Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/intel-einfrieren-bei-intels-bay-trail-socs-durch-patch-abgefedert-1609-123546.html    Veröffentlicht: 30.09.2016 10:32    Kurz-URL: https://glm.io/123546

Intel

Einfrieren bei Intels Bay-Trail-SoCs durch Patch abgefedert

Ein Patch behebt das häufige Einfrieren bei als Bay Trail bekanntgewordenen Low-Cost-Prozessoren der Celeron-Baureihe unter Linux. Die SoCs sind in günstigen Notebooks und anderer Billighardware verbaut.

Bay-Trail-SoCs sind im Zusammenhang mit Linux als kritisch bekannt. Das reicht von Installationsproblemen bis hin zu Abstürzen im Minutentakt. Bei Intel ist das Problem bekannt. Es steht in einem Erratum unter dem Kürzel VLP52 und ist als No Fix klassifiziert, wird also von Intel nicht behoben.

Betroffen vom Einfrieren, das meist bereits wenige Minuten nach dem Hochfahren des Systems auftritt, sind etwa SoCs wie J1900, Celeron N2840, Celeron N2940, Atom Z3736F und Pentium N3540. Der Fehler, der zum Absturz führt, wurde zunächst in der GPU vermutet, dann aber in der Energieverwaltung des Chips lokalisiert und wird in einem Fehlerbericht im Bugzilla beschrieben. Die Probleme treten bei vielen Anwendern nur auf, wenn eine grafische Oberfläche benutzt wird.

Das Problem tritt auf, wenn das System in den Energiesparmodus C-State 6 (C6) eintritt, nachdem eine Interrupt-Service-Routine (ISR) gestartet, aber bevor sie beendet wurde und das Programm an der unterbrochenen Stelle fortgeführt wird. Ein bisher verwendeter Workaround bestand darin, den Prozessor auf den C-State 1 festzulegen, indem dem Kernel der Parameter intel_idle.max_cstate=1 mitgegeben wird. Dies führt aber zu erhöhtem Energieverbrauch und damit zu verkürzter Akkulaufzeit.

Der Patch von Wolfgang M. Reimer deaktiviert lediglich die C-States 6 und aktiviert gleichzeitig die C7-Core-States. Damit bleiben die Energiesparoptionen erhalten. Der Mitte Juli eingebrachte Workaround wurde von vielen Anwendern getestet und zeigte bei fast allen überzeugende Ergebnisse. Einige Anwender berichten aber auch, dass die Probleme mit Kernel 4.7 auch ohne den Patch auf ihrer Hardware nicht mehr auftreten.  (fth)


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