Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/einzelhandel-amazon-will-lebensmittellaeden-eroeffnen-1610-123754.html    Veröffentlicht: 12.10.2016 07:48    Kurz-URL: https://glm.io/123754

Einzelhandel

Amazon will Lebensmittelläden eröffnen

Amazon-Kunden sollen ihre Bestellungen künftig in eigenen Lebensmittelläden des Onlineversandhändlers abholen können. Der Drive-Through-Einkauf soll Amazon die Lieferung direkt zum Kunden abnehmen.

Amazon will laut einem Bericht des Wall Street Journals künftig eigene Niederlassungen in Großstädten gründen, um dort Lebensmittel und andere Supermarktartikel zu verkaufen. Der Kunde soll auch Waren aussuchen können, vor allem aber die von ihm bestellten Artikel entgegennehmen. Damit spart sich Amazon die Lieferung verderblicher oder schwer zu transportierender Waren zum Kunden. Intern heißt das Vorhaben laut Zeitung Project Cosmo. Es soll zunächst in den USA mit Teilnehmern des Frischedienstes Amazon Fresh getestet werden.

Auch die Metro-Tochter Real hat die von Fastfood-Ketten bekannte Drive-Through-Methode bereits erprobt. Der Kunde wählt dabei zunächst online unter real-drive.de seine Einkäufe aus und kann die Waren etwas später abholen. Tiefkühl- und kühlpflichtige Artikel werden bis zur Abgabe an den Kunden entsprechend gelagert.

Kennzeichenscanner für kurze Wartezeiten bei der Abholung

Laut Wall Street Journal will Amazon Kennzeichenscanner nutzen, um die Kunden zu identifizieren. So sollen die gefüllten Tüten möglichst schnell zum Verladen ins Auto bereitgestellt werden. In den USA will Wal-Mart bei einem Viertel seiner rund 4.600 Supermärkte künftig Onlinevorbestellungen akzeptieren und einen Drive-Through einrichten.

Auch in Deutschland sollen Berichten zufolge Vorbereitungen für den Start des Lebensmittellieferdienstes Amazon Fresh getroffen werden. Seit Ende 2015 versucht Amazon hierzulande, sich stärker als Supermarktkonkurrenz zu etablieren und hat unter anderem den Lebensmittellieferservice Pantry eingeführt. Tiefgekühltes und Frisches gibt es da allerdings nicht. Mit Prime Now werden in einigen Großstädten verpackte und tiefgekühlte Lebensmittel per Kurier ausgeliefert. Amazon-Prime-Mitglieder können sich ihre Bestellungen damit entweder innerhalb einer Stunde oder innerhalb eines wählbaren Zwei-Stunden-Fensters zwischen 8 und 24 Uhr bringen lassen.

Einem früheren Bericht des WSJ nach plant Amazon auch die Einführung eigener Lebensmittelmarken. So sollen unter den Namen Happy Belly, Wickedly Prime und Mama Bear unter anderem Nüsse, Gewürze, Tee, Kaffee, Babynahrung und Vitaminpräparate verkauft werden. Auch Waren wie Windeln, Reinigungs- und Waschmittel sollen das Amazon-Logo tragen. Bisher ist daraus aber nichts geworden.  (ml)


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