Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/google-pixel-loest-nexus-smartphones-ab-1610-123602.html    Veröffentlicht: 04.10.2016 20:17    Kurz-URL: https://glm.io/123602

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Pixel löst Nexus-Smartphones ab

Google macht Ernst und stellt die Nexus-Produktreihe ein. Dafür hat es zwei neue Pixel-Smartphones vorgestellt. Als Besonderheit ist Google Assistant vorinstalliert, um besonders gut mit Google Home interagieren zu können. Die neuen Geräte sind sehr kostspielig.

Google hat wie erwartet seine ersten beiden Pixel-Smartphones vorgestellt. Beide Geräte liegen in der gehobenen Oberklasse, so dass sie mit den Topgeräten anderer Hersteller von Android-Smartphones konkurrieren. Sie sind unterschiedlich groß, die wesentlichen technischen Daten sind identisch. Mit der Vorstellung der ersten Pixel-Smartphones wird die Nexus-Reihe eingestellt, es sind keine weiteren Nexus-Geräte geplant, sagte Google im Gespräch mit Golem.de.

Die beiden Pixel-Smartphones unterscheiden sich vor allem durch unterschiedlich große Displays. Im normalen Modell steckt ein 5-Zoll-Touchscreen mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln, so dass Inhalte entsprechend scharf und gut erkennbar dargestellt werden sollten. Das größere Modell heißt Pixel XL und hat ein 5,5 Zoll großes Display mit einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln, was eine nochmals schärfere Darstellung der Inhalte verspricht.

Das kleine Modell misst 143,8 x 69,5 x 8,6 mm und wiegt mit einem 2.770-mAh-Akku 143 Gramm. Das größere Modell bringt mit 3.450-mAh-Akku 168 Gramm auf die Waage und steckt in einem 154,7 x 75,7 x 8,6 mm großen Gehäuse. Mittels Schnellladetechnik sollen beide Akkus, wenn sie leer sind, in 15 Minuten für 7 Stunden Laufzeit geladen sein.

Die weitere technische Ausstattung ist identisch. Beide Smartphones haben eine 12,3-Megapixel-Kamera mit schnellem Laser-Autofokus und einer Anfangsblendenöffnung von f/2.0, so dass auch bei geringem Umgebungslicht noch gute Aufnahmen möglich sein sollten. Die Kamera soll besonders schnell einsatzfähig sein und enthält auch eine Videostabilisierung, um verwacklungsfreie Videoaufnahmen zu machen. Dabei wird 4K-Auflösung unterstützt und mit HDR+ sollen besonders gute Fotoergebnisse möglich sein. Die Kamera soll zum besten gehören, was im Smartphone-Segment angeboten wird. Vorne ist eine 8-Megapixel-Kamera eingebaut, so dass auch qualitativ gute Selbstportraits möglich sein sollten. Käufer eines Pixel-Smartphones können ohne Begrenzung Fotos und Videos in Googles Cloud-Speicher Photos ablegen.

Snapdragon 821 und 4 GByte Speicher

Die beiden Geräte laufen mit Qualcomms Quad-Core-Prozessor Snapdragon 821, der mit einer Taktrate von 2,15 GHz arbeitet. Dem stehen 4 GByte Arbeitsspeicher zur Verfügung und wahlweise 32 GByte oder 128 GByte Flash-Speicher. Einen Steckplatz für Speicherkarten gibt es wieder nicht. Google übernimmt hier die ungeliebte Eigenheit der Nexus-Modellreihe. Die meisten anderen Android-Smartphones haben einen Steckplatz für Micro-SD-Karten.

Zu den weiteren Ausstattungsdetails gehören ein Fingerabdrucksensor und ein NFC-Chip. Das LTE-Smartphone unterstützt Dual-Band-WLAN samt ac-Standard, Bluetooth 4.2 und einen Kopfhöreranschluss und hat einen GPS-Empfänger. Es ist Daydream-Ready und erscheint mit einer neuen Android-Version.

Google Assistant nur für Pixel-Smartphones

Die Smartphones laufen mit Android 7.1 und darauf läuft ein neuer Startbildschirm von Google, der Pixel-Launcher. Das Icon für die Übersicht über alle installierten Apps wurde eingespart, die Übersicht öffnet sich mit einem Fingerwisch von unten in das Display. Außerdem läuft auf den Pixel-Smartphones der Google-Now-Nachfolger Google Assistant, den es nur für diese Geräte gibt und der nicht für andere Android-Geräte erscheinen wird.

Google Assistant wird über die Sprache bedient, kennt die Termine des Nutzers und soll bei der Planung des Lebens helfen. Dabei soll der Dienst von Googles Verbesserungen beim Maschinen-Lernen profitieren. So soll die Objekterkennung in Fotos besser, Übersetzungen sollen treffsicherer und die Interaktion mit Sprache soll allgemein weiter verbessert worden sein.

Mit den Pixel-Smartphones wird außerdem ein spezielles Transfer-Programm mitgeliefert, mit dem die Daten von einem iPhone unkompliziert auf das Android-Smartphone übertragen werden können.

Pixel-Smartphones sind so teuer wie Apples iPhone 7

Beide Pixel-Smartphones können im Google Store vorbestellt werden und sind so teuer wie Apples iPhone 7. Damit gehören sie zu den teuersten Android-Smartphones überhaupt. Ausgeliefert werden sollen die Smartphones am 20. Oktober 2016. Das Basismodell mit 32 GByte kostet 760 Euro, mit 128 GByte erhöht sich der Preis auf 870 Euro. Das Pixel XL mit 32 GByte gibt es für 900 Euro und mit 128 GByte kostet es 1.010 Euro. Die Pixel-Smartphones wird es exklusiv auch bei der Deutschen Telekom mit passenden Tarifen geben.

Huawei wollte nicht dabei sein

Wie auch bei den Nexus-Smartphones hat sich Google für die Pixel-Geräte Hilfe von außen geholt. Der Partner hat aber weniger Einfluss auf das Gerät als bei den Nexus-Smartphones. Nach Auskunft von Google übernimmt HTC im Grunde nur die Fertigung. Das Design und die Entwicklung liegen komplett bei Google.

Nach einem Bericht von Android Police wollte Google die Pixel-Smartphones lieber mit Huawei entwickeln, aber dazu kam es nicht. Huawei soll sich unter anderem daran gestört haben, dass die Geräte kein Huawei-Logo tragen dürfen und es auch sonst keinen Hinweis auf den Partner geben wird. Bei den Nexus-Geräten war es noch üblich, dass die Logos der Hersteller auf den Geräten zu sehen waren.

Außerdem soll die Zusammenarbeit zwischen Huawei und Google aufgrund von Vorkommnissen aus dem vergangenen Jahr gescheitert sein. Genau genommen geht es darum, was nicht passiert ist. Google soll Huawei zugesichert haben, dass das Nexus 5X und das Nexus 6P bei den großen Mobilfunknetzbetreibern in den USA verkauft werden. Da Huawei auf dem US-Markt bisher keine große Bedeutung hat, wäre das ein Gewinn für den chinesischen Hersteller. Aber dazu kam es dann nicht. Auch eine von Google versprochene Werbekampagne wurde nicht umgesetzt, an der sich Huawei beteiligt hätte.  (ip)


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