Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/webdesign-apple-und-google-als-trendsetter-fuer-schlechte-lesbarkeit-1610-124010.html    Veröffentlicht: 25.10.2016 10:04    Kurz-URL: https://glm.io/124010

Webdesign

Apple und Google als Trendsetter für schlechte Lesbarkeit

Das Webdesign großer Unternehmen wie Apple, Twitter und Google ist offenbar richtungsweisend auch für viele kleinere Webdesigner und App-Entwickler. Doch ein Modetrend, der schlecht lesbare Schriften als Design missversteht, könnte viele Nutzer benachteiligen.

Das Kontrastverhältnis von Schriftfarbe und Hintergrund werde dank der Nutzung von Grautönen immer schlechter, meint Kevin Marks, Exchef der Web Services der British Telecom (BT) und Gründer von Microformats. Marks schreibt auf Backchannel.com, dass der Trend von Google, Twitter und Apple gesetzt werde.

Als Beispiel führt Marks Googles App Engine an. Seit einiger Zeit wird nicht mehr Schwarz, sondern Grau als Schriftfarbe genutzt.

Interessanterweise widerspricht sich beispielsweise Apple in seinen Typographierichtlinien, die sich an Entwickler richten, selbst. Entwickler sollten auf ein Kontrastverhältnis von 7:1 achten. Der Text, in dem die Typographierichtlinien gesetzt sind, weist lediglich ein Kontrastverhältnis von 5,5:1 auf. Bei Google heißt es, dass eine 57-prozentige Deckkraft vorteilhaft wäre. Das entspricht einem Kontrastverhältnis von nur 4,6:1.

Wer seine eigenen Webdesigns überprüfen will, kann auf Github einen Vergleichsrechner mit den Farbdaten füttern.

Die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0) fordert bei Texten ein Kontrastverhältnis zwischen Vordergrund- und Hintergrundfarbe von mindestens 4,5:1.

Moderne Browser bieten größtenteils eine Lesefunktion, mit der eine vom Nutzer änderbar Schriftfarbe und -größe gewählt werden kann. Diese Funktion blendet zudem unnötige Navigationselemente aus.  (ad)


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