Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/webkit-hacker-uebernehmen-funktionen-von-tesla-model-s-1609-123340.html    Veröffentlicht: 20.09.2016 10:57    Kurz-URL: https://glm.io/123340

Webkit

Hacker übernehmen Funktionen von Tesla Model S

Sicherheitsforscher haben Lücken in der Software von Teslas Spitzenmodell gefunden, die unter bestimmten Bedingungen die Übernahme zahlreicher Funktionen ermöglichen. Einige der Angriffe sind durchaus sicherheitsrelevant - doch Tesla hält einen Exploit für unwahrscheinlich.

Hacker der chinesischen Sicherheitsfirma Tencent haben durch Ausnutzen von Sicherheitslücken einige Funktionen eines Tesla Model S übernehmen können. Der Angriff hat recht hohe Voraussetzungen, die eine Ausnutzung unter praktischen Bedingungen erschweren. Tesla hat die Fehler per Softwareupdate beseitigt.

Über die technischen Details gibt es bislang recht wenig Angaben. Offenbar konnte eine Sicherheitslücke im in das Auto integrierten Webbrowser genutzt werden, um Kontrolle über verschiedene Fahrzeugfunktionen zu erlangen. <#youtube id="c1XyhReNcHY"> Über den Browser gelang es den Hackern, auf den Can-Bus des Tesla zuzugreifen, von dort konnten sie die Steuerung der Außenspiegel, der Scheibenwischer, der Blinker und des Kofferraums übernehmen. Das Auto muss für die Angriffe eingeschaltet sein und sich entweder im Park- oder im Fahrmodus befinden.

Fahrer muss nach Superchargern suchen

Auch die Kontrolle über das interne Infotainment-System und die Zentralverriegelung sei möglich gewesen. Für einige der Angriffe ist es erforderlich, dass sich der Tesla-Nutzer in einem präparierten WLAN befindet und nach der nächsten Supercharger-Station sucht. Nach Übernahme der internen Systeme gelang es den Forschern, die Türen zu öffnen und während der Fahrt die Bremsen auszulösen.

Für den Browser nutzt Tesla offenbar Technologie von Apple. Die Software gibt nach Angaben von Nutzern den User-Agenten "Mozilla 5.0" oder höher aus, offenbar wird Apples Webkit-Rendering-Engine ab Version 533.3 verwendet. Als Browserversion wird in einem Screenshot "Safari 1.0" angegeben. Tesla hat ein Update für die Software bereitgestellt, mit dem die Probleme gelöst werden sollen. Für besonders realistisch hält Tesla einen Exploit unter realen Bedingungen allerdings nicht. Der Patch sollte natürlich trotzdem unverzüglich eingespielt werden. Die beteiligten Sicherheitsforscher loben das Unternehmen für einen produktiven Umgang mit der Meldung von Sicherheitsproblemen. Tesla wickelt sein Bugbounty-Programm über Bugcrowd ab.  (hg)


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