Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/iphone-7-plus-im-test-mehr-kameras-weniger-schaerfe-1609-123305.html    Veröffentlicht: 19.09.2016 07:00    Kurz-URL: https://glm.io/123305

iPhone 7 Plus im Test

Mehr Kameras, weniger Schärfe

Die neuen iPhones haben einen schnellen Vierkern-Prozessor, keine Klinkenbuchse und, im Falle des iPhone 7 Plus, eine zweite Hauptkamera. Golem.de hat sich das große neue iPhone im ausführlichen Test genau angeschaut - und war an zwei Stellen etwas verwundert.

Das iPhone 7 und das iPhone 7 Plus sind seit dem 16. September 2016 in Deutschland erhältlich. In die neuen Modelle hat Apple einige Neuerungen eingebaut, unter anderem eine Kamera inklusive zweitem Objektiv beim Plus-Modell, erstmals einen Vierkern-Prozessor und eine kombinierte Lade-Kopfhörer-Buchse.

Besonders die fehlende Klinkenbuchse führte zu vielen Diskussionen in den sozialen Netzwerken. Den Klinkenanschluss für Kopfhörer komplett wegzulassen scheint für viele einem Tabubruch nahezukommen.

Golem.de hat sich das neue iPhone 7 Plus genau angeschaut und dabei besonders auf die Dual-Kamera, den Prozessor und eben jenen fehlenden Klinkenanschluss geachtet. Auf einen separaten Test des iPhone 7 verzichten wir, da die beiden Modelle bis auf die Unterschiede bei der Größe und der Kameraausstattung technisch gleich sind.

Starke äußere Ähnlichkeit zum Vorgängermodell

Optisch unterscheidet sich das iPhone 7 Plus auf den ersten Blick nicht von seinen Vorgängern 6 und 6s. Erst beim näheren Hinsehen fällt die aufgeräumtere Rückseite auf: Die Kunststoffeinlagen für die Antennen zieht Apple jetzt unauffälliger am Rand durch das Metall. Beim goldenen und roségoldenen Modell sind die Streifen weiterhin auffällig weiß - Apple zufolge mit Absicht, da dies zum Look gehört. Beim silbernen Gerät sind die Einlagen grau, bei den beiden neuen schwarzen iPhones schwarz und damit nicht sichtbar.

Auch beim Display fallen zunächst keine Unterschiede auf - die Größe von 5,5 Zoll und die Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln sind gleich geblieben. Den neuen P3-Farbumfang bemerken wir auch im direkten Vergleich zum iPhone 6s Plus nicht. Das liegt daran, dass er nur bei entsprechend aufgenommenem Material sichtbar ist. Im Normalfall gefällt uns der Bildschirm schlicht genauso gut - Inhalte sehen aus wie gedruckt und sind scharf.

iPhones bleiben groß

Die Ausmaße des iPhone 7 Plus sind wie beim Vorgänger 6s Plus verhältnismäßig groß für ein Smartphone mit 5,5 Zoll großem Display. Das Gehäuse ist 158,2 x 77,9 mm groß und 7,3 mm dick. Das Gewicht liegt bei knapp 190 Gramm.

Das iPhone 7 Plus hat wie das iPhone 7 erstmals Stereolautsprecher: Neben dem üblichen Speaker am unteren Rand des Rahmens haben die Smartphones jetzt einen zweiten hinter der Lautsprecheröffnung oberhalb des Displays. Der Klang ist beim iPhone 7 Plus entsprechend satt und voluminös, damit besser als der Vorgänger und viele Geräte der Konkurrenz.

Homebutton ohne echten Druckpunkt

Auf der Vorderseite des iPhone 7 Plus gibt es eine weitere Änderung, die nicht sofort auffällt: der Homebutton mit eingebautem Fingerabdrucksensor. Dieser wird jetzt nicht mehr eingedrückt, sondern gibt mittels einer Taptic Engine ein haptisches Feedback. Das bedeutet, dass ein kleiner Motor unter dem Button eine ruckartige Vibration erzeugt, wenn der Knopf gedrückt wird.

Dadurch wird die Illusion erzeugt, dass wir tatsächlich einen echten Knopf drücken. Das Prinzip ist das gleiche wie beim Macbook 12, in dessen Test wir den künstlich erzeugten Klick ebenso überzeugend fanden.

Homebutton benötigt zwingend Hautkontakt

Allerdings hat Apple bei den neuen iPhones offenbar nicht an Nutzer mit Handschuhen gedacht: Sobald auch nur ein dünnes Stück Stoff den Finger bedeckt, lässt sich der Homebutton nicht mehr betätigen. Dass der Fingerabdrucksensor dann nicht mehr funktioniert, leuchtet ein - dass wir aber mit einem behandschuhten Finger nicht mal mehr in den Homescreen kommen, verwunderte uns doch etwas.

Man mag jetzt anmerken, dass man als Nutzer ohnehin seine Handschuhe ausziehen muss, um das Smartphone zu bedienen. Das Display des iPhone 7 Plus lässt sich allerdings auch hervorragend mit einem dünnen Handschuh bedienen. Der Homebutton hingegen kommt mit derartiger Winterkleidung nicht klar.

Zwei Hauptkameras statt nur einer

Drehen wir das iPhone 7 Plus um, fallen die beiden Kameraobjektive auf. Apple hat zum ersten Mal eine Dual-Kamera in einem seiner Smartphones verbaut und folgt damit einem Konzept, das bereits einige andere Hersteller ausprobiert haben. So setzen etwa Huawei und LG auf doppelt vorhandene Kamera, wobei sich die Ansätze bei beiden unterschieden: Huawei verwendet beim P9 und beim Honor 8 gleiche Brennweiten, will mit einem zweiten, monochromen Sensor allerdings schärfere und besser belichtete Bilder erreichen.

LG hingegen setzt beim G5 neben dem normalen, bereits weitwinkligen Objektiv ein zweites mit noch kürzerer Brennweite ein. Dadurch können Nutzer Aufnahmen machen, die an sehr weitwinklige Actionkameras erinnern. Apple nutzt für seine Dual-Kamera ebenfalls zwei verschiedene Brennweiten: Beim iPhone 7 Plus hat eines der Objektive eine Brennweite von 28 mm (aufs Kleinbild umgerechnet), das andere eine Brennweite von 56 mm.

Zwei Kameras für mehr Gestaltungsmöglichkeiten

Durch die Verwendung der zwei Objektive sollen Nutzer bei der Bildgestaltung mehr Möglichkeiten haben - etwa, wenn sie eine Porträtaufnahme machen. Das Umschalten zwischen den beiden Objektiven erfolgt entweder auf Knopfdruck mit einem Sprung, oder stufenlos unter Zuhilfenahme eines Digitalzooms. Dieser überbrückt den Bereich zwischen dem Weitwinkel- und dem Teleobjektiv, bietet darüber hinaus eine bis zu zehnfache Vergrößerung.

Im Alltag eignet sich der optische Zweifach-Zoom für viele Bereiche: Neben den angesprochenen Porträtaufnahmen finden wir das längere Objektiv auch bei Straßenszenen sowie Naturaufnahmen interessant. Ein wirkliches Teleobjektiv, wie Apple es in der Vorstellung des iPhone 7 Plus bezeichnet hat, stellt es aber eigentlich nicht dar. Mit 56 mm befindet sich die Linse genau in dem Bereich, bei dem ein Objektiv im Kleinbildformat als "Standardobjektiv" bezeichnet wird. Bei Kameras gehörte früher eine Linse in einem derartigen Brennweitenbereich zur normalen Ausstattung.

Neuer Kamerasensor und größere Anfangsblendenöffnung

Den Hauptkamerasensor selbst hat Apple eigenen Angaben zufolge verglichen mit dem iPhone 6s verbessert. Zwar hat er weiterhin 12 Megapixel (sowohl das Weitwinkel- als auch das "Tele"-Objektiv), die Anfangsblende beträgt jetzt aber f/1.8 bei der Weitwinkellinse. Dadurch sollen Bilder in dunklen Situationen besser gelingen. Die längere Brennweite hat eine Anfangsblende von f/2.8, was zwar weniger offen ist, aber bei Tageslicht immer noch ausreicht.

Apple ist übrigens nicht der erste Hersteller, der ein Smartphone mit einer längeren Brennweite ausgestattet hat. Asus hatte 2015 das Zenfone Zoom vorgestellt, das sogar über einen dreifachen Zoom verfügt. Dieser ist zudem klassisch in einem einzigen Objektiv untergebracht und nicht auf zwei Linsen aufgeteilt, wodurch der Objektivaufsatz aber auch entsprechend wuchtig ist. Die Objektive des iPhone 7 Plus hingegen schauen nur leicht aus dem Gehäuse hervor.

Das iPhone 7 Plus unterstützt dank iOS 10 die Aufnahme von RAW-Aufnahmen - allerdings nicht mit der eigenen Kamera-App. Der Bildsensor soll 60 Prozent schneller als der des iPhone 6s sein. In der alltäglichen Praxis merken wir im direkten Vergleich zum iPhone 6s Plus allerdings keine Veränderung bei der Aufnahmegeschwindigkeit. Einen Unterschied bemerken wir dafür bei der Bildqualität - wenngleich auch nicht so, wie wir das eigentlich erwartet hatten.

Neues iPhone ist weniger scharf in den Details

Unser Testgerät des iPhone 7 Plus bildet Details unter stärkerer Vergrößerung etwas unschärfer ab als das iPhone 6s Plus. Wir haben zahlreiche Testaufnahmen eines Spätkaufs auf der gegenüberliegenden Straßenseite gemacht und sind dabei immer zum selben Ergebnis gekommen: Die Schrift auf dem Schild ist mit dem neuen iPhone schlechter lesbar. Um ein versehentliches Verwackeln ausschließen zu können, haben wir das Testbild sogar mit einem Stativ erstellt - auch hier ist das Ergebnis des iPhone 7 Plus unschärfer.

Bei der Totalansicht fällt dies nicht auf, verwundert hat es uns dennoch. Der Bildeindruck an sich ist - verglichen mit dem iPhone 6s Plus - etwas heller und ausgeglichener; entsprechend kommen Schatten besser zur Geltung. Der Zweifach-Zoom wirkt sich im direkten Vergleich bei Vergrößerungen erwartungsgemäß positiv auf die Bildqualität aus. Ein gleich großer Ausschnitt sieht im gezoomten Bild viel besser aus als im mit dem Weitwinkelobjektiv aufgenommenen Bild.

Der neue P3-Farbraum macht sich im direkten Vergleich der Aufnahmen des iPhone 6s Plus und 7 Plus in unseren Tests nur unwesentlich bemerkbar. Die mit der P3-fähigen Kamera des iPhone 7 Plus aufgenommenen Bilder sehen auf dem Display des Smartphones etwas farbenfroher aus als die Bilder des iPhone 6s Plus auf dessen Bildschirm.

Hintergrundunschärfen-Funktion soll im Herbst kommen

Noch nicht ausprobieren konnten wir die neue Hintergrundunschärfe-Funktion, die Apple erst im Herbst mit einem Update zur Verfügung stellen will. Hier wird interessant sein zu sehen, ob Apples Lösung qualitativ besser als die Ansätze der zahlreichen anderen Smartphone-Hersteller ist, die sich bereits an künstlich unscharf gemachten Hintergründen versucht haben.

Ein Bildstabilisator sorgt für verwackelungsfreie Aufnahmen. Videos können mit dem iPhone 7 Plus in 4K mit 30 fps aufgenommen werden, Zeitlupenaufnahmen in 1080p mit 120 fps oder 720p mit 240 fps. Die Frontkamera des iPhone 7 Plus hat eine Auflösung von 7 Megapixeln, wodurch sie sich gut für Selbstporträts eignet.

Gesamteindruck der Bilder ist gut

Insgesamt gefällt uns die Kamera des iPhone 7 Plus bei der Ausleuchtung der Bilder und der Farben gut. Das zweite Objektiv ermöglicht eine zweite optische Zoomstufe, was wir in zahlreichen Situationen praktisch finden - der Anwendungsbereich der Smartphone-Kamera erhöht sich unserer Meinung dadurch signifikant. Etwas überrascht sind wir von der Detailschärfe der neuen Kamera, die unter der des Vorgängers und der Konkurrenzgeräte von Samsung liegt. Sollte das der Preis für den erweiterten Farbraum sein, halten wir dies für einen schlechten Tausch - auch wenn das Problem nur wirklich sichtbar wird, wenn wir die Bilder stark vergrößern.

Lightning statt Klinke

Drehen wir das iPhone und werfen einen Blick auf den unteren Rahmen, fällt der einzelne Lightning-Anschluss auf - und der fehlende Klinkenstecker. Apple hat diesen beim iPhone 7 ersatzlos gestrichen, stattdessen werden Kopfhörer über den Ladeanschluss angeschlossen. Entsprechend liegen den beiden neuen iPhone-Modellen Kopfhörer mit Lightning-Anschluss anstelle einer Klinkenbuchse bei.

In der Benutzung unterscheiden sich diese Kopfhörer nicht von denen früherer iPhones - bei uns sitzen die immer noch etwas zu locker in den Ohren, die Abschirmung ist verglichen mit anderen In-Ear-Stöpseln schlechter. Vom Klang her bieten die Earpods einen durchschnittlichen, ausgewogenen Klang. Wer seine bisherigen Klinken-Kopfhörer weiterverwenden möchte, kann dies mit Hilfe eines Klinke-Lightning-Adapters tun. Dieser liegt den neuen iPhones bei.

Laden und Musikhören ist ein Problem

Aufgrund des einen Anschlusses für Laden und Musikhören ist es nicht ohne weiteres möglich, das iPhone aufzuladen, während die Kopfhörer angeschlossen sind. Dafür benötigen Nutzer entweder Apples Docking-Station, die einen Kopfhörer-Anschluss hat, oder einen Adapter. Letztere Lösung ist natürlich für unterwegs die bessere, da eine Docking-Station schlicht nicht besonders handlich ist. Apple selbst bietet jedoch keinen solchen Adapter an, ab Oktober 2016 gibt es einen von dem Fremdhersteller Belkin.

Im Alltag macht sich die Unvereinbarkeit zwischen Musikhören und Laden beispielsweise dann bemerkbar, wenn wir nach einem langen Tag mit häufiger Nutzung des iPhones noch Musik auf dem Heimweg hören wollen. Dann gleichzeitig ein Powerpack anzuschließen ist schlicht nicht möglich. Die Lösung dieses Dilemmas sind drahtlose Kopfhörer: Das iPhone erlaubt natürlich die Nutzung von Bluetooth-Kopfhörern. Dabei müssen Nutzer nicht Apples eigene Airpods für 180 Euro kaufen, herkömmliche Headsets funktionieren ebenso.

IP67 schließt Klinkenbuchse nicht aus

Laut Apple ist die Schutzart IP67 einer der Gründe, weshalb der Klinkenanschluss weggelassen wurde: Die beiden neuen iPhone-Modelle sind erstmals vor Wasser und Staub geschützt, 30 Minuten sollen sie in einer Tiefe von einem Meter überstehen. In unseren Tests haben Wasserbäder dem Telefon nichts anhaben können. Doch die Begründung, wegen des Schutzes vor Wasser auf einen Klinkenanschluss verzichten zu müssen, ist Unsinn: Zahlreiche andere Hersteller wie etwa Sony bieten bereits seit Jahren Geräte mit abgedichteten Anschlüssen an.

Ein anderer Grund für die Abschaffung des Kopfhöreranschlusses könnte sein, mehr Platz im Inneren des iPhones zu schaffen. Wie das iFixit-Team bei seinem Teardown des iPhone 7 Plus zeigt, befindet sich direkt an der Stelle des ehemaligen Klinkenanschlusses ein Kunststoffteil, das für den Druckausgleich des Höhenmessers zuständig ist.

Gute Akkulaufzeit

Die Leistung des Akkus hat Apple verglichen mit dem des iPhone 6s Plus etwas verbessert: Wie der iFixit-Teardown zeigt, hat der Akku eine Kapazität von 11,1 Wh bei 3,82 V, was eine Nennladung von 2.900 mAh ergibt. Das sind mehr als die 2750 mAh des Vorgängers und fast so viel wie die des iPhone 6 Plus mit 2.915 mAh. Laut Apple soll die Laufzeit des iPhone 7 Plus eine Stunde länger als die des iPhone 6s Plus sein. Im Alltag kommen wir mit dem iPhone 7 Plus auch bei starker Nutzung problemlos über einen Tag hinweg und haben am Ende sogar noch ein wenig Akku übrig.

A10-Fusion-SoC mit vier Kernen

Im Inneren des iPhone 7 Plus setzt Apple sein neues SoC A10 Fusion mit M10-Motion-Koprozessor ein. Der A10 Fusion verwendet anders als die Vorgänger-Chips vier statt zwei Kerne. Dabei verwendet Apple eine Art Big-Little-Prinzip, wie es Qualcomm, Mediatek oder auch Samsung bereits seit längerer Zeit nutzen. Zwei der vier Kerne sollen in einem Block 40 Prozent schneller sein als die beiden des A9-Chips aus dem iPhone 6s, die beiden anderen dagegen nur ein Fünftel der Energie des ersten Blocks benötigen.

Damit entsteht ein System, das je nach Bedarf sehr leistungsfähig, aber auch akkuschonend sein kann. Das Betriebssystem erkennt - wie von uns bereits vermutet - nur zwei der vier Kerne. Ein spezieller Performance-Controller sorgt für die App-Migration zwischen den Clustern. Im Alltag läuft das neue iPhone auch dank der 3 GByte Arbeitsspeicher sehr flüssig, auch grafisch aufwendige Spiele bringen das Smartphone nicht merklich über seine Leistungsgrenze hinaus.

Benchmark-Tests zeigen hervorragende Werte

In den Benchmark-Tests liegt das iPhone 7 Plus nicht nur wie erwartet vor seinen Vorgängern, sondern auch vor den Geräten der Konkurrenz. Im Gerätetest Geekbench 3 schafft das Smartphone einen Single-Wert von 3.467 Punkten, über 1.300 Zähler mehr als Samsungs Galaxy Note 7. Das iPhone 6s Plus mit dem A9-Chip erreicht hier um die 2.500 Punkte.

Ebenso deutlich sind die Ergebnisse bei den Grafiktests. Im Manhattan-Test des GFX Benchs erreicht das iPhone 7 Plus einen Offscreen-Wert von 60 fps. Das sind 15 fps mehr als das Galaxy Note 7 und 20 fps mehr als beim iPhone 6s Plus. Im Icestorm-Unlimited-Test des 3DMark schafft das neue iPhone 36.693 Punkte; das Galaxy Note 7 kommt hier auf 26.533 Zähler, das iPhone 6s Plus auf 27.977 Punkte.

Auch bei der restlichen Hardware bietet das iPhone 7 Plus wieder eine Ausstattung auf Topniveau. LTE unterstützt das Smartphone auf insgesamt 19 Frequenzbändern, WLAN beherrscht es nach 802.11ac mit MIMO. Bluetooth läuft in der Version 4.2, ein NFC-Chip ist eingebaut. Dieser eignet sich aber nur für die Bezahlfunktion Apple Pay, die in Deutschland immer noch nicht verfügbar ist.

64-GByte-Version gibt es nicht mehr

Beim iPhone 7 und iPhone 7 Plus hat Apple die Speicherausstattung neu organisiert: Die Smartphones sind mit 32, 128 und 256 GByte internem Flash-Speicher erhältlich, die 64-GByte-Option gibt es nicht mehr. Einen Steckplatz für Micro-SD-Karten haben auch die neuen Modelle nicht.

Ausgeliefert wird das iPhone 7 Plus mit iOS 10, das Apple auch für vorige Modelle seit dem 13. September 2016 anbietet. Zu den Highlights der neuen iOS-Version zählen zahlreiche App-Verbesserungen und ein sinnvollerer Sperrbildschirm. Das Betriebssystem hat sich Golem.de in einem separaten Test genau angesehen.

Verfügbarkeit und Fazit

Das iPhone 7 Plus kostet bei Apple mit 32 GByte Speicher 900 Euro. Die 128-GByte-Version kostet 1.010 Euro, die 256-GByte-Variante 1.120 Euro. Erhältlich ist das Smartphone in Gold, Roségold, Silber, Mattschwarz und glänzendem Schwarz.

Fazit

Das iPhone 7 Plus bietet dank seiner doppelten Kamera einen deutlichen Mehrwert im Vergleich zum kleineren iPhone 7. Die Zoomfunktion finden wir praktisch und gut umgesetzt, besonders bei Porträtaufnahmen lassen sich mit dem iPhone 7 Plus tolle Ergebnisse erzielen.

Etwas verwundert waren wir von der Detailschärfe der neuen iPhone-Kamera. Verglichen mit der Kamera des iPhone 6s Plus sind die Ergebnisse weniger gut, entsprechend kann das neue iPhone auch die Detailqualität der aktuellen Samsung-Kameras nicht erreichen. Ein wenig macht das Gerät dies wieder mit der guten allgemeinen Bilddarstellung wett, deren Dynamik ausgeglichen ist.

Der neue Homebutton lässt sich im Alltag genauso bedienen wie der alte Knopf zum Reindrücken, sofern der Nutzer keine Handschuhe trägt. Dass wir selbst mit dünnen Stoffhandschuhen den Homescreen nicht mehr erreichen können, weil unser Finger nicht erkannt wird, finden wir besonders vor dem Hintergrund unverständlich, dass sich der Touchscreen mit den gleichen Handschuhen problemlos bedienen lässt. Ob Apple das Problem mit einem Update beheben kann, ist fraglich.

Von der Hardware her bietet das neue iPhone 7 Plus eine Ausstattung auf Top-Niveau. Der A10-Fusion-Chip ist unglaublich schnell und leistungsfähig, die Grafikeinheit erzielt Rekordwerte in den Benchmark-Tests. Das iPhone 7 Plus und das iPhone 7 mit dem gleichen SoC sind damit unangefochten die schnellsten Smartphones auf dem Markt.

Der fehlende Kopfhöreranschluss hat uns im Alltag vom Klang her nicht gestört. Wer die mitgelieferten und durchschnittlich klingenden Lightning-Earbuds nicht verwenden möchte, kann einfach einen Kopfhörer seiner Wahl drahtlos oder mit dem mitgelieferten Adapter anschließen. Eventuelle Klangverluste fallen unserer Meinung nach beim Anhören komprimierter Musik auf einem Smartphone nicht ins Gewicht. Problematisch finden wir allerdings, dass wir nicht ohne weiteres gleichzeitig Musik hören und das Smartphone laden können, solange wir keine drahtlosen Kopfhörer verwenden.

Das iPhone 7 Plus hat mit seiner Dual-Kamera, der Taptic Engine und seinem SoC einiges an innovativer Technik zu bieten. Gleichzeitig haben sich geradezu dämliche Nachlässigkeiten eingeschlichen, allen voran der Homebutton, der dringend Hautkontakt benötigt, und die etwas weniger scharfen Details des Bildsensors sowie der nicht mitgelieferte Adapter fürs Musikhören und gleichzeitige Laden.

Insgesamt betrachtet ist das iPhone 7 Plus ein sehr gutes, aber sicher nicht perfektes Smartphone. Wer unabhängig vom Betriebssystem auf der Suche nach einem Top-Smartphone ist, kommt um die jüngste Ausgabe von Apples Smartphone nicht herum. Dafür sind allerdings mindestens 900 Euro fällig, ohne die Aussicht auf eine schnelle Preissenkung.  (tk)


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