Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ubbf2016-wo-83-prozent-der-haushalte-glasfaser-haben-1609-123526.html    Veröffentlicht: 29.09.2016 12:27    Kurz-URL: https://glm.io/123526

UBBF2016

Wo 83 Prozent der Haushalte Glasfaser haben

In Hongkong zeigt PCCW-HKT, wie es möglich ist, eine dicht besiedelte Stadt gut mit Glasfaser zu versorgen. Deutschland hat 1,5 Prozent Haushalte, die direkt Glasfaser erhalten, und 277.000 Nutzerhaushalte.

Ein Anteil von 83 Prozent der Haushalte in Hongkong hat einen Glasfaseranschluss an das Gebäude. Das sagte Peter Lam, Managing Director Engineering der Netzbetreibers PCCW-HKT, am 29. September 2016 auf dem Ultra Broadband Forum in Frankfurt am Main. Hongkong Telecommunications (HKT) gehört zum PCCW-Konzern des Milliardärs Richard Li.

Die Stadt Hongkong hat 7,2 Millionen Einwohner, die von 25 Festnetzbetreibern und drei PayTV-Anbietern versorgt werden. PCCW-HKT versorgt die vielen Hochhäuser, aber auch abgelegene ländliche Gegenden. "In der Stadt haben wir für die Glasfaser die Straßen aufgegraben, um Kabel zu verlegen." Die meisten Kunden würden innerhalb von drei Tagen angeschlossen.

Ein Kunde habe in einem Fall sogar 150.000 US-Dollar für die Glasfaserversorgung gezahlt. Die Technik dafür kommt von Huawei, sagte Lam. "In ländlichen Bereichen setzen wir auch Vectoring ein. Aber wirklich nur als Brückentechnologie, nächstes Jahr wollen wir 80 Prozent der Dörfer mit Glasfaser ans Haus versorgen."

50 Prozent der Kunden wollen tatsächlich Glasfaser, habe eine aktuelle Befragung ergeben. Hongkong hat viele Bewohner auf Hausbooten, die sich keine Wohnung leisten können. "Auch hier bieten wir 10 GBit/s auf den Booten." Neue Technologien machten das möglich, erklärte Lam, ohne weiter ins Detail zu gehen.

Teurer als Wettbewerber und erfolgreich

"Wir sind tatsächlich teurer als unsere Wettbewerber, aber dennoch bleiben die Kunden bei uns", sagte Lam.

Deutschland hat "lächerliche 1,5 Prozent Glasfaser bis in die Haushalte", hatte Hannes Ametsreiter vom Präsidium der IT-Branchenverbands Bitkom und Vodafone-Deutschland-Chef in der vorigen Woche in Berlin gesagt. "Wir sind in Europa die Drittletzten." Nach Angaben der Bundesnetzagentur gab es im Jahr 2015 eine Anzahl von 277.000 Nutzerhaushalten für FTTH/B in Deutschland.  (asa)


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