Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/herbstkonferenz-deutschlands-glasfaserausstattung-ist-laecherlich-1609-123371.html    Veröffentlicht: 21.09.2016 11:24    Kurz-URL: https://glm.io/123371

Herbstkonferenz

Deutschlands Glasfaserausstattung "ist lächerlich"

Vodafone-Chef Ametsreiter hat den Stand des Glasfaserausbaus in Deutschland mit scharfen Worten qualifiziert. Selbst das Bundesverkehrsministerium musste danach zugeben, dass das Land zurückliegt.

Deutschland hat "lächerliche 1,5 Prozent Glasfaser bis in die Haushalte". Das hat Hannes Ametsreiter vom Präsidium der IT-Branchenverbands Bitkom und Vodafone-Deutschland-Chef am 21. September 2016 in Berlin gesagt. "Wir sind in Europa die Drittletzten, das ist nicht die Position Deutschlands als Industrienation."

Zwei Infrastrukturen seien leistungsfähig, Glasfaser und Kabel, betonte Amentsreiter. Die Frage sei, wie wir es schaffen, ein Modell zu entwickeln, mit dem "Deutschland schnell an die Glasfaser kommt. Wie fördern wir Glasfaser, wie schaffen wir es, einen massiven Schub zu produzieren?" Die Herbstkonferenz ist eine Veranstaltung der Deutschen Breitbandinitiative, ein gemeinsames Projekt der Initiative D21, des Bundesverkehrsministeriums und des Bitkom.

Tobias Miethaner, Abteilungsleiter Digitale Gesellschaft beim Bundesverkehrsministerium, räumte ein, dass "wir bei der Glasfaser in der Tat ein Stück aufholen müssen.". Jedoch würde im laufenden Förderprogramm an vielen Häusern auch FTTB ankommen. Es sei hier nicht alles Vectoring. "Auch beim Vectoring ist das, was Geld kostet, die Glasfaser." Er hoffe, dass "das Ministerium das Förderprogramm auch verstetigen" könne. Der Stand in vielen alten Gewerbegebieten sei oft noch schlechter als der der Haushalte. Hier würde mit 350 Millionen Euro gefördert.

Testfrequenzen für 5G kommen

Auch 5G sei ein Kernthema, hier würde die Bundesnetzagentur auch Testfrequenzen bereitstellen. Deutschland ist zusammen mit Kroatien und Polen tatsächlich erst seit Februar dieses Jahres erstmals im FTTH-Europa-Ranking. Um in diese Statistik zu kommen, muss die Rate der FTTH/B-Teilnehmer mehr als ein Prozent der Gesamtanzahl der Haushalte betragen. In Deutschland wurden Glasfaserprojekte hauptsächlich von Kommunen und privaten Betreibern vorangetrieben. Deutschland liegt jedoch nur auf dem vorletzten Platz des Rankings und damit hinter 27 anderen Staaten.  (asa)


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