Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/in-the-robot-skies-drohnen-drehen-einen-science-fiction-film-1609-123505.html    Veröffentlicht: 28.09.2016 11:49    Kurz-URL: https://glm.io/123505

In the Robot Skies

Drohnen drehen einen Science-Fiction-Film

Kamerabilder, die von Drohnen aufgenommen wurden, kennen wir aus vielen Filmen. Der Science-Fiction-Film In the Robot Skies hingegen wurde komplett von Drohnen gedreht.

Fliegende Augen, die alles und jeden überwachen: In einem fiktiven Polizeistaat in der Zukunft werden alle Bürger durch Drohnen überwacht. Der Film In the Robot Skies: A Drone Love Story erzählt von zwei Jugendlichen, die von den Drohnen unter einer Art Hausarrest gehalten werden. Der Film, dessen Trailer gerade veröffentlicht wurde, handelt aber nicht nur von Drohnen - er wurde auch von ihnen gedreht.

Drohnenaufnahmen in Filmen sind inzwischen weit verbreitet: Die unbemannten Fluggeräte sind günstiger als Hubschrauber und sie ermöglichen Einstellungen, die sich mit dem großen Helikopter nicht drehen lassen. Doch Regisseur Liam Young ist noch einen Schritt weitergegangen: Er hat kein menschliches Team mehr für die Dreharbeiten eingesetzt, sondern alle Aufnahmen von Drohnen machen lassen.

Der Regisseur ist eigentlich Architekt

Young, der eigentlich Architekt ist, programmierte die Drohne auf bestimmte Verhaltensweisen und filmische Regeln. Dann ließ er sie autonom agieren. Unterstützung erhielt er dabei von Wissenschaftlern der Katholischen Universität Leuven in Belgien. Die eingesetzten Drohnen stammen von DJI.

In der Filmhandlung, die der britische Autor Tim Maughan erdacht hat, überwachen die Drohnen die Menschen. Sie identifizieren Menschen und kennzeichnen sie. Sie erfassen und beurteilen das Verhalten der Menschen und sie sorgen dafür, dass bestimmte Menschen ihre Wohnung nicht verlassen. Auf der anderen Seite nutzen die beide verliebten Jugendlichen ihre eigenen Copter, um in Kontakt zu bleiben.

Neue städtische Subkulturen entstehen

"Der Film untersucht Drohnen als kulturelles Objekt, nicht nur als neues Instrument, um Geschichten visuell zu erzählen, sondern auch als Katalysator für neue städtische Subkulturen. So wie die Wagen der New Yorker U-Bahn in den 1980er Jahren eine Jugendkultur mit Graffiti und Hip-Hop hervorbrachten, so schafft das Zeitalter der allgegenwärtigen Drohnen als Teil der Smart City ein neues Netz von Antiüberwachungsaktivisten und Drohnenhackern", sagen die Filmemacher.

Premiere hat In the Robot Skies am 8. Oktober 2016 beim London Film Festival.  (wp)


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