Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/thunderbolt-3-und-usb-type-c-kompatibilitaetsprobleme-beim-neuen-macbook-pro-1611-124257.html    Veröffentlicht: 04.11.2016 11:21    Kurz-URL: https://glm.io/124257

Thunderbolt 3 und USB Typ C

Kompatibilitätsprobleme beim neuen Macbook Pro

Ausgerechnet mit älterer Thunderbolt-3-Hardware hat das neue Macbook Pro mit Touch Bar Kompatibilitätsprobleme. Als Konsequenz werden Mac-Produkte von Plugable teils nur für Windows vermarktet. Aber auch USB Typ C ohne Thunderbolt hat beim Mac noch nicht die Reife und Displaylink klappt auch nicht.

Erst gibt es die Meldung, dass USB-Typ-C-Smartphones mitunter zu Betriebssystemabstürzen mit Eizo-Monitoren neigen und jetzt hat auch Apple ein Problem mit den USB-Verbindungen im Alternate Mode. Bestimmte Thunderbolt-3-Hardware des Herstellers Plugable ist mit dem neuen Macbook Pro mit Touch Bar nicht kompatibel, wie Macrumors berichtet.

Das verwundert gleich doppelt. Zum einen ist die Hardware laut Plugable zertifiziert und hat damit eigentlich eine Kompatibilitäts-Garantie. Betroffen von der Problematik sind Plugables Dual-HDMI- und Dual-Displayport-Adapter die auf einen zertifizierten USB-Typ-C-Chip von Texas Instruments basieren. Auch Intel listet die Adapter als zertifiziert, allerdings nur unter Windows.

Ohne Zertifizierung funktioniert Hardware teilweise nicht

Allerdings hat Apple kürzlich versprochen, dass auch ausgebremste Thunderbolt-3-Ports in jedem Fall alle Funktionen des Protokolls unterstützen. Man könnte meinen, dass das Windows-Geräte einschließt. Das stimmt aber nicht. Intel stellt deutlich klar, dass es nicht ungewöhnlich ist, dass Thunderbolt-Geräte für ein Betriebssystem nicht mit einem anderen kompatibel sind. Es ist Teil des Standards. Fehlt ein Thunderbolt-Mac-Logo auf der Packung, ist die Hardware potenziell ungeeignet für Macs. Laut Intel ist es Aufgabe des Anwenders, auf die korrekte Zertifizierung zu achten.

Wie auch bei dem Eizo-Monitor hat es den Anschein, als ob das Problem beim USB-Power-Delivery-Teil steckt, denn das ist eine der Funktionen des TPS65982, der zusammen mit Intels Thunderbolt-Chip Alpine Ridge in den Geräten arbeitet. Der 83er-Chip hat das Problem nicht, wie Plugable Macrumors mitteilte. Das lässt befürchten, dass es auf dem Markt noch weitere inkompatible alte Thunderbolt-3-Hardware gibt.

Als direkte Konsequenz vermarktet der Hersteller seine beiden Thunderbolt-3-Adapter nur noch als Windows-Zubehör. Eine Lösung gebe es nur durch einen Hardwareaustausch, so Plugable. Auch Intel stellt klar: Ein für Windows zertifiziertes Gerät der Zubehör-Klasse kann nicht aktualisiert werden und ist mit MacOS grundsätzlich als inkompatibel einzustufen. Faktisch gibt es eine Mac-Version von Thunderbolt und eine Windows-Version. Das würde allerdings auch bedeuten, dass die Thunderbolt-Adapter mit installiertem Windows auf einem Mac funktionieren. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass Macs nicht als Thunderbolt-Windows-Geräte zertifiziert sind. Darauf kann sich der Anwender also auch nicht verlassen.

Aber nicht nur Thunderbolt ist auf den neuen Macs betroffen. Auch mit USB Typ C und Displaylink gibt es Probleme.

Displaylink ist nichts für das Macbook Pro

Es gibt zudem auch ein USB-C-Hub von Plugable, der an älteren Macbooks mit USB-C funktioniert, aber nicht mit dem neuen Macbook Pro. Auch ein USB-C-Displayadapter funktioniert nicht richtig am neuen Macbook Pro. Es handelt sich um einen USB-C-HDMI-Adapter. Technisch ist das ein USB-C-Kabel, das Displayport im Alternate Mode vom Grafikchip abgreift und die Signale in HDMI wandelt. HDMI im Alternate Mode beherrscht der USB-C-HDMI-Adapter nicht, auch wenn der Name des Adapter das suggeriert. HDMI over USB Typ C ist als Standard noch zu neu. Apples Macbook Pro haben also eigentlich nicht mit etwas Neuem zu arbeiten.

Allgemeinem Ärger gibt es zudem mit Displaylink. Und hierbei spielt sowohl das Betriebssystem als auch USB Typ C eine Rolle. Die Veröffentlichung von MacOS 10.12 alias Sierra hat für massive Schwierigkeiten beim Zubehör gesorgt. Betroffen sind Displaylink-Produkte, bei denen die Probleme teilweise sehr schwerwiegend sind.

Allerdings haben Displaylink-Probleme bei Apple Tradition. Sie wurden jeweils jährlich mit OS X 10.9, 10.10, 10.11 und jetzt auch MacOS 10.12 eingeführt. Mit entsprechenden Folge-Releases des Betriebssystems hat Apple dann teilweise Fehler behoben. Displaylink-Nutzer sind es gewohnt, dass mit jedem Update etwas kaputt geht und kennen die jeweiligen Workarounds. Dazu gehört das Vermeiden aktueller Betriebssysteme und Abstürze der Betriebssystemkomponenten.

Sierra und Displaylink vertragen sich nicht

Sierra ist allerdings noch so unreif, dass von der Nutzung von Displaylink-Hardware grundsätzlich abgeraten werden kann. Am besten sollte MacOS 10.12.2 installiert werden, mit der Apple einige Fehler im Betriebssystem behoben hat. Doch diese Version ist noch nicht freigegeben worden. Gerade wer ein neues Macbook Pro hat, kann allerdings keine ältere Betriebssystem-Version nutzen. Allerdings haben die neuen Touch-Bar-Macbooks mehr Alternate-Mode-Displayanschlüsse, was die Notwendigkeit eines Docks minimiert

Zudem gibt es auch hier inkonsistentes Verhalten. Das USB-C-Triple-Display-Dock funktioniert beispielsweise mit dem Macbook mit 12-Zoll-Display, nicht aber mit dem neuen Macbook Pro. Kommentaren von Pluggable zufolge gibt es anscheinend Schwierigkeiten mit der Firmware für USB Power Delivery und Apples Notebooks bieten keine einheitliche Power-Deliver-Implementierung. Zudem rät Pluggable vom Einsatz von MacOS 10.12 alias Sierra bei diesem Produkt ebenfalls ab. Die Kombination aus Displayport-Alternate-Mode und Doppel-Displaylink via USB-C ist derzeit keine gute Idee.  (ase)


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