Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ausruester-kein-5g-supermobilfunk-ohne-glasfasernetz-1609-123512.html    Veröffentlicht: 28.09.2016 16:36    Kurz-URL: https://glm.io/123512

Ausrüster

Kein 5G-Supermobilfunk ohne Glasfasernetz

Die Ausrüster sehen ein gutes Glasfasernetz als Grundvoraussetzung, damit Deutschland das Ziel erreichen kann, als erstes Land ein 5G-Netz aufzuspannen. Das ist noch nicht ausreichend ausgebaut.

Die Mobilfunkausrüster Nokia und Huawei haben betont, dass der Aufbau eines neuen mobilen Hochleistungsnetzwerks nur dann gelinge, wenn Glasfaser ausgebaut wird. Jochen Schwarz, Vice President Public Affairs, Nokia, sagte Golem.de: "Eine der Herausforderungen ist noch die Glasfaseranbindung der Basisstationen, um den zukünftigen 5G-Datenverkehr mit Lichtgeschwindigkeit weitertransportieren zu können. Diese sollte so schnell wie möglich realisiert werden. Eine gemeinsame Ausbauplanung für Festnetz- und Mobilfunkausbau erscheint vor diesem Hintergrund sinnvoll." Nokia sehe noch Aspekte, die über die vorgestellten fünf Säulen der 5G-Implementierung hinausgehen.

Datenmengen muss man auch abführen können

Michael Lemke, Senior Technology Expert bei Huawei, erklärte Golem.de: "Regulativ ist unter anderem mit dem DigiNetz bereits eine Voraussetzung geschaffen, Glasfaser insbesondere auch entlang von Verkehrswegen und Erschließungsgebieten verfügbar zu machen, eine wesentliche Voraussetzung, um die Datenmengen von den Basisstationen abführen zu können."

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hatte in dieser Woche Datenraten bis zu 20 GBit pro Sekunde und Latenzzeiten unter einer Millisekunde für 5G versprochen. "Wir wollen, dass Deutschland zum Leitmarkt für 5G wird und als erstes Land ein flächendeckendes 5G-Netz bereitstellt", erklärte Dobrindt. Start des neuen 5G-Standards ist das Jahr 2020.

"Wir unterstützen dieses richtige und ambitionierte Ziel, das Minister Dobrindt formuliert hat. 5G bietet die Chance, die deutschen Stärken im globalen Kontext weiterzuentwickeln. Wenn dies gelingt, profitiert Deutschland in jedem Fall, unabhängig davon, welches Land als erstes 5G ausrollt", sagte Schwarz.

Auch Lemke begrüßte die Ambitionen in Deutschland, den Ausbau von 5G als wesentliche Plattform für die Digitalisierung Deutschlands und für die Entwicklung der Gigabitgesellschaft zu begreifen.

"Um eine flächendeckende Verfügbarkeit bis zum Jahr 2025 zu erreichen, ist eine Kombination erforderlich aus verfügbarer Technologie, dem benutzten 5G-Spektrum und dem Markt- beziehungsweise regulativen Umfeld, das den 5G-Technologie-Rollout befördert." Die 5G-Technologie sei gegenwärtig in der Standardisierung. Die geplanten Meilensteine 2018 als erster Phase und 2019 als zweiter Phase lassen eine Verfügbarkeit von Produkten und Lösungen ab den Folgejahren für erste Trialanwendungen erwarten.

Technisch möglich

Das Ziel der Flächendeckung im Jahr 2025 könne aber nur im Verein aus dem Marktumfeld und der Regulation verstanden werden. Technisch sei sehr wohl vorstellbar, das formulierte Ziel von 20 5G-Städten und die Abdeckung des Straßennetzes und der Autobahnen bis 2025 zu erreichen. Insbesondere dann, wenn die Frequenzen, die zum Einsatz kommen, den Umgebungen entsprechen, also beispielsweise 6-GHz-Frequenzen für die weiträumigere Abdeckung.

Insgesamt seien viele der Rahmenbedingungen für die Entwicklung von 5G mit hoher Dynamik in der Anpassung begriffen, wie die Diskussion um die 5G-Pilotfrequenzen zeigt. Man könne davon ausgehen, dass gegenwärtig die Weichenstellung für die erfolgreiche Erfüllung dieses ambitionierten 5G-Zieles in Deutschland, Europa und international stattfinde.  (asa)


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