Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/onlinehandel-bundesweite-streiks-bei-amazon-und-prime-instant-video-1609-123500.html    Veröffentlicht: 28.09.2016 10:23    Kurz-URL: https://glm.io/123500

Onlinehandel

Bundesweite Streiks bei Amazon und Prime Instant Video

Auch beim DVD-Verleiher und Video-Streaming-Dienst Amazon in Elmshorn wird heute erneut gestreikt. Bei den Streiks legte laut den Angaben rund ein Drittel bis rund die Hälfte der Beschäftigten einer Schicht die Arbeit nieder.

Die Beschäftigten Amazons sind wieder im Streik. Arbeitskämpfe finden in den Versandzentren Rheinberg und Werne in Nordrhein-Westfalen, Bad Hersfeld in Hessen, Leipzig in Sachsen, Koblenz in Rheinland-Pfalz und beim DVD-Verleiher und Video-Streaming-Dienst Amazon Prime Instant Video in Elmshorn, Schleswig-Holstein, statt. Das gab die Gewerkschaft Verdi am 28. September 2016 bekannt. Die Streiks haben mit der Frühschicht begonnen, dauern bis zum Ende der Spätschicht an und fallen nach den Angaben auf einen Tag, der hohes Auftragsvolumen verzeichnet.

"Die Beschäftigten verlangen, dass Amazon seine Blockadehaltung gegenüber Tarifverhandlungen aufgibt. Sie treten für ihr legitimes Recht auf einen Tarifvertrag ein, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Streiks zeigen Wirkung

Amazon behauptet immer wieder, die Streiks zeigten keine Wirkung und erklärt, dass die Zahl der Streikenden gering sei im Vergleich mit der Gesamtzahl der Beschäftigten, die für das Unternehmen arbeiten. Doch laut Verdi sei das Unternehmerpropaganda, weil im Schichtmodell gearbeitet werde, die Krankenquoten mit bis über 20 Prozent hoch und ein Teil der Belegschaft durch Urlaub abwesend sei. Daher sei ein wesentlich kleinerer Teil der Beschäftigten täglich für Amazon im Einsatz. Bei den Streiks lege somit rund ein Drittel bis rund die Hälfte der Beschäftigten einer Schicht die Arbeit nieder. Dies verursache deutliche Lieferprobleme. Zudem müsse Amazon immer mehr Geld ausgeben, um sich auf die flexibler gestalteten und kurzfristiger angesetzten Streiks einzustellen.

Es geht den Beschäftigten um eine etwas höhere Bezahlung, Urlaubsgeld und tarifliches Weihnachtsgeld. Die wöchentliche Arbeitszeit soll auf 37,5 Stunden festgeschrieben und sechs Wochen Urlaub gewährt werden. Laut Konzerndarstellung werden an allen Standorten in Deutschland mindestens 10 Euro brutto pro Stunde gezahlt, im Durchschnitt in Deutschland 10,40 Euro brutto pro Stunde bei 38,75 Stunden pro Woche. Hinzu kommen Bonus, Weihnachtsgeld, Mitarbeiteraktien, Gratisversicherungen, ein Pensionsfonds und Mitarbeiterrabatte.

Nachtrag vom 28. September 2016, 14:20 Uhr

"In den Frühschichten waren zusammen über 1.100 Beschäftigte draußen, an den einzelnen Standorten haben zwischen einem Viertel und über 30 Prozent der Belegschaft die Arbeit niedergelegt", sagte Verdi-Sprecherin Eva Völpel Golem.de auf Nachfrage.  (asa)


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