Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/tintenpatronensperre-hp-haelt-dem-druck-nicht-stand-1609-123547.html    Veröffentlicht: 30.09.2016 09:36    Kurz-URL: https://glm.io/123547

Tintenpatronensperre

HP hält dem Druck nicht stand

HP ist eingeknickt: Die Blockade von Fremdtinte gibt der Druckerhersteller vorerst auf. Es ist ein Firmware-Update geplant, mit dem alle Tintenpatronen von Drittanbietern wieder funktionieren sollen. Langfristig sind allerdings neue Probleme zu erwarten.

HPs Plan ist nicht aufgegangen: Der Druckerhersteller wollte erreichen, dass Besitzer von HP-Tintenstrahldruckern nur noch die Tintenpatronen von HP selbst oder von Fremdanbietern kaufen, die einen von HP zertifizierten Steuerchip enthalten. Etliche Druckerpatronen von Fremdanbietern verweigerten nach dem 13. September 2016 ihren Dienst in mehreren Druckermodellen von HP.

Kein automatisches Firmware-Upgrade

HP leugnete zunächst, für den Ausfall der Tintenpatronen verantwortlich zu sein. Erst als Dritthersteller von Tintenpatronen die Ursache in einem von HP verteilten Firmware-Upgrade gefunden hatten, lenkte HP das erste Mal ein und räumte ein, dass es vereinzelt Probleme mit Tintenpatronen gebe, die nicht von HP selbst stammen. Weiterhin bleibt HP dabei, dass nur wenige Kunden betroffen seien. Erste Dritthersteller haben ihre Druckerpatronen bereits angepasst.

Dennoch will der Hersteller in den kommenden zwei Wochen ein Firmware-Upgrade für seine Drucker veröffentlichen, mit dem das Aussperren von Fremdtinte wieder rückgängig gemacht werden soll. Betroffene Kunden müssen das Upgrade manuell vornehmen, eine automatische Verteilung ist nicht vorgesehen. Auf einer dafür eingerichteten Webseite will HP seine Kunden informieren.

Fremdtinten-Ausschluss lange vorbereitet

Mittlerweile ist bekannt, dass HP den Ausschluss von Fremdtinten lange vorbereitet hatte: In einer Ende 2015 veröffentlichten Firmware wurde das Ablaufdatum für Fremdtine für den 13. September 2016 einprogrammiert - Kunden wurden über die Änderung nicht informiert. Das alles führte zu einer entsprechend großen Verunsicherung, die von HP verursacht wurde. In einer aktuellen Stellungnahme übernimmt HP die Verantwortung dafür, entschuldigt sich für die unzureichenden Informationen und gelobt Besserung; Kunden sollen künftig in vergleichbaren Fällen besser informiert werden.

HP will langfristig Fremdtinte ausschließen

Der Druckerhersteller erklärt, dass das Ende vergangenen Jahres veröffentlichte Firmware-Upgrade dazu diene, Kunden vor gefälschten Tintenpatronen zu schützen. Schlechte Druckergebnisse könnten die Folge sein, warnt der Hersteller. Obwohl in den nächsten zwei Wochen ein Firmware-Upgrade kommen soll, mit dem der Ausschluss von Fremdtinte rückgängig gemacht wird, will HP prinzipiell an dem eingeschlagenen Weg festhalten.

Nähere Details machte der Hersteller dazu nicht. Damit hat HP die selbst zugesicherte bessere Unterrichtung seiner Kunden erst einmal nicht erfüllt: Denn mit dieser Ankündigung wirft der Hersteller viele neue Fragen auf, ohne diese zu beantworten. Es ist nur klar, dass möglicherweise schon bald wieder Fremdpatronen in HP-Druckern nicht mehr funktionieren werden.  (ip)


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