür ausgegeben. Mittlerweile beträgt der weltweite Marktanteil von Windows-Smartphones nur noch um die 1 Prozent, durchsetzen konnte sich das System nie.

Auch der Start der Tablets war äußerst holprig: Das erste Gerät Surface RT verkaufte sich schlecht und führte zu hohen Abschreibungen. Mittlerweile ist das Surface-Geschäft Bloomberg zufolge profitabel und hat im vergangenen Jahr mehr als 4 Milliarden US-Dollar an Einnahmen generiert. Steve Ballmer hatte im August 2014 auch seinen verbliebenen Aufsichtsratsposten geräumt, um sich ausschließlich um das von ihm gekaufte Basketball-Team Los Angeles Clippers zu kümmern.  (tk)


Verwandte Artikel:
Always Connected PCs: Vielversprechender Windows-RT-Nachfolger mit Fragezeichen   
(09.03.2018, https://glm.io/133094 )
Webportal gestartet: Steve Ballmer sammelt Fakten über die USA   
(18.04.2017, https://glm.io/127357 )
Microsoft: Gates spendet Anteile im Wert von 4,7 Milliarden US-Dollar   
(15.08.2017, https://glm.io/129497 )
PSE-3: Nokias neuer Prozessor soll Glasfasernetze stark verbessern   
(06.03.2018, https://glm.io/133181 )
Microsoft: Kein Windows 10 on ARM für Smartphones   
(20.07.2017, https://glm.io/129039 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/